Die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD haben bei der Bundestagswahl nur noch 17 der 64 Wahlkreise in NRW gewonnen – zwei davon in Duisburg. Hier holten die Sozialdemokraten auf kommunaler Ebene auch das zweitbeste Zweitstimmenergebnis im Bundesland: 25,49 Prozent (60.525 Stimmen). Das entspricht allerdings einem Absturz um 10,44 Prozentpunkte gegenüber 2021. Die Rettung der Duisburger SPD in einer ihrer letzten Bastionen: Ihre bekannten Langzeit-Abgeordneten Bärbel Bas (39,02 %) und Mahmut Özdemir (33,07 %) konnten deutlich mehr Wählerinnen und Wähler überzeugen als die kriselnde Partei selbst. Die SPD wurde sogar in zwei der sieben Stadtbezirke von der AfD überholt.

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Die in Teilen rechtsextreme Partei erhielt wie bei der Europawahl ausgerechnet dort die meisten Zweitstimmen, wo besonders viele Menschen unter der Umsetzung ihres Parteiprogramms leiden würden: in den von Armut und Zuwanderung geprägten Bezirken Hamborn (AfD: 27,26 %; SPD: 23,75 %) und Meiderich/Beeck (AfD: 27,7 %, SPD: 26,34 %). Die CDU lag einzig im Stadtbezirk Süd vorn (27,55 %; SPD: 24,9 %), die SPD in den übrigen vier Bezirken, am deutlichsten noch in Rheinhausen (26,97 %; CDU: 22,81 %).
Der tiefer gehende Blick auf die 38 Duisburger Kommunalwahlbezirke und in die diesen untergeordneten 449 Wahlbezirke zeigt, in welchen Stadtteilen die Hochburgen und Schwachstellen der Parteien liegen:
Bundestagswahl in Duisburg: Bestes SPD-Ergebnis in Rheinhausen-Mitte/Hochemmerich-Süd
Die SPD profitiert von ihrer breiten Basis in der Stadt und erringt die Zweistimmenmehrheit in 22 der 38 Kommunalwahlbezirke. Die höchsten Stimmenanteile (fortan immer: Zweitstimmen) erzielt sie hier:
- Rheinhausen-Mitte/Hochemmerich-Süd: 30,29 %
- Hochfeld-Süd/Wanheimerort-West: 30,23 %
- Beeck/Bruckhausen/Landschaftspark: 29,22 %
- Marxloh: 28,67 %
Ihr bestes Zweitstimmen-Ergebnis in einem der untergeordneten 449 Wahlbezirke verbuchten die Sozialdemokraten mit 39,66 Prozent (46 Stimmen) im Obermeidericher Stimmbezirk 1203.
Die vier Kommunalwahlbezirke mit den schlechtesten SPD-Ergebnissen:
- Neumühl: 21,27 %
- Obermarxloh: 22,2 %
- Altstadt-Ost/Dellviertel-Ost: 23 %
- Neudorf-Nord: 23,57 %
AfD-Hochburg: Bis zu 52,05 Prozent in Neumühl
Die AfD erzielt im Nord-Wahlkreis Duisburg II mit 24,6 Prozent (27.446 Stimmen) ihr zweitbestes NRW-Ergebnis. Im Norden liegen auch alle neun Kommunalwahlbezirke, in denen sie die Mehrheit hat. Bei den Europawahlen 2024 waren es noch sieben. Den Rechtspopulisten gelingt in Neumühl das höchste Zweitstimmenergebnis einer Partei bei der Bundestagswahl in einem Duisburger Kommunalwahlbezirk: 36,39 Prozent.
Auffällig: Die AfD hat die höchste Zustimmung dort, wo das Sicherheitsgefühl der Einwohner besonders gelitten hat, wo Konflikte mit Zugewanderten das Klima prägen. In Meiderich überwacht die Polizei die Von-der-Mark-Straße nach Protesten mit einer Kamera, in Neumühl geht die Stadt neuerdings mit Razzien gegen illegale Mieter vor. In einem Wahlbezirk im Umfeld dort (0904) machten 52,05 Prozent der Wähler (369) ihr Kreuz bei der AfD. Das sind ihre Duisburger Hochburgen (Kommunalwahlbezirke):
- Neumühl: 36,39 %
- Untermeiderich/Mittelmeiderich-Nord: 29,38 %
- Obermeiderich: 29,2 %
- Fahrn-Ost/Wehofen: 28,14 %
Die Kommunalwahlbezirke mit den schlechtesten AfD-Ergebnissen liegen alle im Zentrum:
- Neudorf-Nord: 10,47 %
- Duissern: 11,1 %
- Altstadt-Ost/Dellviertel-Ost: 12,42 %
- Dellviertel-West/Hochfeld-Nord/Rheinpark: 13,71 %
Die AfD punktet zwar immer noch dort überdurchschnittlich, wo weniger Menschen wählen gehen. Sie kann aber auch Wähler mobilisieren. In Fahrn-Ost/Wehofen etwa lag die Beteiligung (77,9 %) über dem Stadtschnitt (76,55 %).
