Während die allermeisten Duisburger das Sommerwetter und die freien Pfingsttage genossen, war es für Anwohner des Toeppersees wieder ein zermürbendes Wochenende. Ihre Fotos dokumentieren das Ausmaß des Besucheransturms – und dessen Folgen.

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Klappstühle, Garnituren und Zelte stehen am Sonntagnachmittag dicht an dicht auf der Grillwiese. Rauchschwaden und Kohlegeruch ziehen durch die angrenzenden Gärten. Autos parkten kreuz und quer im Wohngebiet und am Waldrand. Immer wieder rücken Teams des Ordnungsamts an, um Griller auf Verstöße hinzuweisen, schildern mehrere Nachbarn.
Ärger über Grills und Partys: Polizei rückt in der Nacht zum Toeppersee aus
„Das ganze Wochenende herrscht hier das reinste Chaos“, berichtete eine Anliegerin am Sonntag. „Am Spielplatz verdecken Menschen ihr Gesicht, weil sie im Qualm ersticken. Und wenn man falsch geparkte Autos fotografiert oder Griller darauf anspricht, dass am Ufer nicht gegrillt werden darf, werden sie richtig aggressiv.“

Selbst in der Nacht kehrte keine Ruhe ein. Von Sonntag auf Montag feierte ein harter Kern am Ufer bis in die Früh. Um 3.15 Uhr reichte es Hozan Seyrek, der direkt neben der Grillfläche wohnt. Er rief die Polizei. Beamte rückten an und erteilten fünf Platzverweise gegen singende Besucher, wie die Leitstelle bestätigt.
Nachbarn hofften auf hohe Brandgefahr an Pfingsten
Viele Anwohner blickten am Wochenende gespannt auf den Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Springt er auf die zweithöchste Gefahrenstufe 4, gilt automatisch ein Grillverbot in allen ausgewiesenen Grillzonen der Stadt, etwa am Biegerpark und Stadtpark Meiderich sowie am Toepper-, Uettelsheimer und Lohheider See.
Noch am Wochenende hatten Prognosen des DWD zeitweise darauf hingedeutet, dass Duisburg am Montag und Dienstag die kritische Stufe 4 erreichen könnte. An Messstationen ganz in der Nähe trat dies am Pfingstmontag ein, unter anderem am Flughafen Düsseldorf und in Tönisvorst.
Doch die Toeppersee-Anlieger wurden am Montagmorgen enttäuscht: Der Wert blieb bei 3. Auch für Dienstag sagten die DWD-Fachleute keine höhere Brandgefahr mehr voraus. Und so bruzelten schon am Mittag wieder die ersten Würstchen am See. Gegen 14 Uhr waren der Parkplatz am Hallenbad und die umliegenden Straßen bereits voll.
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Hier ist das Grillen in Duisburg grundsätzlich verboten
Zum Hintergrund: Der Graslandfeuerindex misst die Gefahr, dass trockene Vegetation Feuer fängt. Er reicht von Stufe 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr). Ab Stufe 4 greift automatisch ein Verbot, das in der Sicherheits- und Ordnungsverordnung der Stadt Duisburg steht. Dann sind Grills selbst in ausgewiesenen Zonen tabu, genauso wie kohlebefeuerte Shishas.
Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern geahndet werden. Je nach Fall sind bis zu 1000 Euro möglich, bei Verstößen in Grünanlagen oder im Wald auch deutlich mehr. Keinen Einfluss hat der Index auf städtische Straßen, Gehwege, Waldflächen sowie die Ufer an Rhein und Ruhr, denn dort darf grundsätzlich nicht gegrillt werden.
Die aktuelle Einstufung des DWD und die Vorhersage für die kommenden vier Tage sehen Sie auf unserer NRW-Karte:
Am 1. Mai galt ein Grillverbot in Duisburg
Wäre der Wert an Pfingsten doch auf Stufe 4 gesprungen, wäre es das zweite Mal in diesem Jahr gewesen, dass Grills in den beliebten Zonen an einem langen Feiertagswochenende ausbleiben müssen. Denn auch am 1. Mai erreichte die Brandgefahr in Duisburg den kritischen Wert.
Damals zeigte sich, dass viele Ausflügler den Index offenbar nicht regelmäßig im Blick haben und vom Verbot nichts wissen. Das Ordnungsamt sprach 94 Verwarnungen aus und führte rund 530 Aufklärungsgespräche – allein bei Kontrollen am Toeppersee, Uettelsheimer See und im Meidericher Stadtpark. Hinzu kamen weitere Verstöße wegen unerlaubten Shisha-Rauchens, Wildpinkelns, Müllablagerungen und Ruhestörungen.

Stadtverwaltung arbeitet an neuen Grillregeln
Gerade in Rumeln-Kaldenhausen kochen die Diskussionen hoch. Anwohner kämpfen seit zwei Monaten mit einer Online-Petition für ein dauerhaftes Grillverbot rund um den Toepper. Darauf drängten zuletzt auch die Bezirksvertreter von CDU und SPD in Rheinhausen.
Der Rat der Stadt hat Anfang Mai aber einen anderen Beschluss gefasst. Demnach soll das Rathaus nun ein Konzept erarbeiten, mit dem das Grillen auf öffentlichen Grünflächen in ganz Duisburg stärker gesteuert werden kann.
Graslandfeuerindex: Werte können sich schnell ändern
Mehrere Städte und Kreise in NRW verbieten das Grillen in Parkanlagen und auf öffentlichen Grillplätzen, wenn der Graslandfeuerindex des DWD eine hohe Stufe erreicht. In Bochum gilt das Verbot schon ab Stufe 3, in Duisburg ab Stufe 4.
Der DWD veröffentlicht die Werte täglich neu. Sie beziehen sich jeweils auf den aktuellen Tag und können sich bei veränderter Wetterlage kurzfristig ändern.
An vielen Grillzonen hängen Hinweisschilder mit QR-Codes, über die der aktuelle Wert direkt abrufbar ist. Wer unsicher ist, sollte den Index unmittelbar vor dem Grillstart prüfen.





