Die geplante Werksschließung von Ineos Phenol in Gladbeck hält die Stadt weiterhin in Atem – am Donnerstag wurde das Aus für den Standort in Zweckel erneut in der Ratssitzung der Stadt thematisiert. Einstimmig wurde dabei verabschiedet: Der Rat stellt sich mit einer Resolution an die Seite der 279 Beschäftigten, ihrer Familien sowie an die Seite des Betriebsrates und der Industriegewerkschaft IGBCE.

Durch Resolution soll geplante Schließung von Ineos in Gladbeck überdacht werden

Beantragt wurde die Resolution von der SPD, die ihre Haltung in diese Richtung zuvor schon deutlich gemacht hatte. „Die angekündigte Schließung ist ein schwerer Schlag für unsere Region. Sie bedeutet nicht nur den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze, sondern stellt auch eine erhebliche Belastung für unsere lokale Wirtschaft, Infrastruktur und das soziale Gefüge unserer Stadt dar“, so Bürgermeisterin Bettina Weist.

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Laut Stadt fordere die verabschiedete Resolution die Unternehmensführung von Ineos auf, die geplante Schließung zu überdenken, ein Bekenntnis zum Standort Gladbeck abzugeben, eine soziale Verantwortung für die Mitarbeitenden zu übernehmen sowie durch Investitionen eine zukunftsfähige Perspektive zu schaffen.

Für die Stadt Gladbeck ist der Erhalt des Industriestandorts zukunftsweisend

Gladbecks Bürgermeisterin Bettina Weist befürchtet eine erhebliche Belastung der lokalen Wirtschaft, sollte Ineos Phenol den Standort Gladbeck tatsächlich schließen.
Bettina Weist, Bürgermeisterin Gladbeck

Zuvor hatte Weist auch die Landesregierung aufgerufen, in die Gespräche mit Ineos Phenol einzutreten. Denn: „Für die Stadt Gladbeck ist der Erhalt des Industriestandorts zukunftsweisend. Dieser Industriestandort ist das Rückgrat unserer Wirtschaft, und ich werde alles daransetzen, ihn zu stärken und zu erhalten“, so Gladbecks Bürgermeisterin.

CDU Gladbeck will Arbeitsplätze in Gladbeck sichern – auch über Ineos Phenol hinaus

Auch die Grünen hatten Ineos Phenol bereits aufgefordert, die Schließung des Werks in Zweckel zu überdenken. Nach der jüngsten Ratssitzung äußert sich jetzt auch die CDU gegenüber unserer Redaktion. Laut dem Bürgermeisterkandidaten der Partei, Peter Rademacher, sei zu berücksichtigen: „Es muss verhindert werden, dass die Menschen in eine finanzielle Schieflage geraten.“ Daher müssten zunächst die Mitarbeiter und ihre Familien in den Blick genommen werden.

Sollte die Entscheidung unumkehrbar sein, müsste man sich bereits fragen, was nach Phenol Chemie kommt

Peter Rademacher ist Bürgermeisterkandidat der CDU Gladbeck
Peter Rademacher, CDU-Bürgermeisterkandidat

Gleichzeitig mache die derzeitige Situation auch die verfehlte Bundespolitik in den Bereichen Wirtschaft, Energie und Bürokratie deutlich. In Kürze werde Rademacher demnach zusammen mit Landrat Bodo Klimpel und dem Bundestagsabgeordneten Nicklas Kappe ein Gespräch mit der Werksleitung und nach Möglichkeit auch mit dem Betriebsrat führen.

„Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung. Sollte diese unumkehrbar sein, müsste man sich bereits fragen, was nach Phenol Chemie kommt“, so Rademacher. „Gladbeck braucht Arbeitsplätze und soll auch in Zukunft ein Standort mit hochwertigen Industriearbeitsplätzen sein.“