Für die meisten Duisburgerinnen und Duisburger ist „IGA“ noch ein Fremdwort. Nur eine Minderheit dürfte wissen, dass sich dahinter die Internationale Gartenausstellung verbirgt und dass diese ab dem 23. April 2027 binnen sechs Monaten eine Million Menschen nach Duisburg locken soll. Das IGA-Team der Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) will die Öffentlichkeitsarbeit erst nach den World University Games (16. bis 25. Juli 2025) intensivieren, erklärte Vorstand Uwe Linsen jüngst. Was viele Bürger aber schon jetzt interessieren dürfte: Allein der Rheinpark Hochfeld wird für rund 80 Millionen Euro umgebaut. Dabei entstehen etliche Attraktionen, die Duisburg auch nach der sechsmonatigen Gartenschau erhalten bleiben.

40 Millionen Euro investiert die Stadt in IGA und den Rheinpark, weitere 40 Millionen Euro schießen Bund und Land an Fördermitteln hinzu. Die 23 Millionen Euro, die in den Grünen Ring fließen (Infobox) kommen noch obendrauf. Die größte Blumenausstellung Deutschlands mit einer Halle und etlichen Großbeeten wird im Rheinpark zwar nur während der IGA zu sehen sein (dann wird auch Eintritt fällig). Danach aber können diese Neuheiten im Rheinpark alle nutzen – etliche auch schon 2026, also vor der Großveranstaltung:
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Duisburgs größter Spielplatz entsteht im Rheinpark
„Neue und außergewöhnliche Spielplätze sind ein zentraler Bauschwerpunkt für die IGA“, erklären die Wirtschaftsbetriebe in einem Sachstandsbericht. Darum werde der Park auch über 2027 hinaus „ein hochattraktiver Anlaufpunkt für Familien“ werden. Duisburgs neuer größter Spielplatz entsteht auf 2000 Quadratmetern in der Nähe der Skateranlage. Gebaut wird ein „inklusives Großspielgerät“. Der Bau wird gerade ausgeschrieben. Der Spieplatz soll im Oktober 2026 fertig sein. Weitere Spielmöglichkeiten entstehen auf der Hochfeldallee. Zudem wird der Spielplatz an der Liebigstraße erneuert und um einen Waldspielplatz für Kleinkinder erweitert.

Die Skateranlage wird vergrößert
Die beliebte Skateranlage wird um die etwa 320 Quadratmeter große Dreieckswiese erweitert. Der Skateboard-Verein Duisburg wurde laut WBD „von Beginn an in die Planung einbezogen“. Mitglieder können sich ins IGA-Programm einbringen. Die Skateranlage soll im Juli 2026 fertig sein.

Dauerhafter Schiffsanleger für Ausflugs- und Linienschiffe
Der Rheinpark bekommt einen Schiffsanleger für die Ausflugs- und Linienschifffahrt auf dem Rhein. „Während der IGA wird der Anleger zum zentralen Ankunftsort und etabliert sich für seine langfristige Nutzung“, hoffen die WBD. Den Anlieger errichtet Duisport. Er wird eine Länge von 70 bis 80 Metern haben und somit groß genug sein für „Schiffe mit einer Passagierzahl von 600 Personen“. Geplant ist laut WBD „eine dauerhafte Verbindung Richtung Düsseldorf und Niederrhein anzubieten, um den Rheinpark touristisch fest über die Schifffahrt zu erschließen“. Fertig sein soll der Anleger „kurz vor der IGA“.
Kultushafen wird durch Umbau ein Ausflugsziel
Der ehemals von der Montanindustrie genutzte Kultushafen wird zu einem „multifunktionalen Freizeit- und Begegnungsraum“ umgebaut. In das 7500 Quadratmetern große Areal fließen 8,97 Millionen Euro aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Die Baustelle ist bereits eingerichtet (wir berichteten). Am Kultushafen wird auch ein Nebeneingang zum IGA-Gelände sein, dort öffnet außerdem ein Gastronomiebetrieb. Die Gesamtanlage nebst Gaststätte und Beleuchtung soll im vierten Quartal 2026 fertig sein.


Neue Technik für große und kleine Veranstaltungen im Rheinpark
Während der IGA wird es im Rheinpark eine große Bühne geben. Die Wiese zwischen Bahnlinie, Klärwerk und Liebigstraße soll Platz für bis zu 10.000 Menschen bieten und wird für den Aufbau einer 22 Meter breiten und 14 Meter tiefen Bühne vorbereitet. Die technische Infrastruktur für Bühnen und Veranstaltungen bleibt dauerhaft im Park. Der technische Aufbau ist laut WBD „so flexibel, dass je nach Veranstaltung auch kleinere Bühnen aufgestellt werden können“. Die Installation soll bis Mitte 2025 erledigt sein.

