• Die Stadt Mülheim hat ihr Sozialinfrastrukturkataster überarbeitet und online gestellt.
  • Dort können Bürger jetzt auf einer Karte sehen, wo es in ihrer Nähe zum Beispiel Supermärkte, Schulen, Spielplätze oder Pflegeheime gibt – und wo Angebote fehlen.
  • Auch die Stadtverwaltung nutzt das Tool für ihre Planungen, etwa beim Bau neuer Einrichtungen oder zur Beobachtung von Versorgungslücken.

Wo ist eigentlich die nächste Haltestelle? Oder die am schnellsten zu erreichende Apotheke? Bei Einrichtungen, die man nahezu täglich nutzt, muss man bei Fragen wie diesen wohl nicht lange überlegen. Anders sieht es wahrscheinlich mit Angeboten aus, die man bislang noch nicht brauchte: Welcher Spielplatz liegt bei uns um die Ecke oder wo ist das nächstgelegene Pflegeheim? Und andersherum: Wo sind weiße Flecken auf der Stadtkarte, also etwa Lücken in der Nahversorgung? Aufschluss darüber – und über viele andere Bereiche – gibt das Sozialinfrastrukturkataster, das die Stadt nun aktualisiert hat und online mithilfe einer Kartenansicht abrufbar ist.

Erfasst sind unter anderem Einrichtungen und Angebote aus den Bereichen Gesundheit und Pflege, Mobilität und Nahversorgung, Bildung, Kinder- und Jugendarbeit, Sport, Kultur sowie Verwaltungsstandorte. Dazu gehören etwa Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Spiel- und Sportplätze, Museen, Bibliotheken und Supermärkte. Daten wie diese, die im Alltag der allermeisten Mülheimerinnen und Mülheimer eine Rolle spielen, bündelt das Sozialinfrastrukturkataster, das derzeit über 1400 Standorte aus rund 60 Themenbereichen der kommunalen Daseinsvorsorge umfasst.

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Sozialinfrastrukturkataster zeigt Angebot in Mülheim auf einen Blick

Diese Daten sind jetzt in der Stabsstelle Sozialplanung und Statistik zusammengefasst und für das Kataster aufbereitet worden. Ziel sei es, die Vielfalt und räumliche Verteilung der sozialen Infrastruktur in Mülheim transparent darzustellen – zugänglich nicht nur für Experten, sondern auch für Bürger.

Marcus Sprenger, Leiter der Stabsstelle Sozialplanung und Statistik, und Mülheims Sozialdezernentin Daniela Grobe (r.) stellten das frei zugängliche Sozialinfrastrukturkataster vor.
Marcus Sprenger, Leiter der Stabsstelle Sozialplanung und Statistik, und Mülheims Sozialdezernentin Daniela Grobe (r.) stellten das frei zugängliche Sozialinfrastrukturkataster vor.© WAZ | Katja Bauer

Aber auch die Verwaltung selbst nutze das Sozialinfrastrukturkataster bei Anfragen aus den einzelnen städtischen Bereichen. Die Daten wurden bereits für unterschiedliche Planungsprozesse genutzt, wie Sozialdezernentin Daniela Grobe bei der Vorstellung des Tools erklärte. Wenn etwa eine neue Alteneinrichtung gebaut werden solle, erhalte das zuständige Team aus der Stadtentwicklung über das Programm einen Überblick. Oder auch bei der Schulplanung könne man sich Daten für jede Adresse in Mülheim anzeigen lassen – etwa dazu, welche Schule fußläufig im Umkreis liegt.

Mülheims Sozial-Kataster: Eine Art digitaler Ersatz für die Gelben Seiten

Eingebettet sind die Mülheimer Daten in die frei verfügbare, webbasierte Open-Source-Software „KomMonitor“. Auf den ersten Blick erscheint diese etwas sperrig, nicht gerade intuitiv in der Anwendung. „Ja, die Software zeichnet sich nicht gerade durch Nutzerfreundlichkeit aus“, räumte Marcus Sprenger, Leiter der Stabsstelle Sozialplanung und Statistik, ein.

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Die visualisierten Daten böten aber eine gute Basis für jeden – etwa als Ersatz für die Gelben Seiten, die man früher in gedruckter Form zurate zog, meint Daniela Grobe. Für die Stadtverwaltung könne das Sozialinfrastrukturkataster auch eine Art Frühwarnsystem sein, betonte die Sozialdezernentin: „Wir sehen damit die Entwicklung über einen Zeitraum und können entsprechend reagieren und planen.“