Als die Polizei die Wohnungstür aufbricht, ist Schäferhund Leo allein. Es liegt alles voll mit Müll, die Luft ist miserabel – und dazwischen der zurückgelassene Hund mit entzündeten Pfoten. Das Tierheim in Duisburg macht den traurigen Fall jetzt in einem Video in den sozialen Netzwerken öffentlich – und sucht für das Tier mit der bewegten Geschichte ein liebevolles Zuhause.

Täglich (außer Samstag)
Duisburg-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Jeden Abend die wichtigsten News und exklusive Storys aus Duisburg – persönlich, mit Angeberwissen, Event- und Gastro-Tipps.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Leo wurde ohne Wasser und Futter in einer völlig verdreckten Messi-Wohnung zurückgelassen“, erklärt Anna Koltermann, die sich im Tierheim an der Lehmstraße in Neuenkamp um die Hunde kümmert. Ende Mai wurde der auf neun Jahre geschätzte Hund von den Behörden sichergestellt, jetzt kann der Rüde vermittelt werden. Nachbarn hatten damals sein Bellen und Jaulen gehört und Alarm geschlagen.
Auch interessant
Schäferhund Leo: Tierheim Duisburg rettet stark vernachlässigtes Tier
Was die hinzugerufenen Tierschützer vor Ort vorfinden, ist nach Koltermanns Schilderung nur schwer zu ertragen. Leo ist in der Küche eingesperrt. Als sie die Tür öffnen, läuft er sofort zur verdreckten Toilette. „Er hat direkt Wasser und Futter gesucht“, sagt sie. Danach irrt der Schäferhund ziellos durch die völlig zugestellte Wohnung. Draußen ist er offenbar lange nicht gewesen: In den verwahrlosten Räumen liegen Fäkalien.
Leo geht sofort mit den Pflegern mit und lässt sich problemlos ins Auto verladen, erklärt Anna Koltermann. „Er hat direkt zwei Liter Wasser getrunken.“ Im Tierheim zeigt sich dann, wie schlecht es dem Schäferhund körperlich geht: Er hat kaum Muskeln, Treppen schafft er allein nicht. Mit einem Tragegurt wird ihm geholfen. Der Rüde wird gebadet und ausgekämmt und bekommt endlich Pflege. Seine Pfoten sind inzwischen abgeheilt.


Leo sucht Ruhe: Im Tierheim fällt dem Schäferhund das Entspannen schwer
Den Glauben an die Menschen hat Leo trotzdem nicht verloren. Vom ersten Tag an ist er friedlich und verschmust. „Er ist super offen mit Menschen“, sagt Koltermann. Artgenossen dagegen kann er anfangs gar nicht ausstehen, inzwischen hat sich auch das deutlich gebessert. Er ist draußen an lockerer Leine unterwegs, schnuppert gerne, beobachtet viel und würde ohne Zweifel mehr laufen, als ihm guttut, erklärt die Hundetrainerin.

Für sportliche Höchstleistungen ist er aber zu alt. Kleine Runden reichen, dazu bekommt er weiter Physiotherapie. Was ihm dagegen zu schaffen macht, ist das Tierheim selbst: Leo kommt dort kaum zur Ruhe. Schäferhundtypisch reagiert er auf jeden Reiz und nimmt seine Rolle als Aufpasser ernst – auch wenn es nichts zu bewachen gibt. Die Anspannung legt er nur schwer ab. Umso mehr genieße er gerade Spaziergänge.
Auch interessant
„Wasser findet Leo total toll“, sagt Koltermann. Ideal wären deshalb Menschen, die gerne am Wasser unterwegs sind, Erfahrung mit der Rasse haben – und dem Hund einen ruhigen Altersplatz bieten. Die Wohnung sollte ebenerdig sein, am besten mit Garten. Andere Tiere im Haushalt kommen nicht infrage.
Neue Halter sollten wissen, dass Leo seine Vergangenheit manchmal einholen kann: Dann würde er womöglich aus der Toilette trinken oder sich am Müll bedienen. Doch er lernt mehr und mehr, alte Muster abzulegen. Im Zwinger haben die Pfleger ihm mehrere Wassernäpfe hingestellt, damit er versteht: Es ist genug da, er muss nicht sofort alles leer trinken. Das erkennt Leo mittlerweile, doch es braucht Geduld und Zuwendung. „Er ist ein toller Hund“, ist Anna Koltermann überzeugt.
Eine Chance für Leo: Hund sucht ein Zuhause
Wer sich für Leo interessiert, sendet bitte einen ausgefüllten Interessenten-Fragebogen, der online auf www.tierheimduisburg.de als Download zur Verfügung steht, per Mail an info@duisburger-tierheim.de.
Danach nimmt das Team des Tierheims Kontakt auf, um den weiteren Ablauf zu besprechen. Weitere Infos gibt es per Mail oder montags bis sonntags telefonisch von 10 bis 16 Uhr unter 0203 93 55 090.







