Donald Trump steht mit Blick auf die Zwischenwahlen im kommenden Jahr zunehmend unter Druck. Denn die jüngsten Wahlerfolge der US-Demokraten zeigen, dass die Partei ein Mittel gefunden hat, die Republikaner zu schlagen. Das hängt vor allem mit einem Thema zusammen: „affordability“ (dt. Bezahlbarkeit), also die steigenden Lebenshaltungskosten der Amerikaner.
Besonders in Großstädten, in denen die Bürgerinnen und Bürger teils horrende Mieten zahlen, punkten die Demokraten damit. Aber auch auf dem Land sind Inflation und die hohen Lebensmittelpreise ein wichtiges Thema. Donald Trump hat das inzwischen erkannt. Der US-Präsident will nun offenbar in den Wahlkampf ziehen und seine Wirtschaftspolitik verteidigen. Und vor allem: Den Demokraten das Thema nicht kampflos überlassen.
Auch interessant
Bei einem Auftritt im Swing State Pennsylvania jedoch gelang der Start in den Wahlkampf nur mäßig. Am Dienstag sprach Trump dort vor rund 1200 Unterstützern, wie mehrere US-Medien berichten. Die Rede, von der das Weiße Haus im Vorfeld als Auftakt einer Informationskampagne zu Preisen und Löhnen sprach, entwickelte sich demnach zu einem 90-minütigen Mix aus bekannten Wahlkampfmotiven, persönlichen Spitzen und thematischen Abschweifungen.
Trump präsentierte Wirtschaftsgrafiken und lobte seine Handels- und Zollpolitik – von der nur noch eine Minderheit der Amerikaner überzeugt ist. Mehrfach behauptete er, seine Regierung bringe die Preise „nach unten“. Tatsächlich hält sich die Inflation, also die allgemeine Preissteigerung, hartnäckig weit oberhalb der angepeilten 2-Prozent-Marke. Trump behauptet einfach das Gegenteil: „Wir kriegen die Inflation – wir zermalmen sie, und ihr bekommt viel höhere Löhne“, versprach der Präsident. Wahr ist: Die Reallöhne der Amerikaner sind seit gut zwei Jahren im Schnitt gestiegen, zeitweise wuchs die Inflation allerdings wieder schneller als die Löhne.
Lesen Sie auch
Donald Trump empfiehlt: weniger Konsum
Ohnehin schien Trump noch nicht ganz entschieden zu sein, wie er sich denn nun zum Thema „Bezahlbarkeit“ verhalten will. Denn anstatt den Demokraten etwas entgegenzusetzen, verspottete er die Bemühungen, die wirtschaftliche Lage unter dem Schlagwort hervorzuheben: „Sie haben ein neues Wort, Bezahlbarkeit, alle sagen ‚Oh, das heißt wohl, Trump hat hohe Preise.‘ Nein. Unsere Preise fallen enorm.“
Auch interessant
Seinen Wählerinnen und Wählern empfahl Trump einfach weniger unnötiges Zeug zu kaufen. Man könne schließlich auf Bleistifte verzichten oder der Tochter nur zwei oder drei statt 37 Puppen kaufen.






