„Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA sind eine dramatische Veränderung der amerikanischen Politik“, sagt CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen an diesem Sonntagabend bei „Caren Miosga“. Die vergangenen 80 Jahre hätte die amerikanische Europapolitik, die Sicherheit von Europa als wichtigstes Interesse gehabt – und das stets wertebasiert. „Es ist das Ende einer Ära“, betont er. Denn: „Die USA sind in ihrem Selbstverständnis nicht mehr Teil des Westens und das ist ein fundamental anderes Selbstverständnis der USA gegenüber Europa als bisher.“

„Caren Miosga“: Das waren die Gäste:

  • Norbert Röttgen, CDU-Außenpolitiker
  • Nico Lange, Politikberater, Politikwissenschaftler und Publizist
  • Annett Meiritz, Korrespondentin für Außen- und Sicherheitspolitik „Handelsblatt“

Auch Annett Meiritz, die als Korrespondentin für Außen- und Sicherheitspolitik arbeitet, spricht von einer „neuen Weltordnung“, die es legitimiere, dass Russland die Ukraine angreife und „mit Gebieten rausgeht“. „Unter Donald Trump ist nichts mehr tabu“, sagt sie. „Die USA will die Welt neu gestalten und die Ukraine sind ein Kollateralschaden davon.“ Und Röttgen warnt: „Wenn Krieg belohnt wird, wird das den Appetit von Putin anregen.“

Ein Weg, dem entgegenzutreten ist, das in Europa liegende, eingefrorene russische Vermögen in Höhe von 210 Milliarden Euro der Ukraine als Kredit zur Verfügung zu stellen. Mit dem Geld soll sich das Land in den kommenden zwei bis drei Jahren gegen Russland verteidigen können. „Die Europäer müssen zeigen, dass sie nicht nur reden, sondern auch handeln“, sagt der Politikberater Nico Lange. „Die Methode: Nur reden und am Ende Daddy in den USA anrufen, funktioniert nicht mehr.“

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Lange macht klar: Europa müsse die Ukraine in eine Verhandlungsposition bringen. „Dann redet auch Trump ganz anders mit uns.“ An dieser Stelle kommt der einzige Widerspruch der Sendung, und zwar von Röttgen. Denn er meint: Deutschland zumindest hätte all das inzwischen verstanden, „wenn auch spät“ und es sei klar, dass man Verantwortung übernehmen und selbst für Sicherheit sorgen müsse.

Klar ist am Ende des Abends: „Die alte Zeit kommt nicht zurück und die USA werden ihre alte Rolle nicht mehr ausüben“, so Röttgen. „Dieser Bruch ist eine zweite Zeitenwende, die stattfindet.“ Die Botschaft, dass Europa sich auf sich besinnen muss, ist die, die am Ende die Sendung dominiert.