Für die Kommunalwahl 2025 stellt Junges Duisburg (JUDU) erstmals einen OB-Kandidaten auf. Das Wählerbündnis beansprucht für sich, für viele von der GroKo in Duisburg umgesetzten Projekte die Ideen geliefert zu haben, darunter die Senkung der Gewerbesteuer und der Kita-Gebühren. „Duisburg besser machen“ will JUDU mit seinem Wahlprogramm. Das sind die Kernpunkte.
Kinder und Jugend
Junges Duisburg fordert kostenlose Kita-Plätze für alle Kinder vom dritten Lebensjahr bis zur Grundschule sowie kostenloses Mittagessen an den Grundschulen. Um Lehrer nach Duisburg zu locken, soll die Stadt Anreize schaffen wie eine Mietermäßigung bei Gebag-Wohnungen oder eine Jahreskarte fürs Theater. Bei Schulneugründungen sollen neue Gymnasien und Realschulen priorisiert werden.
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Spielplätze sollen nach Ansicht des Wählerbündnisses mit Sonnensegeln ausgestattet werden. Für junge Musiker soll die Stadt Proberäume bereitstellen.
Mobilität
Radwege sollen wo immer möglich baulich getrennt von der Straße geführt werden.
JUDU will die Busanbindung an den Innenhafen „massiv ausbauen“, die linke Rheinseite ans Straßenbahnnetz anbinden (die ersten Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie dazu liegen inzwischen vor), womöglich mit einer Seilbahn. Die Seilbahn vom Duisburger Hauptbahnhof bis zu 6-Seen-Wedau lehnt das Wählerbündnis als „Phantasieprojekt“ allerdings ab. Die Einsatzzeiten des on-demand-Angebots MyBus sollen auf den Tag ausgeweitet, die Taktung des Nahverkehrs verdichtet werden. Die geplanten Projekte Walsum-Bahn und Ratinger Weststrecke finden die Unterstützung von Junges Duisburg, hierfür braucht es allerdings Fördergelder.

Für flüssigen Verkehr soll nach dem Willen von JUDU eine grüne Welle auf Duisburgs Hauptverkehrsachsen sorgen. Die Tunnellösung für die A59 im Duisburger Norden lehnt Junges Duisburg mit Verweise auf die hohen Kosten und die lange Bauzeit ab. Für die Innenstadt soll es ein neues Parkleitsystem geben, das auch freie Stellplätze im öffentlichen Raum anzeigt. Eine Brötchentaste soll kurzzeitiges Parken kostenlos machen. Mehr Anwohnerparkplätze sollen Parkdruck aus den Vierteln nehmen, bei gleichbleibenden Gebühren. Bei Ladestationen für E-Mobilität spricht sich Junges Duisburg für „einen Nachfrage-gerechten Ausbau“ ein.
Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung
Junges Duisburg will mehr Personal des Ordnungsamts auf der Straße sehen und fordert außerdem „feste Ordnungsamtswachen in allen Stadtbezirken“ sowie „eine 24-stündige Erreichbarkeit des Ordnungsamts an sieben Tagen in der Woche“.

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Eine weitere Forderung: „Der Angstraum Kantpark ist einzuzäunen und konsequent zu überwachen.“ Der dortige Drogenkonsum und die Vermüllung seien „mit allen Mitteln abzustellen“. Cannabis-Konsum soll in öffentlichen Parks verboten werden, bestehende Verbotszonen um Kinderspielplätze sollen „vermehrt kontrolliert“ werden.

Haltestellen, Gehwege, Parks und Unterführungen will Junges Duisburg „bedarfsgerecht“ besser beleuchten. Stärkere Kontrollen gegen illegale Müllentsorgung werden gefordert.
Umgang mit Zuwanderung und Asyl
Geflüchtete will JUDU in einer zentralen Unterkunft unterbringen, die Bezahlkarte soll „schnellstmöglich“ eingeführt werden. Das Wählerbündnis will außerdem eine „Arbeitspflicht für Asylbewerber ermöglichen“. Für abgelehnte Asylbewerber sieht Junges Duisburg eine „konsequente Rückführung“ vor und fordert, „dass die Stadt alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzt, um dies effektiv umzusetzen.“
Die Ausländerbehörde soll mit mehr Personal ausgestattet werden. Die Schulpflicht bei Kindern aus Zuwandererfamilien „ist ausnahmslos durchzusetzen“.
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Junges Duisburg will ein städtisches Gründerzentrum einrichten. Außerdem sollen städtische Aufträge bevorzugt an lokale, mittelständische Unternehmen vergeben werden.
Stadtplanung
Die Innenstadt soll sich nach dem Willen von Junges Duisburg wandeln: Der Einkaufsbereich soll bewusst verkleinert werden, bei Problemen mit Bestandsgebäuden sollen Ankauf und Rückbau geprüft werden. Die Münzstraße soll durch diese Maßnahmen „zu einem lebendigen und einzigartigen Kreativquartier“ werden.

