Zusammenfassung

  • Die Tierhilfe Recht auf Leben in Gladbeck kümmert sich um eine wachsende Zahl von Streunerkatzen und versorgt aktuell acht verwaiste Katzenbabys, die von Hand aufgezogen werden müssen.
  • Die ehrenamtlichen Helferinnen der Tierhilfe betreuen mehrere Futterstellen im Stadtgebiet.
  • Eine erfolgreiche Rettungsaktion zeigt die Hingabe der Helferinnen, die Tag und Nacht arbeiteten, um eine scheue Katzenfamilie aus einem Schuppen zu retten.

Sie sind noch so winzig, dass sie eigentlich gar nicht von ihrer Mutter getrennt sein dürften. Aber das Leben ist manchmal hart. Vor allem für die vielen Streunerkatzen, die auch auf Gladbecks Straßen leben. Um die vergessenen oder auch verstoßenen Samtpfoten im Stadtgebiet kümmert sich schon seit einigen Jahren das Team der Tierhilfe Recht auf Leben. Im Moment haben die Frauen jede Menge zu tun.

Gladbecker Tierhilfe: Das Leid wird immer größer!

Schon vor einiger Zeit hat die Tierhilfe einen Hilferuf in eigener Sache rausgeschickt. „Das Leid wird immer größer“, so Patrizia Wahl, die Vorsitzende des Vereins, im Mai im Gespräch mit der Redaktion. Bedeutet: Die Zahl der Streunerkatzen in Gladbeck wächst. An den Futterstellen der Tierhilfe tauchen viele trächtige Katzen auf. Können sie von den Tierrettern gesichert werden, haben sie zumindest das Glück, ihren Nachwuchs in Ruhe und gut versorgt auf einer Pflegestelle zur Welt bringen zu können.

Auch Katzenbaby Otterlilli muss noch ordentlich wachsen, bevor sie in ihr Für-immer-Zuhause umziehen kann. Sie wird auf einer Pflegestelle der Gladbecker Tierhilfe in Gelsenkirchen betreut.
Auch Katzenbaby Otterlilli muss noch ordentlich wachsen, bevor sie in ihr Für-immer-Zuhause umziehen kann. Sie wird auf einer Pflegestelle der Gladbecker Tierhilfe in Gelsenkirchen betreut.© Tierhilfe Gladbeck

Doch es gibt auch immer mal wieder tragische Fälle, wenn beispielsweise die Katzenmutter zu krank ist, um ihre Babys zu versorgen. Acht solcher gerade einmal wenige Wochen alten Zwerge haben die Ehrenamtlichen der Tierhilfe gerade zu versorgen: Bali, Fiji, Keks, Krümel, Muck, Pooh, Otterlilli und Luca halten die Tierhilfe gerade ganz schön auf Trab. Die kleinen Fellknäule sind alle Ende Juni geboren. Die Kleinen sind noch so winzig – und sie müssen alle von Hand aufgezogen werden. Das bedeutet: Der Nachwuchs bekommt alle paar Stunden ein Fläschchen.

Manchmal sind die Katzenmütter zu krank, um sich um den Nachwuchs kümmern zu können

Die Geschwisterpaare Bali und Fiji, Keks und Krümel sowie Muck und Pooh teilen ein Schicksal: Ihre Katzenmütter litten an schweren Entzündungen, konnten sich nicht um ihre Kitten kümmern. Otterlilli und Luca sind keine Geschwister. Otterlilli wurde um den 18. Juni herum geboren und zum Glück wenige Tage später alleine gefunden. Luca wurde am 22. Juni geboren. Seine Mutter durfte ihn aufgrund einer Krankheit nicht säugen. Jetzt werden beide auf einer Pflegestelle in Gelsenkirchen liebevoll aufgepäppelt.

Der kleine Bali gehört ebenfalls zu den winzigen Katzenbabys, die von der Tierhilfe Gladbeck gerade per Hand aufgezogen werden.
Der kleine Bali gehört ebenfalls zu den winzigen Katzenbabys, die von der Tierhilfe Gladbeck gerade per Hand aufgezogen werden.© Tierhilfe Gladbeck

An eine Vermittlung ist im Moment noch nicht zu denken, da die acht Katzenbabys noch viel zu klein sind. Vor den Tierrettern liegt also noch jede Menge Betreuungszeit, bevor die Samtpfoten in ein neues Zuhause umziehen können. Dabei geht es auch nicht allein um das Füttern und Aufpäppeln. Fahrten zum Tierarzt stehen an, die Katzenbabys müssen geimpft werden. Das frisst viel Zeit – und teuer ist es auch.

Die aufwändige Arbeit der Gladbecker Tierhilfe Recht auf Leben

Dabei ruht ja auch die weitere Arbeit der Tierhilfe nicht. Die Frauen betreuen gleich mehrere Futterstellen, verteilt über das Gladbecker Stadtgebiet. Dort werden die Streunerkatzen versorgt, und wenn nötig auch medizinisch betreut und auf jeden Fall auch von einem Tierarzt kastriert. Darüber hinaus sichern die Tierretter dort auch trächtige Katzen sowie Muttertiere und ihre Babys. Alles mit dem Ziel, die Katzen in ein neues Zuhause zu vermitteln, sobald sie bereit dafür sind.

So eine Katzenfamilie einzufangen, kann auch schon mal ordentlich Zeit in Anspruch nehmen, wie dieses Beispiel zeigt: Eine Mutterkatze hatte sich mit ihren beiden Kitten in einem Schuppen versteckt. Die Tiere waren sehr scheu, so die Tierhilfe, weil Anwohner sie mit Gegenständen beworfen hatten. In der Regel versuchen die Helferinnen immer erst die Katzenbabys und zum Schluss das Muttertier zu fangen.

Eine Fangaktion, die über Tage ging

Bei dieser Aktion ging allerdings erst die Mutter in die Falle. Ein Baby folgte recht rasch. Das zweite Katzenkind aber war nicht so einfach von der Aktion zu „überzeugen“. Es hatte sich irgendwo in den Müllbergen in dem Schuppen versteckt. Tag und Nacht wechselten sich die Frauen ab, um den Katzennachwuchs in die Falle zu bekommen.

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Drei Tage lang blieb die Suche erfolglos. Dann beschlossen die Tierretterinnen, den Schuppen auszuräumen. Dafür spannten sie zuerst an der Schuppentür ein Netz, damit das Katzenkind nicht stiften gehen konnte. Das erschwerte zwar das Ausräumen des Schuppens, war aber tatsächlich nach einigen Stunden von Erfolg gekrönt: Das Katzenkind konnte eingefangen werden. „Alle Anwohner, die uns mittlerweile kannten, applaudierten“, beschreibt das Team der Tierhilfe Recht auf Leben die erfolgreiche Aktion auf ihrer Homepage.

>> So kann man die Arbeit der Tierhilfe Recht auf Leben unterstützen

Diese Geschichte ist gut ausgegangen. Und sie zeigt, wie sehr die Helferinnen in ihrer Arbeit für die Streunerkatzen in Gladbeck aufgehen. Wer den Verein dabei unterstützen möchte, kann dies zum Beispiel in Form einer Spende tun. Auf das Spendenkonto der Tierhilfe Recht auf Leben bei der Stadtsparkasse Gladbeck: Tierhilfe R.a.L. e.V., Iban: DE52 4245 0040 0074 0025 02, oder per Paypal: info@tierhilfe-ral.de.

Auch über eine Mitgliedschaft würde sich der Verein freuen, ebenso wie über weitere Pflegestellen für die Katzen. Alle Informationen auf tierhilfe-ral.de.