Der Rheinpark in Duisburg-Hochfeld wird für 80 Millionen Euro umgebaut – für die Internationale Gartenausstellung 2027 (IGA), vor allem aber für die Zeit danach. Die Wirtschaftsbetriebe haben nun mit dem Bau der ersten größeren Attraktion begonnen, die Duisburg nach der sechsmonatigen Gartenschau erhalten bleibt: An einem beliebten Treffpunkt entsteht die Aussichtsplattform „Skywalk“. Diese wird ziemlich groß – und barrierefrei zugänglich sein.

Die Plattform wird in neun Metern Höhe auf einer Stahlkonstruktion ruhen, die fortan an der markanten Erzbunkerwand des Rheinparks errichtet wird. Auf dem ehemaligen Industriegelände sind die mit Graffiti besprühten Mauern ein Foto-Spot, direkt an der Wand liegt der Skaterpark. „Wir greifen in die Ursubstanz der Erzbunkerwand nicht ein“, verspricht Claudia Schoch, IGA-Projektleiterin bei den Wirtschaftsbetrieben.

Blick von der Erzbunkerwand im Rheinpark Hochfeld auf den Rheinpark und den Rhein
Diesen Ausblick auf den Rhein werden Besucherinnen und Besucher der barrierefreien Aussichtsplattform „Skywalk“ im Rheinpark Hochfeld in Zukunft haben. © FUNKE Foto Services | Philipp Wahl

Stattdessen werden die 400 Quadratmeter große Plattform und Teile einer 27 Meter langen Brückenkonstruktion eigene Stützen bekommen. Die 50 mal acht Meter große Plattform wird die Hälfte der Erzbunkerwand überspannen, ohne die Sicht auf und den Zugang zu dieser zu versperren. Das Kernmerkmal des Skywalks ist eine weitere Besonderheit: Über die Rampe und die Brücke können auch gehbehinderte und andere mobilitätseingeschränkte Personen die Aussichtsplattform ohne Hilfsmittel aus eigener Kraft erreichen.

Duisburg: Skywalk und Erzbunkerwand im Rheinpark Hochfeld werden angestrahlt

Die Plattform bietet nicht nur einen neuen Ausblick auf den Rhein und den Park, sondern auch erstmals Einblicke in die Erzbunkerwand von oben. Darüber hinaus hat man von dort künftig die Skateranlage (die vor der IGA um 320 Quadratmeter vergrößert wird) unter sich und Duisburgs neuen größten Spielplatz im Blick. Das inklusive Großspielgerät entsteht ganz in der Nähe.

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„Das wird die neue kommunikative Mitte des Rheinparks“, erklärt Claudia Schoch das Konzept. Denn die Aussichtsplattform soll aufgrund ihrer Größe auch zum Verweilen einladen und Aufenthaltsqualität bieten. Während der IGA haben die Besucherinnen und Besucher von dort oben zudem die beste Sicht auf die „Rosenkönigin“, das einzige große Rosenfeld der IGA im Ruhrgebiet.

Ingenieure der Wirtschaftsbetriebe Duisburg vor der Erzbunkerwand im Rheinpark Hochfeld
Christine Boßeler und Amjad Dabbas aus dem Fachbereich Brückenbau der Wirtschaftsbetriebe haben den Skywalk hinauf auf die Erzbunkerwand geplant.© FUNKE Foto Services | Philipp Wahl

Ausgedacht und geplant haben sich die Aussichtsplattform drei Brückenbauer aus dem Fachbereich Infrastruktur der Wirtschaftsbetriebe: Christine Boßeler, Amjad Dabbas und ihr Vorgesetzter Arthur Brakowski. „Unsere Idee war es, das Rheinpanorama für alle Menschen einzufangen“, sagt Dabbas. Wer gut zu Fuß ist, kann die Plattform auch über zwei Treppenaufgänge erreichen. Die Plattform soll obendrein wie Teile der Erzbunkerwand in der Dunkelheit mit Licht inszeniert werden.