Skywalk: Barrierefreie Aussichtsplattform am Rhein
Auf der Erzbunkerwand wird eine neue Aussichtsplattform geschaffen: Der „Skywalk“ soll über eine 27 Meter lange Brückenkonstruktion barrierefrei zu erreichen sein. Die etwa 400 Quadratmeter große Plattform wird neun Meter über dem Gelände liegen und illuminiert sein. Die Konstruktion soll im Oktober 2025 fertig sein, dann folgt die Bepflanzung des Bereichs für die Rosen-Ausstellung „Königin von Duisburg“.

Restaurant Ziegenpeter wird erweitert
Das von der Duisburger Werkstatt betriebene Restaurant Ziegenpeter war „nie für einen Betrieb mit Besucheraufkommen einer IGA geplant“, erläutern die WBD. Auch wenn es während der IGA nicht die Hauptgastronomie gewährleisten wird, soll das Restaurant erweitert und modernisiert werden. Toiletten müssen ebenfalls gebaut werden. Der Umbau soll in Modulbauweise so erfolgen, „dass der laufende Betrieb so wenig Einschränkungen wie möglich erfährt“, erläutern die Wirtschaftsbetriebe. Gegebenenfalls müsse man teilweise auf Container ausweichen.
Rheinpark erstrahlt in neuem Licht
Der Rheinpark bekommt ein Gesamt-Lichtkonzept. Neben der Erzbunkerwand werden Unterführungen und Brücken, Skaterpark, Wasserturm und ausgewählte Gehölze beleuchtet. Zwei weitere Wege bekommen eine Funktionsbeleuchtung. Die energiearme und intelligente LED-Beleuchtung installieren die Netze Duisburg.
Eingangspavillon bleibt in Duisburg
Der Eingangsbereich im Norden des Parks (Ecke Wörthstraße/Bonifatiusplatz) wird für 5,2 Millionen Euro umgestaltet. Der hölzerne Eingangspavillon (sechs Stützen, acht Meter hoch, 60 Meter lang, 20 Meter breit) soll nach der IGA ganz oder zerteilt in Duisburg bleiben. Er könnte zum Beispiel für die Grundschule oder die Kita auf dem städtischen Gelände an der Wanheimer Straße genutzt werden.

Wasserspielbereiche auf der neuen Hochfeldallee
Der Hauptweg in den Rheinpark, die Hochfeldallee, wird auf 280 Metern gepflastert und asphaltiert. In drei grünen Mulden werden künftig Wasserspielbereiche untergebracht. Während der IGA sollen die Mulden besonders prächtig aufblühen.

Trinkwasserbrunnen sowie neue Plätze, Bäume und Bewässerung
Der Umbau des Rheinparks beinhaltet darüber hinaus viele weitere Maßnahmen. Einige Beispiele: Schon Mitte 2025 soll die dauerhafte Infrastruktur (Strom, Frisch- und Abwasser, Trinkwasserbrunnen) fertig sein. Die Bewässerung soll die mehr als 600 gepflanzten Bäume ohne Frischwasser versorgen. Die neuen Bäume sollen den Park ökologisch und gestalterisch aufwerten. Der Platz am Wasserturm wird ab Juni fünf Monate lang neu gestaltet.
>> 20 Millionen Euro für den Grünen Ring in Hochfeld
- Über die Investitionen in den Rheinpark hinaus wird für allein 23 Millionen Euro der Grüne Ring in Hochfeld ausgebaut. Der Grünzug im Hochfelder Westen ist besonders für Familien und Jugendliche von Bedeutung, weil es in Hochfeld kaum Vorgärten gibt und die meisten Innenhöfe versiegelt sind.
- Der Grüne Ring Nord ist bereits fertiggestellt (wir berichteten) und hat seither einen großen Spielplatz.
- Die Grünen Ringe Mitte und Süd sollten im März ausgeschrieben und bis Ende 2026 fertig umgebaut werden.
- Im Mitte-Bereich wird in der Nähe zum Jugendzentrum „Blaues Haus“ ein Sport- und Freizeitbereich mit Kletterbunker entstehen. Im Süd-Bereich soll ein großer Spielbereich die Gemeinschaftsgrundschule Brückenstraße und ihre Dependance verbinden.
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