Seit einer Testphase im Jahr 2024 wird der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) in Gelsenkirchen von einem Diensthund, seit diesem Jahr sogar von einem zweiten Tier, unterstützt. Wie Yasemin Kurnaz, Teamleiterin des KOD, in der jüngsten Sitzung des Fachausschusses für Ordnung und Prävention mitteilte, musste einer der beiden Hunde seitdem in lediglich fünf konfliktträchtigen Situationen eingreifen – allerdings nicht etwa per Biss, sondern per Stoß.

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Die Wirkung der Hunde zeige sich ohnehin vielmehr dadurch, indem sie eben nicht zur Tat schreiten müssten. Seit der ersten Testphase schätzt man bei der Stadt vor allem die „deeskalierende“ Wirkung der Tiere, die mit einem Maulkorb ausgestattet sind. Sind sie dabei, würden viele Ansprachen wesentlich harmonischer verlaufen, „aggressives“ und „provozierendes Verhalten“ nehme spürbar ab, heißt es in einem Evaluationsbericht der Stadt.
Zweiter Diensthund ist in Gelsenkirchen vor allem in den Sommermonaten unterwegs
Damit trage der Einsatz der Tiere auch zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls bei den Dienstkräften bei, die seit Jahren mit immer mehr Respektlosigkeit und Widerstand umgehen müssen. Deswegen gehören seit 2024 auch Bodycams zur Standardausstattung des Ordnungsdienstes.
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Den ersten Diensthund setzt die Stadt in den Monaten Mai bis September täglich in der Spätschicht ein. Der ergänzende Hund ist von Mitte Juni bis Ende August schwerpunktmäßig freitags bis sonntags in der Spätschicht unterwegs.
Die Einsatzschwerpunkte liegen insbesondere in den Nachmittags- und Abendstunden sowie an Orten „mit erhöhtem Konflikt- und Beschwerdeaufkommen“, heißt es. Hierzu zählen insbesondere Einsatzlagen im Zusammenhang mit größeren Personenansammlungen, der Nutzung öffentlicher Grün- und Parkanlagen und unerlaubtem Grillen.
Stadt: Hund steigert „subjektives Sicherheitsgefühl“ der Gelsenkirchener
Mit diesem selektiven Einsatz der Tiere konnte die Stadt laut Yasemin Kurnaz auch der angespannten Haushaltslage gerecht werden. Man habe bislang grob 18.000 Euro für den Einsatz des zweiten Diensthundes ausgegeben. Die Koalition aus SPD, CDU, Grünen und FDP hatte für 2026 insgesamt zusätzliche 30.000 Euro für den Ausbau der Diensthundestaffel per Haushaltsantrag durchgebracht und damit eines der ersten zahlreichen ordnungspolitischen Versprechen aus ihrem Kooperationsvertrag umgesetzt. Mit den zusätzlichen Geldern liegt das Diensthunde-Budget im Haushalt insgesamt bei 90.000 Euro.
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Überwiesen werden muss das Geld an eine externe Sicherheitsfirma. Geführt wird das Tier nämlich von beauftragtem Sicherheitspersonal des Unternehmens ICTS Germany. Der KOD selbst ist nicht an der Ausbildung oder an der Haltung der Tiere beteiligt. Dabei handelt es sich um Schutzhunde „unterhalb des Polizeiniveaus“, wie Mark Haverkamp, Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung, im Ausschuss betonte. Polizeihunde seien „dauerhaft scharf“ und könnten „deutlich aggressiver“ auftreten, der Hund beim KOD sei da grundsätzlich zurückhaltender.
Positiv bewertet die Stadt auch die Wirkung der Hunde auf das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Menschen. „Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung fallen weiterhin positiv aus“, heißt es. Regelmäßig werde dem KOD gespiegelt, dass der Einsatz der Diensthunde „als sichtbares Zeichen einer präsenten und handlungsfähigen Ordnungsbehörde wahrgenommen wird“.
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Kritisch gesehen wird das Diensthundemodell von Parteien wie der Linken und AUF. Im Ordnungsausschuss hinterfragte unter anderem die AUF die Verhältnismäßigkeit der Einsätze. Bei wirklich gefährlichen Situationen könne es sinnvoller sein, die Polizei hinzuzuziehen als den Hund einzusetzen, meinte Ordnungausschuss-Mitglied Sven Sewzik (AUF).
Ursprünglich diskutierte man vor allem bei der CDU auch das Modell, sich eine feste Diensthundestaffel mit der Nachbarstadt Essen zu teilen. Dort wird das Ordnungsamt nach einer Testphase mittlerweile auch regelmäßig von einem Schutzhund begleitet.