Skywalk bleibt bis zur IGA gesperrt

„Die Illumination am Abend taucht den Skywalk in ein stimmungsvolles Licht und wird sicher viele Besucherinnen und Besucher auch von außerhalb anziehen“, sagte Oberbürgermeister Sören Link beim symbolischen Spatenstich am Dienstag. Thomas Patermann, Chef der Wirtschaftsbetriebe, schwärmte von einem „architektonischen Highlight“. Der Baubeginn zeige, „wie greifbar die Transformation des Rheinparks geworden ist“.

Spatenstich für den „Skywalk“ am Dienstag: Neben OB Sören Link (rechts) und Projektleiterin Claudia Schoch (2. von rechts) waren auch Bezirksbürgermeisterin Elvira Ulitzka (4. von rechts), WBD-Chef Thomas Patermann (hinten), Martin Hannen vom Landwirtschaftsministerium NRW (links) und Sylvia Weigner (IGA Metrople Ruhr gGmbH) dabei.
Spatenstich für den „Skywalk“ am Dienstag: Neben OB Sören Link (rechts) und Projektleiterin Claudia Schoch (2. von rechts) waren auch Bezirksbürgermeisterin Elvira Ulitzka (4. von rechts), WBD-Chef Thomas Patermann (hinten), Martin Hannen vom Landwirtschaftsministerium NRW (links) und Sylvia Weigner (IGA Metrople Ruhr gGmbH) dabei.© FUNKE Foto Services | Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Bis zum Eröffnungstag am 23. April 2027, in nicht mal zwei Jahren also, ist im Rheinpark wahrlich noch viel zu tun. Der konstruktive Teil des neue Skywalks soll bereits im Oktober 2025 fertig sein. Die barrierefreie Zuwegung zur Plattform soll bis Mai 2026 abgeschlossen sein.

So in etwa kann man sich den „Skywalk“ vorstellen. Die Illustration der Wirtschaftsbetriebe soll die Wegführung und die Plattform veranschaulichen.
So in etwa kann man sich den „Skywalk“ vorstellen. Die Illustration der Wirtschaftsbetriebe soll die Wegführung und die Plattform veranschaulichen. © Wirtschaftsbetriebe Duisburg

Ein Wermutstropfen: Der Skywalk wird trotz der frühzeitigen Fertigstellung erst ab der IGA-Eröffnung begehbar sein, auch weil im Umfeld noch viel gebaggert und vorbereitet werden müsse, erklärt Projektleiterin Schoch. So müssen tausende Rosen für die „Rosenkönigin“ schon in diesem Herbst gepflanzt und in der Folge vor Vandalismus geschützt werden. Für den Bau des Skywalks bleibt auch das Streetballfeld vorerst gesperrt.

>> IGA 2027: Hoffen auf eine Million Besucher im Rheinpark binnen sechs Monaten

  • Ursprünglich sollte der Wasserturm in unmittelbarer Nähe als Aussichtspunkt für die IGA genutzt werden. Das aber war nicht barrierefrei möglich. Der begehbare Balkon am Restaurant Ziegenpeter ist ebenfalls nicht barrierefrei.
  • Der Bau des Skywalks erfolgt mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW.
  • Die Stadt investiert alles in allem 40 Millionen Euro in die IGA und den Rheinpark, weitere 40 Millionen Euro schießen Bund und Land an Fördermitteln zu.
  • Der Spatenstich auf der nächsten IGA-Großbaustelle im Rheinpark steht in Kürze an: Der ehemals industriell genutzte Kultushafen soll sich in einen neuen Aufenthaltsort mit Freizeitwert verwandeln – und ebenfalls über die IGA hinaus Bestand haben.
  • Die IGA findet vom 23. April bis 17. Oktober 2027 statt und ist dann erstmals in Nordrhein-Westfalen zu Gast: in 53 Städten des Ruhrgebiets. Einer von drei Hauptspielorten („Zukunftsgärten“), an denen Besucher Eintritt zahlen müssen, ist der Rheinpark.
  • Die Veranstalter hoffen alleine in Duisburg auf eine Million Besucher.