Ein Video aus Duisburg hat am Donnerstag für Entsetzen gesorgt: Bei 34 Grad und praller Sonne war eine Französische Bulldogge an einem Geländer am Rhein angebunden – ohne Wasser, ohne Schatten. Das Tierheim Duisburg veröffentlichte die Aufnahmen in sozialen Netzwerken. Tausende Menschen kommentierten auf Facebook und Instagram den Beitrag empört.

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„Und mittendrin: ein Hund, der einfach zurückgelassen wurde“, schrieb das Tierheim zu dem Video. „Wir können nicht verstehen, wie man ein Lebewesen, das einem vertraut, einfach so seinem Schicksal überlassen kann.“ Solche Fälle gehörten zum Alltag des Tierheims an der Lehmstraße in Neuenkamp, heißt es in dem Beitrag weiter. „Und trotzdem macht es uns jedes Mal aufs Neue fassungslos.“
Doch am Freitag nahm der Fall eine Wendung, berichtet Tierheimleiter Lutz Kazcmarsch: So habe sich die Familie des Hundes letztlich gemeldet. Das Tier sei entlaufen, habe sie angegeben. Möglicherweise habe ein Passant die Bulldogge an dem Geländer festgebunden, erklärt der Tierheimleiter – angesichts praller Sonne und hoher Temperaturen für ihn aber unbegreiflich: „Wie verrückt muss man sein? Das Tier hätte einen Hitzschlag bekommen können.“ Besser wäre aus seiner Sicht ein Anruf beim Tierheim gewesen.
Tierheim leidet unter Katzenflut: Immer mehr Fundtiere aufgenommen
Solche Anrufe zu Fundtieren hat es in den vergangenen Wochen zahlreich gegeben, ordnet der Tierheimleiter ein. In seiner Stimme schwingt auch ein bisschen Verzweiflung mit. „Die Situation ist eine Katastrophe. Wir wissen nicht mehr, wohin mit den Tieren.“ Dass unliebsame Tiere einfach ausgesetzt werden, sei in den Sommerferien kein neues Phänomen, in diesem Jahr für das Tierheim aber besonders spürbar.
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180 Katzen werden aktuell im Tierheim betreut, viel zu viele für die nicht mehr zeitgemäßen Räumlichkeiten an der Lehmstraße. „Jedes zweite Tier ist krank“, schildert Kazcmarsch. Durch Kastrationen, Impfungen und die Behandlung von Parasiten sei der finanzielle Aufwand enorm. Auch die Sanierung von Zähnen verursache hohe Kosten. Aufgrund der hohen Zahl der Tiere ist das Tierheim auch über Futterspenden froh, vor allem über getreidefreies Nassfutter, auch für Kitten.

Hundesenior Rob sucht ein liebevolles Zuhause ohne langes Alleinsein
Jedes ausgesetzte Tier wühlt den Leiter auf, doch gerade alte Tiere gehen ihm ans Herz. „Alte Tiere müssen sich komplett neu orientieren. Das ist nicht einfach. Sie verstehen nicht, was los ist.“ Er denkt dabei gleich an den zwölfjährigen Mischlingsrüden Rob, der als Fundtier in die Einrichtung kam. Da sich bislang niemand nach ihm erkundigt hat, muss das Tierheim leider davon ausgehen, dass der Senior ausgesetzt wurde.

Rob hat altersbedingt gesundheitliche Probleme: Sein Gehörgang ist chronisch verändert und er ist taub. Alleine zu bleiben, fällt ihm schwer – seinen Unmut darüber kann er durchaus lautstark deutlich machen. Für sein zukünftiges Zuhause wünscht sich das Tierheim deshalb Menschen, bei denen längeres Alleinbleiben nicht zum Alltag gehört.
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Trotzdem hat Rob im Tierheim schon einen kleinen Fanclub. Der Hundeopa weiß ziemlich genau, was er möchte, und kann ebenso charmant wie eigensinnig sein. Auf seinen Spaziergängen lässt er sich gerne Zeit, schnuppert ausgiebig und erkundet in aller Ruhe seine Umgebung. Mit anderen Hunden kommuniziert er deutlich und ist sozial kompetent. Ideal wäre für Rob ein ruhiges Zuhause, gerne mit Garten und ohne Kinder oder weitere Tiere.
Eine Chance für Rob: Tiere suchen ein Zuhause
Wer sich für Rob oder eines der anderen Tiere interessiert, sendet bitte einen ausgefüllten Interessenten-Fragebogen, der online auf www.tierheimduisburg.de als Download zur Verfügung steht, per Mail an info@duisburger-tierheim.de.
Danach nimmt das Team des Tierheims Kontakt auf, um den weiteren Ablauf zu besprechen. Weitere Infos gibt es per Mail oder montags bis sonntags telefonisch von 10 bis 16 Uhr unter 0203 93 55 090.







