Knapp 32 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben bei der letzten Bundestagswahl im Corona-Jahr 2021 per Briefwahl abgestimmt. „Wir vermuten, dass wir in diesem Jahr wieder eine Beteiligung von 30 Prozent erreichen könnten“, sagt Carolin Paskuda aus dem Wahlamt. Die Briefwahlstellen im Rathaus und in der Bezirksvertretung Kirchhellen sind in jedem Fall seit Freitag geöffnet.

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Allein bis zum Mittag wurden dort am ersten Tag mehr als 280 Wählerinnen und Wähler gezählt. „Das wird rege angenommen“, lautet das erste Fazit von Carolin Paskuda. Sogar kleine Schlangen hätten sich schon gebildet.

Zwei Wochen vor der Wahl liegt die Briefwahlbeteiligung in Bottrop bei gut 20,5 Prozent

Dazu kommen mehr als 17.500 Wahlberechtigte, die sich Briefwahlunterlagen nach Hause bestellt haben. Das allein entspricht bereits einem Anteil von gut 20,5 Prozent an den insgesamt 85.578 Wahlberechtigten in Bottrop. Was schon jetzt, wie das Team Wahlen aufzeigt, die Briefwahlbeteiligung bei der Europawahl 2024 übertrifft, die lag nämlich bei 20,1 Prozent.

Wie geht es jetzt weiter für die, die auf ihre Briefwahlunterlagen warten? Die Stimmzettel, für die der Druckauftrag nach der Entscheidung von Landes- und Bundeswahlausschuss über die zugelassenen Parteien letzten Freitag in Auftrag gegeben werden konnte, sind am Dienstag ins Rathaus geliefert worden. Björn-Bruno Abraham, Leiter des Fachbereichs Oberbürgermeister, Rat und Bezirke, berichtet: „Wir haben sofort am Dienstagnachmittag angefangen, die Unterlagen einzutüten.“ Das hätten die Azubis aus der Verwaltung gewissermaßen im Akkord erledigt, sodass diesen Freitag die Post mit Stimmzettel und Wahlschein an die Briefwähler rausgegangen sei.

Als besonderer Service haben die Bottroper Briefwahlstellen auch am Sonntag geöffnet.
Als besonderer Service haben die Bottroper Briefwahlstellen auch am Sonntag geöffnet.© FUNKE Foto Services | Thomas Gödde

Abraham und Paskuda empfehlen den Bottroperinnen und Bottropern, nicht gleich nervös zu werden, sollten die Unterlagen zur Briefwahl nicht gleich Anfang der Woche in ihren Postkästen landen. „Frühestens ab Freitag, 14. Februar“, so Carolin Paskuda, lohne es sich, sich zu melden.

Das Bottroper Team Wahlen findet: Wir liegen gut im Zeitplan

Angesichts der sehr kurzen Vorbereitungszeit auf die vorgezogene Bundestagswahl am 23. Februar ist das Team Wahlen froh, gut im Zeitplan zu liegen. „Andere Kommunen“, berichtet Björn-Bruno Abraham am Freitag, „haben tatsächlich erst heute ihren Termin zur Anlieferung der Stimmzettel“.

Dennoch bleiben, verlässt man sich auf den Postweg, möglicherweise zeitliche Unwägbarkeiten bei den diesmal so kurzen Fristen. Daher richtet Björn-Bruno Abraham diesen Appell an die Bottroperinnen und Bottroper: Wem es möglich sei, der solle am besten persönlich wählen gehen. Am Wahlsonntag selbst in seinem Wahllokal, oder eben schon jetzt in einer der beiden Briefwahlstellen. Die haben aufgrund der besonderen Wahlsituation extra auch am Wochenende inklusive Sonntag geöffnet. „Wir sind stolz, diesen Service anbieten zu können“, unterstreicht Stadtsprecherin Jeanette Kuhn. Was nur funktioniert, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechend motiviert mitziehen.

Ein Besuch auf dem Bottroper Wochenmarkt zum Beispiel könne so ganz spontan mit dem Wählen verbunden werden, meint Paskuda. Dafür müssen nämlich nicht einmal die Wahlunterlagen mitgebracht werden, der Personalausweis reicht.

„Die Entscheidung, die Briefwahlstellen auch sonntags zu öffnen war genau richtig“

Am ersten Wochenende hat das schon einmal gut geklappt: An den ersten drei Öffnungstagen von Freitag, 7. Februar, bis Sonntag, 9. Februar haben bereits mehr als 700 Bottroperinnen und Bottroper die Briefwahlstellen aufgesucht und dort gewählt, berichtet die Stadt. „Viele haben sich ausdrücklich bedankt“, bemerkt Björn-Bruno Abraham. „Sie waren froh, ganz bequem am Sonntag ins Rathaus kommen zu können. Einige sind nach dem Kirchgang hier gewesen, andere haben Fahrgemeinschaften in der Nachbarschaft gebildet oder den Besuch der Kinder oder Enkelkinder genutzt und sich hierhin bringen lassen.“

Ähnlich sah es in der Bezirksverwaltungsstelle in Kirchhellen aus. Carolin Paskuda, die den ganzen Sonntag im Einsatz war, freut sich genauso über diese Resonanz. „Wir hatten die ganze Zeit über gut zu tun, die Entscheidung, die Briefwahlstellen auch sonntags zu öffnen war genau richtig.“

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Briefwähler können darüber hinaus ihren roten Wahlbrief direkt in die amtlichen Briefkästen am Rathaus und an der Bezirksverwaltungsstelle Kirchhellen werfen. Das ist noch bis 18 Uhr am Wahltag, 23. Februar möglich. „Dann leeren wir die Briefwahlkästen noch einmal“, erklärt Abraham.

Dass die Wahl ausnahmsweise im Winter stattfindet, hat die Verantwortlichen übrigens auch noch andere Vorbereitungen treffen lassen. Sollte es am Wahltag einen Kälteeinbruch mit Schnee und Eis geben, übernimmt die Best den Winterdienst für die Wahllokale, die nicht städtisch sind. Abraham nennt als Beispiel Kitas in nicht-städtischer Trägerschaft. „Wir haben auch Heizlüfter besorgt“, ergänzt Abraham. Falls einer der Wahlräume nicht gut beheizt sein sollte.

Die Auszählungsergebnisse können die Bottroperinnen und Bottroper dann übrigens digital über die städtische Homepage verfolgen. Ist ein Wahlraum ausgezählt, wird das Ergebnis jeweils veröffentlicht. Da Erst- und Zweitstimmen gezählt werden müssen, rechnet Abraham mit ersten Ergebnissen nicht vor 20 Uhr.

Öffnungszeiten der Briefwahlstellen im Rathaus (Showroom im Erdgeschoss) und in der Bezirksverwaltungsstelle Kirchhellen: Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr, Samstag/Sonntag von 9 bis 14 Uhr, am letzten Freitag vor der Wahl (21. Februar) von 8 bis 15 Uhr.

Wer interessiert, was hinter den Kulissen einer Wahl passiert, kann auch in die neue städtische Podcastfolge von „bottrop.lauscht“ hören.