• In Mülheim herrscht aktuell extreme Hitze mit Temperaturen von über 35 Grad, die bis zum Wochenende weiter steigen könnten.
  • Die städtische Wetterstation könnte einen neuen Rekord messen, der aktuelle liegt bei 40,7 Grad.
  • Laut Deutscher Umwelthilfe leben rund 29.000 Menschen in Mülheim in Gebieten, die besonders stark von der Hitze betroffen sind.

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor extremer Hitze in Mülheim. Die Warnung gilt aktuell bis Freitagabend und dürfte auch danach aufrechterhalten werden. Die Hitze werde vor allem alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten, so der DWD. Weil es nachts nicht stark genug abkühlt, steige die Belastung zusätzlich.

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Und es bleibt heiß in Mülheim – schon am Donnerstag kletterte das Thermometer auf über 35 Grad, bis zum Ende der Woche könnten die Temperaturen sogar deutlich über diese Marke steigen. Der Höhepunkt der Hitzewelle wird aktuell für Freitag oder Samstag erwartet.: Bis zu 39 Grad sagen die Wetterdienste derzeit für den Freitag vorher. Sollte es noch etwas wärmer werden, könnte sogar der Hitzerekord an der städtischen Wetterstation fallen, der erst im vergangenen Jahr aufgestellt worden ist.

Die Anlage steht vor dem Gesundheitsamt an der Heinrich-Melzer-Straße und besteht seit 1997, die öffentlich verfügbaren Daten gehen bis in das Jahr 2005 zurück. Am 2. Juli 2025 kletterte das Thermometer auf 40,7 Grad – zum ersten Mal überhaupt zeigten die Sensoren mehr als 40 Grad an.

Wetter in Mülheim: Das war 2026 bisher der heißeste Tag

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich nicht um eine offizielle Messstation des Deutschen Wetterdienstes, sie findet also keine Berücksichtigung, wenn es um deutschlandweite Hitzerekorde geht. Der Standort wird stadtklimatisch der „hochverdichteten Innenstadt“ zugeordnet und ist durch die Ausbildung einer sehr starken Wärmeinsel gekennzeichnet. Bedeutet: Hier wird es also besonders heiß, während es in den Außenbereichen der Stadt durchaus einige Grad kühler sein kann.

Bei großer Hitze suchen auch Kühe eine Abkühlung – so wie hier im Sommer 2023 in der Ruhr bei Mülheim-Styrum.
Bei großer Hitze suchen auch Kühe eine Abkühlung – so wie hier im Sommer 2023 in der Ruhr bei Mülheim-Styrum.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Die Wetterstation am Gesundheitsamt zeichnet noch weitere Werte auf, etwa Niederschlagsmengen und Windgeschwindigkeiten. Auch die Durchschnittstemperatur eines Tages lässt sich anhand der Daten ablesen. Der bisher wärmste Tag in diesem Jahr war der Donnerstag (25. Juni) mit einem Mittelwert von gut 28 Grad. Auch in der Spitze wurde die bisher höchste Temperatur des Jahres in Mülheim an diesem Tag gemessen: 35,4 Grad. Die Daten sind online abrufbar unter www.muelheim-ruhr.de/wetterstation/.

Mobile Messstationen liefern aktuelle Temperaturdaten aus Mülheim

Die Stadtverwaltung hat noch weitere mobile Messstationen im Einsatz, um die Temperaturen in Mülheim aufzuzeichnen. Diese Werte wurden am Donnerstagnachmittag (25. Juni) um 16 Uhr gemessen:

  • Stadtmitte (Kurt-Schumacher-Platz): 36,4 °C
  • Stadtmitte (Heinrich-Melzer-Str./fester Wetterstation): 34,5 °C
  • Styrum (Willy-Brandt-Schule): 36,4 °C
  • Heißen Mitte: 34,2 °C
  • Broich Mitte: 35,3 °C

Im unteren Bereich der Schloßstraße misst die Stadt zudem noch die gefühlte Temperatur über die Strahlungstemperatur. Dazu wird ein sogenannter „Black-Globe“-Sensor eingesetzt. Diese gefühlte Temperatur betrug hier am Dienstagnachmittag 44,9 Grad.

Diese Werte wurden am Freitagnachmittag (26. Juni) um 16 Uhr gemessen:

  • Stadtmitte (Kurt-Schumacher-Platz): 39,8 °C
  • Stadtmitte (Heinrich-Melzer-Str.): 37,4 °C
  • Styrum (Willy-Brandt-Schule): 38,8 °C
  • Heißen Mitte: 37,4 °C
  • Broich Mitte: 38,0 °C

Die gefühlte Temperatur lag am Freitagnachmittag in der Stadtmitte auf der Schloßstraße bei 50,15 °C.

Hitze in Mülheim: Lesen Sie auch

Viele Menschen in der Stadt leiden besonders stark unter der großen Sommerhitze: Nach Auswertungen der Deutschen Umwelthilfe leben rund 29.000 Mülheimerinnen und Mülheimer in besonders stark belasteten Gebieten. Die große Mehrheit der Menschen wohnt in Gebieten mit einer mittleren Belastung (gut 74 Prozent oder 128.000 Menschen), rund neun Prozent (gut 16.000) haben an ihrem Wohnort eine niedrige Hitzebetroffenheit.

Wer kann, schützt sich irgendwie vor der Sonne: Schirme auf einem Balkon in Saarn.
Wer kann, schützt sich irgendwie vor der Sonne: Schirme auf einem Balkon in Saarn.© FUNKE Foto Services | Christoph Wojtyczka

Im sogenannten Hitze-Betroffenheits-Index der Umwelthilfe kommt Mülheim auf einen Wert von 14,76 und steht damit bundesweit eher im unteren Mittelfeld – in vielen anderen Städten sind die Belastungen also noch deutlich größer.