Zwar sind die Premiere und sämtliche Folgetermine für „I Did It My Way“ mit Lary und Lars Eidinger bereits ausverkauft. Aber die Ruhrtriennale hat auch 2025 wieder so viel mehr als die Eröffnungs-Inszenierung zu bieten: Insgesamt werden vom 21. August bis 21. September 137 Veranstaltungen über die Bühne gehen, mehr als 630 Künstlerinnen und Künstler sind daran beteiligt.
Hier kommen fünf Tipps für Kurzentschlossene, für die noch Karten zu haben sind. Eine Übersicht über die insgesamt 35 Produktionen und Projekte gibt es außerdem hier.
1. „Oracle“ (Schauspiel)

Wo ließe sich ein dystopisches und multimediales Theaterstück besser inszenieren als in der riesigen Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg? Mit dem multimedialen Theaterstück „Oracle“ von Dramatikerin Anka Herbut kehrt Łukasz Twarkowski zur Ruhrtriennale zurück. Das Stück erzählt die Geschichte des Computer-Pioniers Alan Turing, der den Enigma-Code geknackt und den Zweiten Weltkrieg verkürzt hat – nur um dann von der eigenen Regierung aufgrund seiner sexuellen Orientierung verfolgt zu werden.
Oracle spielt im Nachkriegsengland sowie in einem zeitlosen, digitalen Raum und untersucht die Politisierung von Technik. „Mit erstaunlichen visuellen Mitteln reflektiert ,Oracle‘ über Turings Geheimnisse, prophetische Erkenntnisse und die KI-geprägte Zukunft, der er den Weg geebnet hat“, schreibt die Ruhrtriennale über das Stück, das eigens für die Kraftzentrale konzipiert wurde. „Das muss man unbedingt gesehen haben!“, sagte auch Intendant Ivo Van Hove bei der Programmvorstellung.
„Oracle“: Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord, Premiere am 28.8. um 19 Uhr, weitere Termine 29.8.,30.8.,31.8., 2.9.; Tickets ab 15 Euro hier.
2. „Rave-L Party“ (Konzert)

Als „immersives Tanz-Erlebnis mit Maurice Ravels Ur-Techno“, beschreiben die Programmverantwortlichen einen der wohl ungewöhnlichsten Programmpunkte der Ruhrtriennale 2025. Vor der beeindruckenden Kulisse der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck betont das französische Kollektiv „Les Apaches!“ den „Rave“ in Ravel. Die Zeche wird zur Tanzfläche, das Stück durchläuft eine Metamorphose: Vom Orchesterwerk über einen Jazz-Standard bis hin zu einem tranceartigen Techno-Hit mit der Pariser DJ Tatyana Jane. Dazu gibt es visuell aufwändig aufbereitete Choreografien und virtuelle Backgrounds fürs Auge.
„Rave-L Party“: Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck, 22.8. (20.30 Uhr), 23.8. (20.30 Uhr), 24.8. (20 Uhr); Tickets ab 35 Euro hier.
3. „Falaise“ (Zirkus, Theater und Tanz)

„Acht Schauspieler, ein weißes Pferd und ein Taubenschwarm bewegen sich durch ein Terrain aus Zusammenbruch und Verwandlung“, schreiben die Programmverantwortlichen über „Falaise“ (deutsch: Klippe), eine Inszenierung der Zirkustruppe „Baro d’evel“, die als deutsche Erstaufführung nach Duisburg kommt. Für Erwachsene und Menschen ab zehn Jahren bietet sie eine „chaotische, bröckelnde Szenerie voller Energie“ und verbindet Zirkus, Theater und Tanz „zu einem visuellen Sturm aus Chaos und Anmut“, wie es in der Ankündigung heißt. Dabei kommt das Stück ganz ohne Worte aus und will von Zerfall und Erneuerung erzählen. Um die Sicherheit der tierischen Darsteller zu gewähren, wurde im Vorfeld ein Tierschutzkonzept abgestimmt.
„Falaise“: Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord, 11.9., 12.9., 13.9., 14.9., Karten ab 15 Euro hier.
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4. „Gen Z Don‘t Cry“ (Junge Triennale)
Die Premiere am 18. September ist jenen vorbehalten, um die es in diesem Stück geht: Jugendlichen beziehungsweise Schulklassen. In der Sparte „Junge Triennale“ wird mit „GenZ Don‘t Cry“ immersives 3D-Soundtheater mit und über die Generation Z gezeigt. Eine Generation die Angst habe, das eigene Leben zu leben und teils in eine dystopische Zukunft blicke, wie Britta Schünemann erklärt, die Chefin der Jungen Triennale. Die Zuschauer können sich einrichten auf „echten Protest und echte Traurigkeit“. Dabei werden die Gedanken der Protagonisten über Kopfhörer erlebbar. Das Publikum taucht selbst in eine 3D-Soundlandschaft ein, die live auf der Bühne entsteht, performt von Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet. Das Stück eignet sich für alle Menschen ab 14 Jahren.
„GenZ Don‘t Cry“: Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle Bochum, 18.9., 19.9.,20.9.,21.9., Tickets ab 15 Euro hier.
5. „Guernica, Guernica“ (Theater, Musik, Tanz)

Für ihre kühne Arbeit über unseren Blick auf Krieg haben sich die Gewinnerinnen des Silbernen Löwen der Venedig Biennale 2023, das Theaterkollektiv FC Bergman, von Picassos gleichnamigem Gemälde inspirieren lassen. Durch das Stück will das Kollektiv mit der Unmöglichkeit konfrontieren, Krieg authentisch darzustellen. „Umrahmt von zwei Tribünen wird die Bühne zum Kriegsschauplatz – halb Theater, halb lebendes Kunstwerk“, schreiben die Verantwortlichen zu dem leider sehr aktuellen Stück. Dabei werde ausschließlich mit Bildern, Musik und Massenszenen gearbeitet. 80 Statisten wirken bei der Inszenierung mit, die die Kommerzialisierung von Kriegsbildern ebenso kritisiert wie die gesellschaftliche Lähmung angesichts von Konflikten. Das Stück eignet sich ab 16 Jahren.
„Guernica, Guernica“: Jahrhunderthalle Bochum, 19.9.,20.9., 21.9., Tickets gibt es ab 15 Euro hier.




