„Im wunderschönen Monat Mai, als alle Knospen sprangen“, hat Manfred Krug mal gesungen, „da ist nicht nur in Heines Herz, Liebe aufgegangen“. Der Frühling – sprießende Blumen, wallende Säfte – der steht für neues Leben. Aber dafür muss erstmal etwas sterben. Im Duisburger Falle der Kunsthandwerkermarkt.

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Der ist nämlich Geschichte, am verkaufsoffenen Sonntag am 27. April feiert stattdessen von 11 bis 18 Uhr das „Duisburger Frühlingsfest“ seine Premiere, wie Veranstalter Duisburg Kontor jetzt bekanntgab.
Warum? „Wir wollen interessanter werden“, beantwortet Kontor-Geschäftsführer Uwe Kluge die Frage, man müsse es anerkennen, „wenn Formate in die Jahre gekommen sind“, und über Dinge nachdenken, „die nicht gut laufen“. Das gilt übrigens nicht nur für den Kunsthandwerkermarkt, auch andere Kontor-Veranstaltungen bekommen ein Facelift – mehr dazu in der Infobox.
Spargel und Football: das Programm des neuen Duisburger Frühlingsfests
Also: Blick nach vorne, das Vergangene sterben lassen. Was bietet das Frühlingsfest denn? Zunächst mal das „Fan-Fest“ des Düsseldorfer Football-Teams „Rhein Fire“, das seine Heimspiele in Duisburg austrägt. Der amtierende EFL-Champion feiert am Mittag seine Saisoneröffnung auf dem Averdunkplatz, mit Spielern zum Anfassen und Fotos machen.
Außerdem gibt es ein paar Football-Disziplinen zum Ausprobieren, den „Speedtest“, „Catching Drills“ und „Tackle Dummies“, um sich den rabiaten Sport mal selbst zu Gemüte zu führen. Oberbürgermeister Sören Link kommt auch vorbei. Ober er die Dummys auch tackeln will, ist nicht überliefert.

Weiter die Königstraße entlang schließt sich der bekannte Bauernmarkt an, allerdings mit einem besonderen Dreh. Der deutschen Kartoffel liebstes Gemüse, der Spargel, spielt die Hauptrolle, und zwar nicht nur kiloweise für zu Hause: Gastronomen bieten Spargelmenüs an, damit die schlabbrigen Stangen auch direkt vor Ort verputzt werden können.
Duisburger Frühlingsfest: Ein bisschen ist der Kunsthandwerkermarkt doch noch am Leben
Konsequenterweise schließt sich am König-Heinrich-Platz die Gastromeile an, bestückt mit Ständen von Duisburger Gastronomen. Auf dem Platz wiederum rollt Duisburg Kontor seinen „Musikklangkanal“ aus, also wortwörtlich: In den langen Tunneln können Familien selber musikalisch aktiv werden, leichte Muse gibt es für die kleinen Racker an den zahlreichen Spielmobilen.

Weiter die Königstraße herunter schließt sich sicherheitshalber gleich noch ein zweiter Markt an, und dann, ab der Sparkassen-Zentrale, wälzt ein Totgesagter den Stein vom Grab weg: Der Kunsthandwerkermarkt ist doch irgendwie wieder da, wenn auch nur als Teil des Frühlingsfests, sein Emmaus erstreckt sich bis zum Lifesaver-Brunnen.
Kostenlose Obstbäume auf dem Duisburger Frühlingsfest
Es folgt das „E“ zum „U“ des Kunsthandwerks, die Kunstmeile. Gemeinsam mit dem Lehmbruck-Museum können große und kleine Duisburger selbst eine Nana basteln – das ist das Kunstwerk von Niki de Saint Phalle, das wahlweise ehrfurchtsvoll „Lifesaver“ oder sehr bodenständig „Geier“ genannt wird. Und wenn man schonmal da ist, kann man sich einer Brunnenführung des Lehmbruck-Museums anschließen, bei der mal erklärt wird, was es mit den Wasserspielen in der Innenstadt überhaupt auf sich hat. Wer es künstlerisch moderner mag, lernt im Graffiti-Workshop, wie man richtig sprüht.
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Den Abschluss macht das Umweltamt, das allen Duisburger Gärtnern kostenlos drei Obstbäume schenkt. Dafür muss nur ein eigener Garten vorhanden sein und ein simpler Antrag ausgefüllt werden. Das Angebot gilt übrigens auch für Mieter – solange der Vermieter zustimmt. Die bis zu drei Bäume werden dann im Herbst geliefert. Der ADFC ist auch vor Ort, codiert kostenfrei Fahrräder, bietet Räder zum Testen an und gleich dazu auch eine Radparcours.
>> FESTE UND EVENTS IN DUISBURG: GROSSE ÄNDERUNGEN STEHEN BEVOR
- Duisburg Kontor strebt „eine ganze Reihe von Veränderungen“ für seine Veranstaltungen an. Die Macher halten sich noch bedeckt, geben aber schon einen vorsichtigen Ausblick.
- So soll der König-Heinrich-Platz bei verschiedenen Events künftig eine zentralere Rolle spielen – zum Beispiel beim Rahmenprogramm zu den FISU-Games im Juli.
- Noch weiteren beliebten Festen stehen Änderungen bevor: dem Ruhrorter Hafenfest und dem Weinfest etwa. Die Extraschicht im Innenhafen soll „Musik auf dem Wasser“ bekommen und sich mehr Richtung Kulinarik orientieren.