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CDU: Zweitschlechtestes NRW-Ergebnis, Hochburgen im Süden
Die CDU fährt im Nord-Wahlkreis Duisburg II ihr zweitschlechtestes NRW-Ergebnis ein (19,6 %; 21.526 Stimmen). Dort liegt mit „Baerl/Alt-Homberg-Nord/Hochheide-Nord“ nur einer der sieben Kommunalwahlbezirke, in denen sie die Zweitstimmenmehrheit hat. Dort liegt auch der Stimmbezirk 1702, in dem die Union die absolute Mehrheit holt: 51,25 % (41 Wähler). Die anteilig meisten Wähler wählten sie in diesen Kommunalwahlbezirken:
- Mündelheim/Hüttenheim-Süd/Ungelsheim: 31,38 %
- Großenbaum-Ost/Rahm: 30,25 %
- Rumeln-Kaldenhausen-West: 29,18 %
- Buchholz: 28,81 %
Die wenigsten Zweitstimmen erhielt die CDU hier:
- Marxloh: 11,55 %
- Dellviertel-West/Hochfeld-Nord/Rheinpark: 12,76 %
- Beeck/Bruckhausen/Landschaftspark: 13,5 %
- Hochfeld-Süd/Wanheimerort-West: 13,83 %
Die Linke ist im Duisburger Zentrum stark
Die Linke hat die Grünen als viertstärkste Partei in Duisburg abgelöst (10,72 %; 25.408 Stimmen). Zu einer Stimmenmehrheit in einem Kommunalwahlbezirk oder einem untergeordneten Wahlbezirk aber reicht es nicht. Das Maximum waren 31,03 Prozent (126 Stimmen) im Wahlbezirk 1001 (Beeck/Bruckhausen/Landschaftspark). Ihre Hochburgen auf Ebene der übergeordneten Kommunalwahlbezirke lagen in der Stadtmitte und in Marxloh:
- Dellviertel-West/Hochfeld-Nord/Rheinpark: 22,98 %
- Neudorf-Nord: 17,84 %
- Altstadt-Ost/Dellviertel-Ost: 16,69
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Grüne: Zweitschlechtestes NRW-Ergebnis im Stadtnorden, Zuspruch in der Mitte
In der Duisburger Wahlstatistik findet man die Grünen wegen ihrer deutlichen Verluste bei dieser Bundestagswahl unter „Sonstige“. Im Wahlkreis des Bundesvorsitzenden Felix Banszak müssen sie ihr zweitschlechtestes Ergebnis in NRW hinnehmen (6,7 %). Ihre Duisburger Hochburgen bleiben die bürgerlichen Viertel im Zentrum, wo sie in zwei Wahlbezirken die meisten Wähler hatten. Ihr Rekord-Stimmenanteil: 26,83 Prozent (110 Stimmen) im Wahlbezirk 9184 (Mitte). In diesen Kommunalwahlbezirken hatten die Grünen die höchsten Anteile:
- Neudorf-Nord: 18,69 %
- Duissern: 17,41 %
- Altstadt-Ost/Dellviertel-Ost: 16,12 %
- Neudorf-Süd: 13,76 %
>> Bundestagswahl in Duisburg: Zweitstimmen-Ergebnis der anderen Parteien
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das es nicht in den Bundestag schafft, holt im Nord-Wahlkreis Duisburg II mit 5,7 Prozent übrigens sein bestes NRW-Ergebnis. Die Zweitstimmenanteile der kleineren Parteien in Duisburg (gesamtstädtisch):
BSW: 5,39 % (12.781 Stimmen)
FDP: 3,02 % (7172)
Tierschutzpartei: 1,68 % (3991)
Die PARTEI: 0,65 % (1538)
Volt: 0,49 % (1156)
Freie Wähler: 0,47 (1125)
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer: 0,40 (957)
Die Basis: 0,20 (466)
PdF: 0,20 (426)
Bündnis Deutschland: 0,13 % (308)
MLPD: 0,10 % (239)
Mera25: 0,08 % (198)







