Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann haben den Beweis schwarz auf weiß: Mit satten 48 km/h war der Raser auf dem Werksgelände im Duisburger Süden unterwegs. Erlaubt sind dort gerade mal 30 km/h. Der Übeltäter kommt trotzdem ungeschoren davon: In die Radarfalle von HKM ist ein Vogel gerast.

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Es ist Sonntag, 17. Mai, 17.55 Uhr, als der mobile Blitzer von HKM auslöst. Das Stahlwerk nimmt es mit Humor: „Kennzeichen? Fehlanzeige. Führerschein? Hat er nicht. Unser schnellster ‚Raser‘ der Woche hat Federn statt Reifen“, schreibt der Konzern auf seinen Social-Media-Seiten.
Den tierischen Raser hat HKM inzwischen identifiziert: „Meine Mitarbeiterinnen waren sicher, es muss sich um einen Mausersegler handeln“, sagt HKM-Sprecher Peter Schelkle. Die rasanten Gleiter, die oft mit Schwalben verwechselt werden, erreichen laut NABU eine Spannweite von bis zu 48 Zentimetern. Nach Analyse des Beweisfotos geht HKM davon aus, dass der Schnabel links zu sehen ist – wäre er rechts, entspräche der Körperbau eher dem einer Gans.
Welcher Vogel rast übers HKM-Gelände? Das sagt ein Experte
Ein anderes Federvieh sieht hingegen ein Vogelexperte beim BUND Duisburg auf dem Foto: „Das ist sehr wahrscheinlich eine gewöhnliche Straßentaube“, sagt Michael Kladny. „Die werden immer total unterschätzt. Aber wenn die Gas geben, sind die richtig schnell.“
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Richtig Gas geben, das ist etwas, das auf dem Werksgelände normalerweise strengstens untersagt ist. HKM betrachtet den gefiederten Raser zwar mit einem Schmunzeln, verquickt seinen Post aber mit einem ernsten Hinweis: Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Werksgelände gelte aus gutem Grund: „Wir möchten, dass jeder morgens heil ins Werk fährt und abends wieder heil zurück.“
Ob der Mauersegler oder die Taube zur Tatzeit auf dem Weg in den Feierabend war, ist nicht bekannt – eine Zeugenbefragung hat nicht stattgefunden. mit sari






