Der Zoo Duisburg freut sich über einen tierischen Neuzugang: Ab sofort lebt wieder ein Capybara in der Südamerika-Anlage. Die auch als Wasserschweine bekannten Tiere haben von 1988 bis 2012 am Kaiserberg gewohnt. Nun erfolgt die Rückkehr der Tierart, die in sozialen Netzwerken durch ihre Ruhe und Gelassenheit zu einem Internetphänomen geworden ist.

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Das Weibchen ist am Mittwoch aus dem benachbarten Zoo Krefeld an den Kaiserberg gezogen. Aktuell läuft die Eingewöhnung des größten Nagetiers der Welt. Im Tierpark wird das Capybara mit Tapiren und großen Ameisenbären auf einer Anlage mit Wasserflächen und Rückzugsorten gehalten. Noch lebt das Weibchen in einem Vorgehege. Das Tier wird derzeit nach und nach mit den beiden Tapiren und den Ameisenbären vergesellschaftet.

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„Capybara sind sehr soziale und anpassungsfähige Tiere. Uns war wichtig, ihm ausreichend Raum und Struktur zu bieten, damit es sich sicher fühlt und sein natürliches Verhalten zeigen kann“, erklärt Revierleiter Florian Thaller. Ein Detail wird in der Pressemitteilung des Zoos aber nicht erwähnt: Capybara sind hochsoziale Tiere und leben in freier Wildbahn in Gruppen.

Ein Bild aus dem Jahr 2006 zeigt die Wasserschweine, die in der Vergangenheit am Kaiserberg gelebt haben. Jetzt wird wieder ein Tier dieser Art im Zoo Duisburg gehalten.
Ein Bild aus dem Jahr 2006 zeigt die Wasserschweine, die in der Vergangenheit am Kaiserberg gelebt haben. Jetzt wird wieder ein Tier dieser Art im Zoo Duisburg gehalten.© NRZ | GEINOWSKI, Friedhelm

Capybara ohne Artgenossen: Tier im Zoo Duisburg soll einen Partner bekommen

Auch im Säugetiergutachten, das die Mindestanforderungen für die Haltung von Säugetieren in zoologischen Gärten zusammenfasst, wird mindestens eine paarweise Haltung empfohlen. Das Gutachten wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht. Es werden nicht nur Gehegegrößen formuliert, sondern es gibt etwa auch Hinweise zur Gestaltung der Areale und zur Beschäftigung der Tiere. Die genannten Vorgaben dienen etwa den kontrollierenden Amtsveterinären als Richtschnur – sind aber gesetzlich nicht bindend. Zoos versuchen, die Standards umzusetzen.

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Folgt der Zoo Duisburg bei seinem Capybara nicht der Empfehlung? Auf Nachfrage der Redaktion gibt eine Sprecherin des Zoos Entwarnung: „Perspektivisch soll das Weibchen in Duisburg mit einem weiteren Capybara vergesellschaftet werden.“ Bis dahin wird das Tier aber ohne Artgenossen am Kaiserberg leben.

Im Zoo Krefeld werden die Capybaras in Gruppen gehalten. Auch der Zoo Duisburg plant „perspektivisch“ für das Weibchen eine Vergesellschaftung mit einem Artgenossen.
Im Zoo Krefeld werden die Capybaras in Gruppen gehalten. Auch der Zoo Duisburg plant „perspektivisch“ für das Weibchen eine Vergesellschaftung mit einem Artgenossen.© FUNKE Foto Services | Kai Kitschenberg

Zoo Duisburg setzt auf Vergesellschaftung verschiedener Tierarten

Die Vergesellschaftung mit anderen Arten ist gleichzeitig Teil des Haltungskonzeptes im Zoo Duisburg. Ziel sei es, unterschiedliche Tierarten gemeinsam in einer naturnah gestalteten Umgebung zu halten und dabei ihr Sozialverhalten sowie ihre ökologischen Zusammenhänge erlebbar zu machen. „Gemeinschaftsanlagen sind für unsere Gäste besonders spannend, weil sie Einblicke in komplexe Lebensräume ermöglichen. Gleichzeitig fördern sie das Wohlbefinden der Tiere“, sagt Zoodirektorin Astrid Stewin.

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Doch auch hier wirft das Säugetiergutachten zumindest Fragen auf. So heißt es in dem 300 Seiten langen Dokument, dass bei Wasserschweinen eine Vergesellschaftung mit anderen Säugetieren wie Maras oder Guanakos möglich ist. Jedoch wird hier auch eine Einschränkung formuliert: „Die Vergesellschaftung mit Tapiren ist dagegen problematisch.“ Für den Hintergrund ist dabei wichtig: Das Gutachten wurde 2014 veröffentlicht und seitdem nicht mehr fortgeschrieben.

Der Zoo Duisburg argumentiert deshalb: „Erkenntnisse über die Haltung der verschiedenen Arten entwickeln sich stetig weiter. Die jüngste Praxis zeigt, dass es erfolgreiche Vergesellschaftungen mit Tapiren gibt“, merkt eine Zoosprecherin an. So leben beispielsweise im Zoo Dortmund Capybaras und Flachlandtapire zusammen. Auch das jetzt am Kaiserberg lebende Capybara aus Krefeld kennt die gemeinsame Haltung mit Tapiren. Aktuell ist das Weibchen noch von den Tapiren in Duisburg getrennt. „Erste Begegnungen am Zaun sind positiv verlaufen“, erklärt eine Zoosprecherin.

Sie lebt jetzt im Zoo Duisburg mit dem Capybara zusammen: eines der Tapir-Weibchen im Tierpark am Kaiserberg. (Archivfoto)
Sie lebt jetzt im Zoo Duisburg mit dem Capybara zusammen: eines der Tapir-Weibchen im Tierpark am Kaiserberg. (Archivfoto)© Stadt Duisburg | Tanja Pickartz