Zusammenfassung
- Die Zahl der streunenden Katzen in Gladbeck steigt, und die ehrenamtliche Tierhilfe Recht auf Leben kümmert sich um ihre Versorgung und Vermittlung.
- Futterstellen im Stadtgebiet bieten den Streunern Schutz, hier können die Tiere auch gesichert werden.
- Die Tierhilfe benötigt Unterstützung in Form von Spenden und Mitgliedschaften, um den Streunern weiter helfen zu können.
Auf den ersten Blick fallen sie kaum auf. Streunende, besitzerlose Katzen sind eher scheue Tiere. Und wer kann auf den ersten Blick auch schon unterscheiden, ob es sich bei der Samtpfote vor einem um einen Freigänger oder eine Katze ohne Zuhause handelt? Aufmerksam wird man erst, wenn beispielsweise an einer Futterstelle auf einmal ganz viele Tiere auftauchen. Und solche Futterstellen, eingerichtet von Tierschützern, gibt es einige in Gladbeck. Die Zahl der Streunerkatzen nimmt nämlich immer mehr zu, weiß Patrizia Wahl von der Tierhilfe Recht auf Leben. Und sie sagt: „Das Leid wird immer größer!“
So haben streunende Katzen in Gladbeck die Chance auf ein besseres Leben
Seit elf Jahren sind die ehrenamtlichen Tierretter in Gladbeck aktiv. Die Helferinnen – ja, es sind ausschließlich Frauen – kümmern sich in der Stadt um die Katzen, um die sich sonst kaum jemand schert.
- Premiere in Deutschland: Beisetzung in Urnenkammern mit Gladbecker Motiven
- Polizeieinsatz: Müll und Pkw auf früherem Möbelparadies-Parkplatz bereiten Ärger
- Fremde blockieren Parkplatz? Diese App verspricht Betroffenen kostenlose Hilfe
- „Man sitzt mitten in der Nacht teilweise wieder senkrecht im Bett“
- Nach Angriff mit Auto auf Mann: 43-Jähriger aus Gladbeck wird angeklagt
Gemeinsam opfern die Ehrenamtlichen viel Freizeit, um die Tiere einzufangen, medizinisch zu versorgen, auf Pflegestellen wieder aufzupäppeln, um sie dann irgendwann möglichst in gute Hände vermitteln zu können. Eine Chance für die Streuner auf ein zweites, gutes Leben. Dafür haben die Helferinnen an unterschiedlichen Stellen, verteilt aufs ganze Stadtgebiet, geschützte Futterstellen eingerichtet. Dort können die Tiere betreut, versorgt und auch gesichert werden.
Die Winter sind hart für Streuner
Patrizia Wahl, Tierhilfe Recht auf Leben
Erst vor kurzem ist noch eine weitere Futterstelle hinzugekommen. Sie war von einer Privatperson eingerichtet worden. Weil dort aber mit der Zeit immer mehr Katzen zu versorgen waren, ist nun die Tierhilfe zur Unterstützung eingesprungen. Ganz viele der Streuner dort mussten medizinisch versorgt werden, zudem gab es viele trächtige Katzen.
Gut 35 Katzen hat die Tierhilfe Gladbeck bereits gesichert und kastrieren lassen
„Es ist unglaublich, mit wie vielen Katzen wir es in diesem Jahr schon zu tun hatten. Und wir haben erst Mai“, sagt Patrizia Wahl. Die Vorsitzende der Tierhilfe Recht auf Leben blickt deshalb besorgt auf die kommenden Monate.
Auch interessant
Bislang hat sie gemeinsam mit ihrem Team schon gut 35 Samtpfoten beim Tierarzt kastrieren lassen. Vier trächtige Tiere wurden gesichert, und zwei Katzen mussten eingeschläfert und so von ihrem Leiden erlöst werden.

„Das Leben auf der Straße ist nicht leicht, auch wenn es im Sommer einfach scheint. Aber die Winter sind auf jeden Fall hart“, sagt Patrizia Wahl. Trotzdem sichert die Tierhilfe nicht alle Katzen. „Es gibt auch die, die als Streuner erstmal gut klarkommen.“ Doch das könne sich ändern, wenn die Katzen alt werden, oder krank.
Geholfen wird den Streunern auf unterschiedliche Weise
Aus diesem Grund sind die Futterstellen, die auch Unterschlupfmöglichkeiten für den Winter bieten, eine gute Option für die Tierretter, um die Katzen auch auf lange Sicht genau im Auge behalten zu können. So können die Helferinnen einschreiten, sobald es notwendig wird. „Wir haben aber auch schon Streuner gesichert, die sich dann so an ihr neues Leben in Sicherheit gewöhnt habe, dass sie noch nicht mal mehr kurz vor die Tür wollten“, erzählt Patrizia Wahl. So unterschiedlich wie die Katzen sei eben auch die Hilfe, die sie bekommen.
[Gladbeck-Newsletter: hier gratis abonnieren | Folgen Sie uns auch auf Facebook und auf Instagram | Hier gibt‘s die aktuellen Gladbeck-Nachrichten einmal am Tag bei WhatsApp | Auf einen Blick: Polizei- und Feuerwehrartikel | Alle Artikel aus Gladbeck]

Täglich (außer Samstag)
Gladbeck-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Die Helferinnen opfern einen Großteil ihrer Freizeit, um sich um Gladbecks vierbeinige Streuner zu kümmern. Und an den Futterstellen tauchen auch immer wieder trächtige Tiere auf, oder auch Katzen, die ihre Babys bereits bekommen haben. Dann sei es immer Aufgabe, so Wahl, zuerst den Nachwuchs und zum Schluss erst das Muttertier einzufangen. „Die Babys können allein nicht überleben, und in ihrer verzweifelten Suche nach der Mutter verschwinden sie.“ Deshalb rät die Tierhilfe immer auch allen Tierfreunden von Einfangversuchen in Eigenregie ab. Besser sei es, die Tierretter zu informieren und um Hilfe zu bitten.
>> So kann man die Tierhilfe Recht auf Leben unterstützen
Hilfe kann das engagierte Team der Tierhilfe Recht auf Leben im Übrigen auch immer selber gut gebrauchen. Und das in jedweder Art, egal ob in Form von Spenden oder einer Mitgliedschaft. Denn die Arbeit für die Streuner ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer. Jeder Tierarztbesuch ist sozusagen eine finanzielle Herausforderung. Auch Pflegestellen für die gesicherten Streuner werden immer gesucht.
Wer die Gladbecker Tierhilfe unterstützen möchte: Der Verein hat seinen Sitz an der Horster Straße 217, Rufnummer 0171 9456224. Wie man helfen kann, erfährt man aber auch auf der Homepage der Tierschützer, tierhilfe-ral.de.






