• Der Bueraner Alois Lazar sorgt sich wegen der Ausbreitung der Pflanze Aronstab
  • Er hat eine deutliche Vermehrung beobachtet
  • Bei Gelsendienste kennt man das Problem

„Da steht er! Und da!“ Alois Lazar deutet auf mehrere kleine, unscheinbare Pflanzen inmitten einer Wiese. Die Pflanzen haben jeweils mehrere dunkelgrüne, breite Blätter sowie ein einziges helleres, etwas gewölbtes Blatt, das einen schwarzen, länglichen Kolben umschließt. Sieht eigentlich ganz hübsch aus – ist aber giftig. Aronstab heißt die Pflanze, und Alois Lazar glaubt, dass sich der Aronstab in den vergangenen Jahren kräftig ausgebreitet hat.

Lazar wohnt direkt an der Hülser Heide, dem Waldgebiet zwischen Buer-Gladbecker-Straße, Nordring und A52. Als ehemaliger Inhaber einer Gartenbaufirma hat er Ahnung von Pflanzen, und ihm ist schon seit einiger Zeit aufgefallen, dass der Aronstab sich dort ausbreitet. „Es werden immer mehr“, sagt er. Und er macht sich Sorgen: „Der Aronstab war Giftpflanze des Jahres 2019“, sagt er. „Wenn Kinder dort spielen, wo er wächst, wäre das nicht so gut.“

Das sagt die Stadttochter Gelsendienste zum Thema Aronstab

Eigentlich ganz hübsch: die Pflanze Aronstab.
Eigentlich ganz hübsch: die Pflanze Aronstab.© Unbekannt | Matthias Heselmann

In der Tat ist der Aronstab, biologischer Name „Arum“, giftig. Blätter und Stängel können beim Berühren Hautreizungen verursachen. Im Herbst bringt die Pflanze rote Beeren hervor, die an einem Stab wachsen (daher der Name). Diese Beeren sind ebenfalls giftig – und weil sie süß schmecken, stellen sie für Kinder eine Gefahr da. Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle sind die Folgen des Verzehrs.

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Für die öffentlichen Grünanlagen in Gelsenkirchen ist die Stadttochter Gelsendienste zuständig. Dort weiß man um den Aronstab. „Dabei handelt es sich um eine heimische Pflanze, die verbreitet in Wäldern und naturnahen Parkanlagen vorkommt, so auch in Gelsenkirchen“, sagt Gelsendienste-Sprecher Tobias Heyne. Dass der Bestand von bestimmten Pflanzen mal zu- und mal abnehme, wie von Alois Lazar im Falle des Aronstabes beobachtet, sei häufig zu beobachten. „Zumeist sind hierfür wechselnde Witterungsverhältnisse ursächlich“, erklärt Heyne.

Gelsendienste hat ein Auge auf Giftpflanzen im Bereich von Spielplätzen

Dass es im Stadtgebiet auch giftige Pflanzen gebe, sei nicht ungewöhnlich, so Heyne – auf der Liste „Giftpflanze des Jahres“ stünden auch das Maiglöckchen, der Rittersporn oder die Eibe. Im Jahr 2022 kürte der Botanische Sondergarten in Hamburg, der die Liste erstellt, sogar die Kartoffel zur Giftpflanze des Jahres.

„Da der Aronstab nur rund 30 cm hoch wird, sind Hautreizungen durch versehentliches Berühren unwahrscheinlich“, sagte Heyne. „Wir würden die Pflanze nur entfernen, wenn sie in einem besonders sensiblen Bereich, zum Beispiel an einem Spielplatz, vorkäme. Bei den regelmäßigen Kontrollen der Spielplätze haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Thema ,Giftpflanzen’ stets im Blick.“