Für Fahrschüler soll ein Verkehrsübungsplatz gebaut werden.
Umwelt
Junges Duisburg will die Luftqualität verbessern, indem Tiny Forests und Frischluftschneisen eingerichtet werden. Oberirdische Schienenwege sollen begrünt, ehemals genutzte Flächen, für die es keine andere Verwendung gibt, aufgeforstet werden.
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Bei Dachbegrünung, Entwässerung oder Dämmung sollen die Stadt und ihre Töchter Gebäude „konsequent den ökologischen Energiestandards“ anpassen. Für private Bauherren soll Duisburg entsprechende Anreize setzen.
Stadtweit will JUDU umzäunte Hundewiesen ausgewiesen wissen.
Digitalisierung
Eine eigene KI für Duisburg soll Verwaltungsabläufe optimieren und automatisieren, die „Mein Duisburg“-App soll zur Bürgerservice-App ausgebaut werden, über die Termine vereinbart und Anträge gestellt werden können. Für den ÖPNV fordert JUDU „die flächendeckende Einführung von Live-Tracking“, so dass Fahrzeiten und Verspätungen in Echtzeit abrufbar sind. Sämtliche Sitzungen politischer Gremien sollen per Livestream zu sehen sein.
Personal und Finanzen
Die Stadt soll mehr Personal einstellen und mehr ausbilden, dafür Führungspositionen reduzieren. Bewerber auf Leitungsposten sollen in Duisburg wohnen müssen.
Die Hundesteuer will Junges Duisburg senken, für Rentner soll sie erlassen werden.
Kultur
Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit sollen kostenlos Theateraufführungen im Stadttheater besuchen können, der Eintritt in städtische Museen soll kostenfrei werden. Neue Zielgruppen für die Kultur will JUDU unter anderem mit „Theateraufführungen im Innenhafen“ und „Philharmoniekonzerten im Kantpark“ erschließen. In allen Bezirken sollen Flächen für Streetart freigegeben werden.
Sport
Die Eintrittspreise in die Duisburger Schwimmbäder sollen „flexibel“ und „erschwinglich“ gestaltet werden. An neuen Sportboxen in Parks und auf Spielplätzen sollen sich Bürger künftig Spiel- und Sportgeräte ausleihen können. Außerdem plant Junges Duisburg neue Boule-Plätze.
>> SO HABEN WIR ANALYSIERT
Für unsere Zusammenfassung der Wahlprogramme haben wir uns folgende Kriterien gesetzt:
• Inhaltliche Relevanz. Bei der Kommunalwahl geht es um die Zukunft der Stadt. Wir haben daher nur Positionen wiedergegeben, die sich auf diese Zukunft beziehen. Zusammenfassungen bereits gefasster Beschlüsse oder dessen, was eine Partei in der Vergangenheit erreicht haben möchte, lassen wir an dieser Stelle bewusst aus.
• Zuständigkeit der Stadt Duisburg. Am 14. September geht es um das, was die Parteien in Duisburg tatsächlich umsetzen können. Deshalb geben wir keine Ziele wieder, deren Erreichbarkeit von Landes- oder Bundespolitik abhängt.
• Eigene Leistung. Ziele, für deren Umsetzung es Fördermittel geben muss oder für die sie bereits angekündigt sind, lassen wir aus. An dieser Stelle soll’s um das gehen, was die Parteien selber erreichen können.
• Konkrete Ideen. In jedem Wahlprogramm finden sich Sätze, dass Duisburg besser, schöner, sauberer werden soll. Allgemeinplätze dieser Art haben daher in unserer Zusammenfassung keinen Platz. Stattdessen fassen wir die konkreten Ideen der jeweiligen Parteien zusammen, die sie zum Wie formuliert haben.
• Als Konsequenz fallen unsere Zusammenfassungen der Wahlprogramme unterschiedlich lang und unterschiedlich konkret aus. Darin spiegelt sich keine politische Präferenz, sondern die Ausgestaltung des jeweiligen Wahlprogramms.





