Operationssäle und Behandlungsräume kennt Philip Mörbitz zur Genüge – allerdings als Patient. Der 39-Jährige ist mit einem Herzfehler zur Welt gekommen. Jetzt hat er den OP der Kardiologie des Knappschaftskrankenhauses als Fotograf besucht und Aufnahmen für einen guten Zweck gemacht. Die Bilder können erworben werden, das Geld kommt der Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder zugute. Der frühere Fußballprofi Asamoah hat trotz eines Herzfehlers zweimal mit Schalke den DFB-Pokal geholt. Zu seinem Abschiedsspiel 2015 gaben ihm mehr als 60.000 Fans die Ehre.

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Selbst für Chefarzt Dr. Martin Christ bieten die Fotografien noch so manche Überraschung. Manches Gerät gucke man sich im Alltag gar nicht so genau an wie jetzt in der Ausstellung. Sein Lieblingsbild: zwei Pads eines Defibrillators, durch die Bewegung ein wenig verschwommen. Philip Mörbitz geht auch davon aus, dass dieses Foto das größte Interesse wecken wird.

Alle Fotos sind in Schwarz-Weiß, und sie sind mit analoger Technik aufgenommen worden – sprich mit Film in der Kamera und mit viel Arbeit in der Dunkelkammer. Genau das ist es auch, was für den gebürtigen Gelsenkirchener den Reiz der analogen Fotografie ausmacht. „In der Dunkelkammer möchte ich nur für mich sein“, sagt der studierte Chemiker, der seine Arbeiten schon in mehreren Ausstellungen in seiner Heimatstadt gezeigt hat. Wenn er nicht gerade im OP fotografieren darf, dann lichtet er Sportler und Architektur ab.

Das ist der Hintergrund des Fotoprojektes

Initiiert haben das Fotoprojekt die „Herzhelden“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Reanimationsquote durch Laien zu erhöhen. Auch wenn die Arbeit schon Früchte trage, so gebe es durchaus noch Luft nach oben, sagt Martin Christ, der auch Mitglied der Initiative ist, am Rande der Ausstellungseröffnung.

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In Deutschland werde jeder Zweite, der einen Herzstillstand erleide, von einem Laien reanimiert, in den skandinavischen Ländern liege die Quote bei 70 Prozent. Sina Barenkau, Mitgründerin der „Herzhelden“, hat noch eine andere Zahl parat: Jeder Zehnte kommt im Laufe seines Lebens in die Situation, dass er einen Menschen reanimieren muss. Und dabei, ergänzt Martin Christ, gehe es zumeist nicht um fremde Menschen, die auf der Straße einen Herzstillstand erleiden, sondern um Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder Personen aus dem Freundeskreis.

Weshalb die „Herzhelden“ Schulungen zum Beispiel für Unternehmen anbieten, die mal kurz in der Kaffeepause durchgeführt werden können. Auf dass möglichst viele Menschen den Leitspruch fürs Reanimieren „prüfen – rufen – drücken“ verinnerlichen.

Asas letzte Schicht
Stiftungsgründer Gerald Asamoah bei seinem Abschiedsspiel auf Schalke im November 2015.© FUNKE Foto Services | Sebastian Konopka

Hier ist die Fotokunst zu sehen und zu kaufen

Die Fotografien von Philip Mörbitz hängen zum Anschauen und zum Bestellen von Abzügen – Mindestpreis 100 Euro – ab der kommenden Woche in der Kardiologie der Knappschaft Kliniken an der Osterfelder Straße. Zur Ausstellungseröffnung im Gesundheitshaus hatte Philip Mörbitz übrigens auch die Kardiologen eingeladen, die ihn behandeln oder behandelt haben. Sie können jetzt neben Röntgenaufnahmen ihres Patienten auch seine Fotokunst bewundern.