Zwei „Lost Places“ in der Gelsenkirchener Innenstadt sollen bald Geschichte sein: Das Gelände der seit Jahren leer stehenden Sozialtherapeutischen Anstalt und des früheren Amtsgerichts an der Munckelstraße/Overwegstraße wird bald zur Großbaustelle. Denn dort plant das Evangelische Klinikum einen modernen Campus für Seelische Gesundheit. Nun steht fest, wann Abriss und Neubau beginnen sollen. Damit gibt es erstmals einen konkreten Zeitplan für das Vorhaben, dessen Pläne schon länger existieren.

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Die Abbrucharbeiten der Gebäude sind laut Klinik ab November 2026 vorgesehen. Spätestens im Mai 2027 soll dann der Bau der neuen Klinikgebäude starten, Mitte 2029 soll der Campus fertig sein. Den Weg für die Umsetzung ebnete das Land NRW im vergangenen Jahr mit einer Förderzusage über rund 39,7 Millionen Euro. Von dem „Millionenregen“ profitierte auch die Knappschaft Kliniken Gelsenkirchen-Buer: Für den Ausbau der Kinder- und Jugendmedizin wurden weitere 24,5 Millionen Euro bewilligt.
Zweijährige Abriss- und Bauarbeiten in der Gelsenkirchener Innenstadt
Geplant sind zwei miteinander verbundene Klinikneubauten mit zwei bis sechs Obergeschossen. Dort sollen unter anderem Teile der Klinik für Seelische Gesundheit, die Psychiatrische Institutsambulanz und die bislang an der Bruchstraße untergebrachte Tagesklinik einziehen. Langfristig ist eine Erweiterung des modular geplanten Komplexes möglich. Auch an der Munckelstraße 32 ist ein Neubau geplant. Dort, wo derzeit die Beratungsdienste des Diakoniewerks untergebracht sind, soll eine Wohngruppe des Wichernhauses für betreutes Wohnen und soziale Hilfen entstehen.

Das Konzept, an dem unter anderem der Chefarzt der Psychiatrie am EvK, Prof. Peer Abilgaard, beteiligt war, setzt auf eine moderne Sozialpsychiatrie mit einem offenen Konzept. Nutzbare Außenbereiche sollen Raum für Ruhe, Bewegung und Sport bieten. „Die Klinik soll bewusst kein abgeschotteter Ort sein“, sagte Abilgaard in einem früheren Gespräch. „Wir wollen die strengen Grenzen auflösen.“
Ziel sei es, ambulante, teilstationäre und vollstationäre Angebote möglichst eng miteinander zu verbinden. Gleichzeitig verschwinden mit dem ehemaligen Amtsgericht und der früheren Sozialtherapeutischen Anstalt zwei Gebäude, die seit Jahren leer stehen und das Bild an dieser Stelle der Innenstadt prägen. Einen „echten Gewinn für das Stadtbild“, so nennt es Olaf Walter, der Konzerngeschäftsführer und Sprecher für den Bereich Gesundheitswirtschaft des EVA Ruhr.
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Anwohner sollen über zweijährige Bauarbeiten informiert werden
Derzeit stimmt sich das Krankenhaus nach eigenen Angaben mit den Fachbehörden der Stadt über den Bauantrag, die Abbrucharbeiten und die Verkehrsführung während der Bauzeit ab. Die Baustellenlogistik soll laut der Verantwortlichen überwiegend über den Bereich an der Kreuzung beziehungsweise Einfahrt von der Overwegstraße zur Munckelstraße abgewickelt werden, „um auch so die Belastungen für die angrenzenden Anwohner zu minimieren bzw. zu vermeiden“.

Lärm und Staub ließen sich während der zweijährigen Abbruch- und Bauphase nicht vollständig vermeiden, erklärt das Klinikum in einem Schreiben an die Nachbarschaft. Gearbeitet werden solle grundsätzlich werktags zwischen 7 und 20 Uhr. Einsätze an Sonn- und Feiertagen seien bislang nicht vorgesehen.
Über die Pläne und die voraussichtlichen Auswirkungen der Bauarbeiten will das EvK die Anwohnerinnen und Anwohner am Mittwoch, 16. September, um 17.30 Uhr informieren. Das Gespräch findet im EvK Gelsenkirchen, 10. Obergeschoss, Besprechungsraum 1, an der Munckelstraße 27 statt. Fragen zum Bauprojekt nimmt das Klinikum zudem unter neubaupsychiatrie@evk-ge.de entgegen.






