Sein Name hat in der Region und im ganzen Land einen guten Klang. Viele erinnern sich sofort: Da war doch was! Ja, es ging damals um die Rettung der alten Arbeitersiedlung Eisenheim. Dem bundesweit bekannten Buchautor („Im Tal der Könige“) und Kulturhistoriker Professor Roland Günter gelang es, dieses einzigartige Ensemble vor dem Abriss zu schützen und für nachfolgende Generationen zu bewahren. Nun würdigt das Land NRW den mittlerweile 88-jährigen Oberhausener.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird Roland Günter zusammen mit weiteren verdienten Persönlichkeiten am 2. April 2025 den Landesverdienstorden von Nordrhein-Westfalen verleihen. „Seit Jahrzehnten setzt sich Prof. Dr. Roland Günter für Bauten und den Städtebau, für die Denkmalpflege und für den Erhalt den Industriekultur ein“, heißt es in der offiziellen Begründung der Staatskanzlei. „Er war maßgeblich an der Rettung der Arbeitersiedlung Oberhausen-Eisenheim beteiligt.“

Beharrlicher Einsatz für den Erhalt der Siedlung Eisenheim zahlte sich aus

Die alte Arbeiter-Wohnkultur in der Siedlung Eisenheim ist in den 1970-er Jahren vor dem Abriss gerettet worden.
Die alte Arbeiter-Wohnkultur in der Siedlung Eisenheim ist in den 1970-er Jahren vor dem Abriss gerettet worden.© FUNKE Foto Services | Lars Fröhlich

Roland Günter hat in München Kunstgeschichte studiert und über spätantik-frühchristliche Architektur seine Dok­torarbeit geschrieben. In den protest- und demokratiebewegten frühen 1970er Jahren ist er als Professor für Kunst- und Kulturtheorie an der Fachhochschule Bielefeld tätig geworden. Der Widerstand der Eisenheim-Bewohner gegen den geplanten Abriss ihrer Siedlung ist in jenen Jahren ein erfolgreiches Bündnis mit Bielefelder Studenten unter der Leitung von Roland Günter eingegangen. Die Bewohner kämpften mit den Studenten und deren Professor für den Erhalt der Oberhausener Siedlung und hatten mit beharrlichem und geschicktem Einsatz tatsächlich Erfolg: 38 Häuser konnten gerettet und unter Denkmalschutz gestellt werden. Roland Günter zog damals mit seiner Familie nach Eisenheim und blieb Oberhausen fortan treu.

Mittlerweile sind über 50 Jahre vergangen. Das Wort von Roland Günter wird nach wie vor gehört. Bei der gesamten Stadtplanung sei es enorm wichtig, die Bürgerinnen und Bürger um Rat zu fragen und deren Vorschläge ernst zu nehmen. Diese basisdemokratische Grundüberzeugung und seine Skepsis gegenüber den Mächtigen hat Roland Günter nie aufgegeben.