Im Marienhospital Gelsenkirchen wurde der erste muslimische Gebetsraum eröffnet. Die KERN-Gruppe hat damit den Startschuss gegeben, um an allen Krankenhausstandorten einen entsprechenden Rückzugsort für Muslime zu schaffen. Nach und nach sollen in allen acht KERN-Kliniken eigene Gebetsräume eingerichtet werden.

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Der muslimische Gebetsraum befindet sich im zehnten Stock des Marienhospitals, direkt neben der Kapelle. Bislang gab es lediglich innerhalb der Kapelle eine kleine Ecke, die für das muslimische Gebet reserviert war.

Propst Pottbäcker: „Ein gutes und ein wichtiges Zeichen“

Vertreter des Krankenhausträgers und der beteiligten Religionsgemeinschaften betonten bei der Eröffnung die Bedeutung des neuen Angebots. „Gerade in diesen Tagen und Wochen erleben wir mit Blick auf die internationale Politik wieder, wie widerlich Glauben für machtpolitische Entscheidungen und Handlungen missbraucht wird. Gerade deshalb ist es sehr schön, dass dieser Gebetsraum jetzt eröffnet wird – es ist ein gutes und es ist ein wichtiges Zeichen“, betonte Propst Markus Pottbäcker, der KERN-Aufsichtsratsvorsitzende.

Nicht nur für Propst Pottbäcker (li.) ein „wichtiges Zeichen“: Vertreter von KERN und der beteiligten Religionsgemeinschaften bei der Eröffnung des neuen Gebetsraums.
Nicht nur für Propst Pottbäcker (li.) ein „wichtiges Zeichen“: Vertreter von KERN und der beteiligten Religionsgemeinschaften bei der Eröffnung des neuen Gebetsraums.© FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

Für Manuel Bäuerle, den Krankenhausgeschäftsführer des Marienhospitals Gelsenkirchen, ist die Eröffnung des muslimischen Gebetsraums darüber hinaus eine logische Folge des beruflichen Alltags in Ückendorf. „Es ist im Krankenhaus schon lange Realität, dass Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen miteinander arbeiten. Daher ist es sehr schön, dass jetzt auch ein muslimischer Gebetsraum vorhanden ist.“

Muslimischer Gebetsraum in Gelsenkirchen: Idee entstand im interreligiösen Arbeitskreis

Der neue Raum ist auch für Serdar Yilmaz von der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) mehr als einfach nur ein Raum. „Es ist ein Raum der Stille, des Gebets und des Trostes. Und der Raum ist ein Zeichen für die Religionsfreiheit und das friedliche Miteinander der Religionen“, teilte Yilmaz mit.

Entstanden ist die Idee im interreligiösen Arbeitskreis in Gelsenkirchen, in dem Christen, Juden und Muslime zusammenarbeiten. Von der ersten Idee bis zur Eröffnung am 13. April verging ein Dreivierteljahr.