Die Negativ-Meldungen rund um das ehemalige St. Vincenz-Hospital in Duisburg reißen nicht ab: Am Samstagmoren, 19. April, wurde die Feuerwehr um 9.50 Uhr von mehreren Anrufern über Rauch informiert. „Bei Eintreffen wurde eine starke Rauchentwicklung im Dachgeschoss des ungenutzten Gebäudes, mit Austritt aus mehreren Fenstern, festgestellt“, teilt die Feuerwehr Duisburg mit. Mehrere Trupps bekämpften das Feuer von innen, außen wurde eine Drehleiter aufgebaut.

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Es ist der zweite Brand in einem Lost Place innerhalb weniger Tage in Duisburg. Erst kürzlich gab es auch einen Einsatz am leerstehenden Hotel Grunewald. Im St. Vincenz brannte nun „Unrat in einem Zimmer, der angrenzende Dachbereich wurde durch das Feuer beschädigt“, beschreibt die Feuerwehr.

Feuerwehr Duisburg mit Drehleiter und 31 Kräften vor Ort

Nachbarn beklagen schon länger, dass das Gelände immer mehr verwahrlost.
Nachbarn beklagen schon länger, dass das Gelände immer mehr verwahrlost. © FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Es ist in dem historischen Hospital nicht der erste Brand. Die Feuerwehr musste schon mehrmals Flammen in den Gebäuden löschen. Auf dem sich immer wieder unerlaubt Menschen aufhalten und in die Gebäude einsteigen. Ende Mai 2023 stand ein Teil des Dachs in Flammen, ein Großaufgebot der Feuerwehr konnte verhindern, dass sich das Feuer ausbreitet. Damals schon vermutete die Kriminalpolizei fahrlässige Brandstiftung. Im März 2024 meldeten Nachbarn ebenfalls einen Brand, dabei wurde ein Obdachloser aus dem Gebäude gerettet. Zum Glück wurden diesmal keine Personen gefunden „oder durch das Ereignis geschädigt“, so die Feuerwehr.

Anwohner des Dellplatzes oder der Straße „An der Bleek“ empfinden das ehemalige St. Vincenz-Areal zunehmend als Zumutung. Sie sichten immer wieder Menschen, die sich dort nicht aufhalten sollten. Einige haben schon beobachtet, wie sie durch die Fenster eingestiegen sind und Dinge, die nicht niet- und nagelfest waren, herausgeräumt haben. Andere beschreiben das Gelände als Junkie-Treff. Herumliegender Müll ziehe Ratten an. Die Bewohner fühlen sich unsicher und machen den Projektentwickler Fokus Development dafür verantwortlich; der Vorwurf: Er kümmere sich nicht. Dagegen verwies er immer wieder darauf, dass er zum Beispiel Bauzäune und auch die Bretter vor den Fenstern regelmäßig erneuere.

Auf dem Gelände sollen neue Wohnungen gebaut werden

Eigentlich sollte aus dem Areal mal ein bevorzugtes Wohnquartier werden. Doch seit Jahren gammelt der Bereich vor sich hin. Anfang 2025 gab es immerhin positive Nachrichten; das alte Schwesternwohnheim solle bald abgerissen werden und Neubauten mit insgesamt 85 Mietwohnungen entstehen. Als Partner ist der Wohnungsanbieter Vivawest im Boot. In das alte Krankenhaus sollen Büros und ein Kindergarten einziehen. In Sachen Abriss hat sich am Schwesternwohnheim allerdings noch nichts getan. „Es ist unerträglich“, erneuern Anwohner ihre Kritik.

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Am Samstagvormittag waren insgesamt 31 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Einsatz. Eine weitere Einheit der Freiwilligen Feuerwehr stellte den Brandschutz sicher, in dem sie für die Berufsfeuerwehr in die Wache nachrückten.

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