Großeinsatz an den berüchtigten „Weißen Riesen“ in Duisburg-Hochheide: Dort ist am Dienstagabend ein Feuer in einer der Tiefgaragen ausgebrochen. Fast 100 Retter waren an der XXL-Siedlung im Einsatz.

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Laut Feuerwehr wurde der Brand um 21.38 Uhr gemeldet. Sofort rückten Löschzüge von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr zu dem Komplex aus, das Feuer konnte in der Tiefgarage lokalisiert werden.

Unter Atemschutz gingen vier Trupps in das unterirdische Bauwerk, aus dem zu diesem Zeitpunkt dichter schwarzer Rauch kam. Vor Ort stellten sie dann fest, dass dort ein abgestelltes Auto in Flammen stand.
Feuer in Tiefgarage der „Weißen Riesen“ in Duisburg: Jetzt ermittelt die Kripo
Menschen hielten sich glücklicherweise nicht in der Tiefgarage auf. Die Rettungskräfte begannen mit den Löscharbeiten und konnten so verhindern, dass sich das Feuer weiter ausbreitete. Nach knapp zwei Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Insgesamt waren 80 Feuerwehrleute und elf Rettungsdienst-Kräfte im Einsatz.
Um die Löscharbeiten herum war es am Dienstagabend nach Angaben von Augenzeugen ruhig. Allerdings gab es kurzfristig Gerüchte, dass das angrenzende Hochhaus geräumt werden müsse. Ein Feuerwehrsprecher betonte aber, dass sich das Feuer ausschließlich auf die Tiefgarage bezogen habe. Eine Verrauchung des angrenzenden Hochhauses habe es nicht gegeben.
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Beim Kriminalkommissariat 11 haben Brandexperten die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ein Brandsachverständiger nahm zudem im Auftrag der Staatsanwaltschaft Spuren in der Tiefgarage genau unter die Lupe. Die bisherigen Erkenntnisse deuten nach Behördenangaben klar darauf hin, dass Unbekannte den Brand vorsätzlich gelegt haben.
Einen technischen Defekt an dem Wagen konnten die Experten ausschließen. Wer ist also für das Feuer verantwortlich? Zeugenhinweise nimmt die Kripo unter 0203 280 0 entgegen.
Tiefgarage sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen
Was man wissen muss: Der Brand brach in der geöffneten Tiefgarage im Bereich der Ottostraße 58 bis 64 aus, deren Zustand in den vergangenen Monaten mehrfach Negativschlagzeilen machte. Mitarbeiter einer Verwaltungsfirma, der dort 170 Stellplätze gehören, berichteten von Bedrohungen mit Messern und Angst vor Übergriffen.
Weitere Probleme stören Mieter, Anlieger und Behörden seit langem: Sie sprechen übereinstimmend von zig unangemeldeten Autos auf den Stellplätzen, Dreck und illegal abgestelltem Sperrmüll. Eine Brandstiftung passt da zur die schwierige Gemengelage.
Das angrenzende Hochhaus Ottostraße 58 bis 64 ist inzwischen über Duisburg hinaus bekannt für Erlebnisse dieser und ähnlicher Art. 2024 hatte die DHL über Monate keine Pakete an die Bewohner zugestellt, weil sich Postboten bedroht fühlten. Inzwischen trauen sich die Boten wieder in den Komplex mit 320 Wohnungen, aber nur an zwei Tagen in der Woche und nur in Begleitung eines Sicherheitsdiensts.

Eine zweite Tiefgarage mit über 500 Stellplätzen an den „Weißen Riesen“ ist seit nunmehr 13 Jahren versiegelt. Diese Tiefgarage liegt zwischen den sogenannten „Roten Riesen“ und dem Hochhaus an der Ottostraße 18/20, ist marode und gilt als dringend sanierungsbedürftig. Das Problem: Die Kosten dafür gehen nach bisherigen Einschätzungen in die Millionen. Die Sanierung ist nach Informationen der Redaktion beschlossene Sache, allerdings ist noch unklar, wie die Kosten des Mammutprojekts aufgeteilt werden sollen.
>>Die „Weißen Riesen“ sind Duisburgs bekannteste Hochhaussiedlung
- Die „Weißen Riesen“ sind Duisburgs wohl berüchtigtste Hochhaussiedlung. Immer wieder macht die XXL-Siedlung deutschlandweit Schlagzeilen.
- Ursprünglich bestand das Viertel aus sechs 60 Meter hohen Hochhäusern mit bis zu 320 Wohnungen. Sie wurden zwischen 1969 und 1974 errichtet. Gedacht waren die „Riesen“ vor allem für die Menschen, die in überalterten Zechenhäusern lebten.
- Zwei „Weiße Riesen“ wurden bereits 2019 und 2021 gesprengt. In diesem Jahr folgt dann das dritte Gebäude an der Ottostraße 54/56. Es ist seit Juli 2020 unbewohnt.




