Kaum eine Flagge sorgte in den vergangenen Wochen für so viele Diskussionen wie die Regenbogenflagge. Am Duisburger Rathaus soll sie nun anlässlich des Christopher Street Days (CSD) am 26. Juli ungeachtet der bundesweiten Kontroverse gehisst werden. „Die Stadt Duisburg steht für Vielfalt, Freiheit und Solidarität. Die Regenbogenflagge und der CSD sind wichtige und sichtbare Zeichen für Akzeptanz und gegen Ausgrenzung“, macht Oberbürgermeister Sören Link (SPD) deutlich.

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Ende Juni hatte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) entschieden, dass die Regenbogenflagge zum CSD in Berlin nicht wehen dürfe. Auch wurde Mitgliedern der Bundestagsverwaltung verboten, als offizielle Gruppe am CSD in der Hauptstadt teilzunehmen. Als Begründung verwies Klöckner auf die Neutralitätspflicht des Bundestags.
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CSD in Duisburg: „Der Bundestag interessiert uns da herzlich wenig“
Für Duisburg hat das jedoch keine Konsequenzen: Der Vorsitzende des Vereins „DUPride“, Christian Karus, sieht in der umstrittenen Entscheidung auf Bundesebene keinen Anlass, die Flagge nicht zu hissen. Der Verein „DUPride“ organisiert den CSD in Duisburg und wird auch am 26. Juli vor Ort sein: „Der Bundestag interessiert uns da herzlich wenig“, erklärt er.
Im Gespräch mit dieser Redaktion betont Karus die Wichtigkeit der Veranstaltung: „Der CSD ist notwendiger denn je“. Besonders auch, weil im kommenden September in Nordrhein-Westfalen die Kommunal- und Oberbürgermeisterwahlen anstehen. Darauf verweist auch das Motto des CSD: „DU ha(s)t die Wahl: Wähl Vielfalt, Respekt, Toleranz“.
Unter diesem Motto werden am 26. Juli um 12 Uhr zunächst Oberbürgermeister Sören Link gemeinsam mit Vertretern von „DUPride“ die Regenbogenflagge vor dem Rathaus hissen. Danach wird es einen Demonstrationszug durch die Innenstadt von Mitgliedern und Unterstützern der LGBTQ+-Community (lesbisch, schwul, bi, trans und andere queere Personen) geben. Dieser mündet auf dem Averdunkplatz in ein großes Straßenfest mit zahlreichen Angeboten.
Sicherheit beim CSD: Polizei begleitet die Demonstration
In Gelsenkirchen war der CSD dieses Jahr im Mai spontan wegen einer „akuten Bedrohungslage“ kurzfristig abgesagt worden. „Sorgen bestehen und es ist ein mulmiges Gefühl“, bestätigt Christian Karus auch mit Blick auf den Duisburger CSD. Man sei aber gut aufgestellt und in Absprache mit der Polizei.
Die Behörde geht zurzeit von einem „störungsfreien Verlauf“ aus. Zwar sei es immer auch ein Blick in die Glaskugel, sagt Polizeisprecherin Julia Schindler. Aber: „Eine Woche vor der Veranstaltung ist noch keine Gegendemonstration angemeldet“. Trotzdem ist die Polizei natürlich mit Streifenkräften und Zivilpolizisten vor Ort. Sollte sich noch etwas an der Lage ändern, wird das Konzept entsprechend angepasst.
Zur allgemeinen Situation queerer Menschen in Duisburg konnte die Polizei keine Angaben machen. Straftaten gegen queere Menschen seien keine Kategorie in der Kriminalstatistik, erklärt Polizeisprecherin Julia Schindler.
Christian Karus vom Verein „DUPride“ berichtet dazu: „Dass schwule oder lesbische Paare in der Stadt beleidigt werden, ist gang und gäbe.“ Insgesamt hätten Anfeindungen auch wieder zugenommen. Doch immerhin: „Es hält sich in Grenzen.“ Gewaltandrohungen oder körperliche Übergriffe seien ihm nicht bekannt. Doch eine Studie des NRW-Gleichstellungsministeriums zeigt, dass queere Menschen häufig Gewalterfahrungen machen.
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>> CSD in Duisburg: Akzeptanzpreis und bunte Wahrzeichen
- Seit 2013 verleiht der Verein „DUPride e.V.“ jährlich den Akzeptanzpreis „Brücke der Solidarität“ an Persönlichkeiten und Institutionen, die sich in besonderer Weise für die LGBTIQ*-Community einsetzen oder sie unterstützen. Die Verleihung findet am 20. Juli statt.
- In diesem Jahr geht der Preis an die Aidshilfe Duisburg/Kreis Wesel, „deren jahrzehntelanger Einsatz für Aufklärung, Solidarität und Unterstützung queerer sowie HIV-positiver Menschen einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt leistet“, begründet der Verein.
- Duisburg setzt ein weiteres Zeichen, denn zum CSD am 26. Juli wird der Stadtwerketurm am Abend in Regenbogenfarben erstrahlen, ebenso die Five Boats im Duisburger Innenhafen. Auch in der Innenstadt wehen Regenbogenfahnen.








