Fahrradkultur gehört auf die große Leinwand – zumindest, wenn es nach den Machern und Gästen des International Cycling Film Festivals geht. Das ICFF feierte in diesem Jahr sein 20. Jubiläum vom 19. bis 21. März und brachte zahlreiche Besucher in die Flottmann-Hallen in Herne. Das Programm war ausverkauft. Höhepunkt des Festivals war die Vergabe der „Goldenen Kurbel“, des wichtigsten Preises der Veranstaltung.

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Ausgezeichnet wurde der ungarisch-französische Animationskurzfilm „27“ von Flóra Anna Buda. Der Film wurde bereits bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes mit der Goldenen Palme für den besten Kurzfilm ausgezeichnet und hat nun auch die Jury des ICFF überzeugt.
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„27“ erzählt von einer jungen Ungarin an ihrem 27. Geburtstag. Noch im Elternhaus lebend, erlebt sie ihren Alltag als beengt und von Frustration geprägt. Zugleich wächst in ihr der Wunsch, auszubrechen.
„In eindringlichen Bildern verschränken sich Traumsequenzen mit der Realität, zu der auch eine symbolträchtige Fahrradfahrt mit anschließendem Fahrradsturz gehört, die Willen zur Freiheit und Verletzlichkeit zum Ausdruck bringen“, so ICFF-Initiator Gernot Mühge in einer Pressemitteilung.
Großer Preis der Jury in Herne geht nach Frankreich
Rund 800 Besucherinnen und Besucher kamen über das gesamte Wochenende zum Festival, davon mehr als 300 ins Hauptprogramm – ein neuer Publikumsrekord. Zahlreiche Filmschaffende sowie Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland waren vor Ort und präsentierten ihre Arbeiten persönlich. Die Abende moderierte der österreichische Autor, Lyriker und Slam-Poet Yannick Steinkellner.
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Den zweiten Platz, den Großen Preis der Jury, erhielt der französische Regisseur Yannick Muller für seinen Film „Malo fait du vélo“. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen Julien, einem jungen Autisten mit dem Wunsch nach einer Freundin, und seinem Bruder Malo, der sich fürsorglich um ihn kümmert. Als beide auf Malos Ex-Freundin Mia treffen, entwickelt sich eine Geschichte über Liebe, Nähe und Verantwortung.
Über das International Cycling Film Festival
Das International Cycling Film Festival wurde 2006 gegründet und widmet sich Filmen rund um das Fahrrad. Die Eröffnung findet traditionell in den Flottmann-Hallen in Herne statt. Anschließend wird das Programm bei rund 20 Gastspielen im In- und Ausland gezeigt. Veranstaltet wird das ICFF vom Europäischen Büro für Filmkunst und Fahrradkultur e. V. Die „Goldene Kurbel“ gilt nach Angaben des Festivals als bedeutendster Preis für Fahrradfilme weltweit und bezeichnet sich selbst als „Oscar des Fahrradfilms“.
Der dritte Platz sowie der Publikumspreis gingen an die niederländische Komödie „Kutyuppen“ („Fucking Yuppies“) von Thorn de Vries. Der Film ist der erste Festivalbeitrag, der sich mit Elektrorädern beschäftigt. Im Verlauf der Handlung nehmen diese jedoch eine wenig glückliche Entwicklung.
Souvenir Albert Richter und „Bester Vampirfilm“
Ein weiterer Preis des Festivals ist das „Souvenir Albert Richter“, das für den besten Radsportfilm vergeben wird. In diesem Jahr ging die Auszeichnung in die USA: Johnny Yager wurde für seinen Film „Le Tour“ geehrt. Außerdem erhielt der Bochumer Filmemacher Marc Papenheim eine besondere Anerkennung der Jury. Sein Werk „Biss auf den Schlauch“ wurde mit einer „Honorable Mention“ in der Kategorie „Bester Vampirfilm“ ausgezeichnet.





