Die Grünen in Gelsenkirchen haben ihre amtierende Landtagsabgeordnete İlayda Bostancıeri einstimmig als Direktkandidatin zur Landtagswahl 2027 nominiert. Die 31-Jährige sitzt seit 2022 im Landesparlament und will erneut für den Süd-Wahlkreis in Gelsenkirchen (Landtagswahlkreis 74/Gelsenkirchen II) antreten.

Täglich (außer Samstag)
Gelsenkirchen-Newsletter: Jetzt anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bostancıeri trat in den vergangenen Jahren vor allem in den Bereichen der Queer- und Innenpolitik in Erscheinung. Die gebürtige Coesfelderin ist Mitglied im Ausschuss für Gleichstellung und Frauen, im Innenausschuss und im Petitionsausschuss. Als studierte Sozialarbeiterin war sie vor ihrer Zeit als Landtagsabgeordnete als Familienhelferin bei der Lebenshilfe Duisburg beschäftigt.
Grünen-Kreisverband hebt Bostancıeris Einsatz für zweites Frauenhaus hervor
Der Grünen-Kreisverband hob in einer Pressemitteilung zur Nominierung hervor, dass sich Bostancıeri als Grünen-Sprecherin für Frauen, Gleichstellung und Queerpolitik unter anderem „erfolgreich dafür eingesetzt hat, dass Gelsenkirchen endlich ein zweites Frauenhaus bekommt“. Zudem habe sie das Antidiskriminierungsgesetz „entscheidend mitgeprägt“. Das Gesetz soll stärkeren Schutz vor möglicher Diskriminierung durch Staatsbeschäftigte schaffen, gilt jedoch im öffentlichen Dienst als umstritten.
„Sie hat sich mit Nachdruck für die Interessen der Menschen in Gelsenkirchen eingesetzt und zum Beispiel die Altschuldenlösung mit erkämpft. Darauf sind wir stolz“, erklärte der Kreisverband zudem über ihre Kandidatin. Die Abgeordnete selbst betonte: „Ich habe noch viel vor und große Lust, mich fünf weitere Jahre für die Menschen in Gelsenkirchen einzusetzen.“
Bostancıeri zog 2022 über die Liste der Grünen in den Landtag ein. Zwar war sie nur auf Listenplatz 27, aufgrund des damaligen historischen Wahlerfolgs der Grünen (18,2 Prozent, + 11,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017 NRW-weit) konnte sie jedoch einen Sitz im Parlament erhalten. Auch in Gelsenkirchen, wo es die Grünen traditionell besonders schwer haben, wurde die Partei zweistellig (12 Prozent). Die SPD siegte damals mit 37,5 Prozent in Gelsenkirchen, die CDU kam auf 27,1 Prozent, die AfD auf 10,4 Prozent, die FDP auf 3,4 und die Linke auf 1,9 Prozent.
Parteien setzen auf Amtsinhaber
Die Landtagswahlergebnisse verteilen sich in Gelsenkirchen auf zwei Wahlkreise: Wahlkreis 73 (Gelsenkirchen I/Recklinghausen V) umfasst Teile von Gelsenkirchen und Gladbeck, Wahlkreis 74 (Gelsenkirchen II) den Rest Gelsenkirchens. Wer für den Wahlkreis 73 antreten soll, wollen die Grünen am 13. Juli 2026 entscheiden.
Damit stehen mittlerweile folgende Landtagskandidaten für Gelsenkirchen fest. Im Süd-Wahlkreis: Sebastian Watermeier (SPD), Hobie Fischbach (CDU), Enxhi Seli-Zacharias (AfD), İlayda Bostancıeri (Grüne). Im Nord-Wahlkreis: Christin Siebel (SPD) und Nils-Peder Dobratz (CDU). Damit setzen die Parteien bislang auf Kontinuität: Bis auf die CDU-Kandidaten vertreten alle Kandidaten Gelsenkirchen bereits als Landtagsabgeordnete in Düsseldorf.





