Im Duisburger Hauptbahnhof halten seit dem 13. Oktober wieder Züge an den beiden modernisierten Bahnsteigen mit den Gleisen 5 und 6 sowie 8. Das wirft erneut Fragen auf, die sich schon viele Reisende gestellt haben: Warum gibt es in Duisburg sechs Bahnsteige mit Gleisen von 1 bis 13? Warum fehlt Gleis 7? Die Antwort: Es fehlt gar nicht.

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Die Bahn schildert den Fahrgästen im Fußgängertunnel Gleis 7 nur nicht aus, weil es für Passagiere irrelevant ist: Gleis 7 hat keinen Bahnsteig, in darauf fahrende Züge kann man in der Gleishalle nicht einsteigen. Denn „Gleis 7 ist ein Durchfahrgleis“, erklärt Bahnhofsmanager Klaus Oberheim. Offiziell nennt die Bahn es Rangiergleis.
Hauptbahnhof Duisburg: Wo liegt Gleis 7?
Auf den nun wieder zugänglichen Bahnsteigen zu den Gleisen 5/6 und 8/9 kann man sich das Gleis ohne Bahnsteig anschauen. Wer an Gleis 6 oder 8 steht, kann das Rangiergleis sehen – es ist nicht versteckt wie das berühmte Gleis 9 3/4, an dem Harry Potter in den Hogwarts-Express einsteigt. Gleis 7 verläuft, logisch, zwischen den Gleisen 6 und 8.

Darum ist der Abstand zwischen den Bahnsteigen links und rechts davon größer als der zwischen anderen Bahnsteigen. Das hat auch Auswirkungen auf die Duisburger Welle, das neue Dach: Die „Zwischenwelle“ zwischen den Wellensträngen ist die breiteste – sie überdeckt statt zwei Gleisen die Gleise 6, 7 und 8.
Vom Lost Place zum Wahrzeichen: Der Umbau des Duisburger Hauptbahnhofs in Fotos
Ein Durchfahrgleis für viele Zwecke
Welchen Zweck solch ein Rangiergleis hat? Darüber rollen zum Beispiel Güterzüge, Transport- und Bauzüge. „Oder leere Züge auf dem Weg in eine Werkstatt“, weiß Klaus Oberheim zu berichten. In Dortmund und Köln werden beispielsweise die ICE instandgehalten, das Werk der Bahn in Krefeld ist auf Instandhaltung und Unfallreparaturen spezialisiert. So ein Durchfahrgleis sorgt außerdem für Flexibilität, weil es auch für umgeleitete Züge genutzt werden kann, die laut Fahrplan ohnehin nicht in Duisburg halten.
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Während der Sanierung von Bahnsteigen und Hallendach war Gleis 7 für die Baustelle „besonders praktisch, weil wir es für Transporte und Bauzüge nutzen konnten, ohne dass wir auf den Abstand zu einem Bahnsteig achten mussten“, sagt Projektleiterin Anke Goldbaum-Adam. Gleis 7 dient also der Betriebsabwicklung, nicht dem allgemeinen Verkehr, und kann vielseitig genutzt werden. Das Gleis gibt es nach Angaben eines Bahnsprechers bereits seit der Errichtung der Halle, also seit Beginn der 1930er-Jahre. Durchfahrgleise haben auch einige andere Bahnhöfe, zum Beispiel der Düsseldorfer Hauptbahnhof (Gleis 8).

Duisburg Hbf hat noch ein Durchfahrgleis
Duisburg hat sogar ein zweites Betriebsgleis, das für Durchfahrten genutzt wird: Früher nannten es die Bahner „Gleis 400“. Es liegt anders als Gleis 7 etwas versteckt: Es verläuft außerhalb der Gleishalle, hinter der noch nicht ausgetauschten, alten Fassade, also ein paar Meter weiter westlich von Gleis 1.
Fahrgäste können häufiger beobachten, wie Güterzüge oder Loks ohne Waggons darüber rollen. Wie oft dieses „Gleis 400“ und Gleis 7 im Schnitt genutzt werden, dazu hat Bahnhofsmanager Klaus Oberheim keine Zahlen. Aber „alles in allem“, sagt er, „haben wir hier in Duisburg 700 Zugfahrten pro Tag.“

[Großbaustelle und Verkehrsknotenpunkt, Geschäftspassage und Einsatzort der Bundespolizei: Auf unserer Themenseite finden Sie Artikel über den Duisburger Hauptbahnhof.]
>> Einschränkungen an den Gleisen 9 und 10
- Am Dienstag, 14. Oktober, ist die nächste Phase beim Umbau des Duisburger Hauptbahnhofs gestartet: Die Arbeiter montieren die „Zwischenwelle“ über den Gleisen 9 und 10. Diese Verbindung des Dachs soll im Januar 2026 fertig werden.
- Für die Arbeiten müssen die Gleise 9 und 10 gesperrt werden, die dazugehörigen Bahnsteige 4 und 5 nochmal halbseitig. Bis Januar 2026 halten die Züge an anderen Gleisen.
- Danach startet im Februar die etwa einjährige Modernisierung des Bahnsteigs 2 (Gleise 3/4). 2028 will die Bahn mit dem Duisburger Hauptbahnhof fertig sein.
- Nach Angaben der Deutschen Bahn sind im Duisburger Hauptbahnhof täglich mehr als 60.000 Reisende und tausende weitere Besucher unterwegs.





































































