Zum wiederholten Mal ist die Feuerwehr Duisburg zum berüchtigten Weißen Riesen ausgerückt, um einen Brand in der benachbarten Tiefgarage zu löschen. Am späten Samstagabend, 11. Oktober, stand dort ein Auto in Flammen. Zwei Tage später ist klar: Die Behörden vermuten, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.

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Am Samstag drang schwarzer Rauch aus der Zufahrt, den Zugängen und Lüftungsschächten. Anwohner bemerkten den Qualm und wählten gegen 22.10 Uhr den Notruf. Die ersten Einsatzkräfte fanden ein brennendes Auto und bekämpften sofort die Flammen. Menschen waren nicht betroffen.

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Tiefgarage am Weißen Riesen: Feuerwehr setzt Spezialroboter ein

Weil die berüchtigte Tiefgarage sehr groß ist, hatten die Feuerwehrleute jedoch Schwierigkeiten, diese mit ihren regulären Hochdrucklüftern ausreichend vom Rauch zu befreien. Daher forderten sie einen speziellen Löschroboter an: das erst kürzlich in den Dienst gestellte Löschunterstützungsfahrzeug „LUF 60“.

Der ferngesteuerte Löschroboter bewegt sich auf Ketten, kann damit auch Treppen auf- und absteigen und er hat einen turbinenartigen Hochleistungslüfter – dies war für den aktuellen Einsatz entscheidend.

2022 musste sich die Duisburger Feuerwehr für einen Spezialeinsatz noch einen Löschroboter leihen, inzwischen hat sie ein eigenes ferngesteuertes Fahrzeug auf Ketten. (Archivbild)
2022 musste sich die Duisburger Feuerwehr für einen Spezialeinsatz noch einen Löschroboter leihen, inzwischen hat sie ein eigenes ferngesteuertes Fahrzeug auf Ketten. (Archivbild)

Die Tiefgarage war erst in der Nacht auf Sonntag um kurz nach 1 Uhr vom Rauch befreit. Ausgerückt waren insgesamt 33 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr sowie vier Kräfte des Rettungsdiensts.

Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf Brandstiftung

Die Polizei nahm die Ermittlungen auf und verkündete am Montag, dass sie Zeugen sucht. Die Staatsanwaltschaft zieht einen Brandsachverständigen hinzu. Beide Stellen äußern bislang keine Details zur möglichen Brandursache. Staatsanwältin Melanie Anderhub erklärt jedoch auf Nachfrage: „Das Verfahren wird derzeit gegen Unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung geführt.“

Kurz nachdem die Feuerwehr an der Tiefgarage eingetroffen war, löste zusätzlich ein Brandmelder im Weißen Riesen an der Ottostraße 58-64 einen Feueralarm aus. „Vor Ort bestätigte sich ein Kleinbrand in einer Wohnung – schnell gelöscht, keine Verletzten“, erklärt die Freiwillige Feuerwehr Homberg in den sozialen Medien.

Die Feuerwehr Duisburg ist am Samstagabend erneut zum Weißen Riesen ausgerückt.
Die Feuerwehr Duisburg ist am Samstagabend erneut zum Weißen Riesen ausgerückt.© Justin Brosch

Drei Autos brennen innerhalb von fünf Monaten

Der Brand vom Samstag sorgt im Viertel für Gesprächsstoff. Schließlich standen in der Garage neben dem berüchtigten Hochhaus dieses Jahr schon mehrmals Autos in Flammen.

Zum ersten und bislang größten Einsatz in der Tiefgarage rückte die Feuerwehr am 13. Mai aus. Ein abgestelltes Auto brannte und rund 80 Feuerwehrleute waren knapp zwei Stunden damit beschäftigt, das Feuer zu löschen. Die Behörden gingen damals von Brandstiftung aus.

Am 29. August beschäftigte das unterirdische Bauwerk erneut die Duisburger Feuerwehr, sogar zweimal an einem Tag. Zuerst brannte ein Reifenstapel, der schnell gelöscht war. Wenige Stunde später stand erneut ein Auto in der Garage in Flammen. Zudem wurde ein Stromkabel beschädigt. 45 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Zum wiederholten Mal ist die Feuerwehr Duisburg zum Weißen Riesen ausgerückt. In der Tiefgarage ist ein Auto abgebrannt.
Zum wiederholten Mal ist die Feuerwehr Duisburg zum Weißen Riesen ausgerückt. In der Tiefgarage ist ein Auto abgebrannt.© privat | Manuela Spitzwieser

Jetzt ist zum dritten Mal innerhalb von fünf Monaten ein Fahrzeug unter der Erde abgebrannt. Bemerkenswert ist: Die ganze Garage ist seit dem ersten Brand im Mai gesperrt. Es dürfen also weder Personen das Bauwerk betreten noch dürfen dort Autos abgestellt werden. Wie es dennoch zum Brand gekommen sein könnte – dazu machen Polizei und Staatsanwaltschaft bislang keine weiteren Angaben.

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Tiefgarage sorgt schon länger für Aufsehen

Auch abseits der Brände machte die Garage in diesem Jahr mehrmals negative Schlagzeilen. Der Chef der Verwaltungsfirma, die mit 170 Plätzen den größten Teil besitzt, berichtete im Frühjahr von Bedrohungen und Angst vor Übergriffen seiner Kollegen. Die Polizei bestätigte bislang keine dieser Taten oder entsprechende Anzeigen.

Ein weiteres Phänomen: Anwohner und Mieter der Stellplätze erklären übereinstimmend, dass regelmäßig fremde Autos unbefugt dort abgestellt werden. Zudem werden offenbar häufig Parzellen vermüllt und mit Sperrmüll vollgestellt.

Zu den drei verbliebenen Weißen Riesen in Hochheide gehören noch zwei große Tiefgaragen. Beide sind aktuell gesperrt. Das zweite Bauwerk zwischen dem Roten Riesen und der Ottostraße 18/20 ist bereits seit über einem Jahrzehnt wegen Einsturzgefahr versiegelt.