Sie bilden, machen Spaß, bringen zum Staunen und Nachdenken: Museen. Dabei kann das Ruhrgebiet auf eine besonders große Vielfalt verweisen. Mit mehr als 200 Museen ist die Ausstellungslandschaft an Rhein und Ruhr so groß und umfangreich wie nirgends sonst in Deutschland. Hier stellen wir fünf aktuelle und außergewöhnliche Ausstellungen vor, die man gesehen haben muss.
1. Alle Ruhrkunstmuseen vereint: „21x21“ in der Villa Hügel, Essen
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Zusammengenommen verfügen die 21 Ruhrkunstmuseen über rund 500.000 Werke. Für die aktuelle Ausstellung in der Villa Hügel konnte jedes der 21 Museen ein „Impulswerk“ benennen, also eines, das sehr wichtig oder aussagekräftig für die eigene Sammlung ist. Das Essener Folkwang etwa schickte August Mackes „Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen“ ins Rennen. Weitere besondere Werke sind „Der Mann auf dem Hügel“ von Wilhelm Morgner und die Skulptur „Große Sinnende“ von Wilhelm Lehmbruck.
Die Gemeinschafts-Ausstellung beruht auf dem Digitalprojekt „21 x 21“, mit dem sich freihändig und doch sinnstiftend durch die Bestände der beteiligten Museen streifen lässt. Das Besondere: Die Museen des Reviers sind Häuser des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Sammlungen beruhen nicht auf den Vorlieben irgendwelcher altvorderen Fürsten, Bischöfe, Könige, sondern sind durch und durch bürgerliche Sammlungen, getragen vom Geist der Moderne.
„21 x 21. Die Ruhrkunstmuseen auf dem Hügel“; bis 27. Juli, Villa Hügel; Geöffnet: Di-So 10-18 Uhr. Eintritt: 10 €, Kinder und Jugendliche frei. Ermäßigt 5 €. Schulklassen nach Voranmeldung nur mit Führung. Besucherservice: info@villahuegel.de Tel, 0201 / 61 62 917.
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2. Ode an einen der größten deutschen Humoristen: Loriot in der Ludwiggalerie Oberhausen
Die Ludwiggalerie verneigt sich vor Loriots Lebenswerk und trifft damit einen Nerv: Wegen des großen Erfolgs mit mehr als 10.000 Besuchern innerhalb weniger Wochen ist die Schau bis zum 15. Juni verlängert worden. „Ach was“ ruft die Oberhausener Ludwiggalerie im Titel ihrer üppigen Schau aus und schenkt Fans den Blick auf 300 Ausstellungsstücke.
Was die Ausstellung auszeichnet: Sie lässt nichts Erwartbares aus. Eine Hundertschaft von legendären Karikaturen von der Benimmfibel bis zum Tierleben, dutzende Film- und Sketchfotos, Entwürfe, Notizen, Skripte, Randbemerkungen, die Zeugnis ablegen, wie penibel eng Loriots präzise geschmiedetes Nadelöhr war, durch das passen musste, was am Ende Humor-Geschichte schrieb. Der ganze Stolz der Oberhausener Gastgeber ist ein sehr deutsches Weihnachtsgeschenk, wie es nur jener Loriot erdenken konnte, dem allein Kenntnislose allzu braven Bürgerhumor vorwarfen. Es ist das Kinder-Kernkraftwerk, das 1978 bei Hoppenstedts unterm Baum lag. Der strahlende Beweis, welche Bescherung die Fan-Gemeinde in Oberhausens Schloss erwartet.
„Ach was“, bis 15. Juni; Ludwig-Galerie im Schloss Oberhausen; Geöffnet Di-So, 11 bis 18 Uhr. Montags geschlossen. Eintritt 12 €, ermäßigt 6 €, Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre Eintritt frei.
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3. Vor allem für Familien mit Kindern eine sichere Bank: Die DASA in Dortmund
Es ist das wohl meist unterschätzte Haus des Reviers: Die Deutsche Arbeitsschutzaustellung (DASA) in Dortmund ist die größte Arbeitswelt-Ausstellung in Deutschland und bietet nicht nur Kindern etliche Mitmachmöglichkeiten an. Auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern lernen die Besucherinnen und Besucher nach Branchen unterteilt viel Wissenswertes aus verschiedenen Arbeitswelten, von der Medizin über Medien bis hin zu Transport, Verkehr und Handwerk. Dabei können sie etwa in einem Hubschrauber oder einem Grubenwagen Platz nehmen, ihr Alter von einem Zerrspiegel schätzen lassen oder sich in einer dem Dortmunder Tower nachempfundenen Schaltzentrale wie ein Fluglotse fühlen.
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Vor allem für Kinder bietet die DASA jede Menge Mitmachmöglichkeiten an, darunter eine echte Kinderbaustelle. Noch bis zum 24. August läuft außerdem die Sonderschau „Der Uhr auf der Spur“, in der Kinder an etlichen Spiel- und Verkleidungsstationen in verschiedene Berufe schlüpfen dürfen, darunter Feuerwehrleute und Dirigenten. Nicht nur bei Regenwetter eine sichere Bank für Familien – und kostengünstige Alternative zu den vielfach teureren Indoorspielplätzen.
DASA Arbeitswelt Ausstellung, Friedrich-Henkel-Weg 1-25, Dortmund; Geöffnet Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr, Eintritt 6 €, ermäßigt 3 €, Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen keinen Eintritt.
4. Publikumsliebling: Marc Chagall in der Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
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Sie dürfte eine der meistgesehenen Ausstellungen in diesem Jahr werden: Dem großen Meister Chagall widmet die Kunstsammlung NRW im K20 Düsseldorf eine große Ausstellung mit 120 Werken, darunter 67 Gemälde. Allein in der Albertina in Wien sahen 500.000 Menschen die Chagall-Schau, die noch bis zum 10. August in Düsseldorf zu sehen ist.
Die Kunstsammlung NRW besitzt von Chagall Werke aus seiner Anfangszeit („Selbstbildnis mit Pinseln“, „Der Geigenspieler“), und so liegt der Schwerpunkt dieser von Susanne Meyer-Büser eingerichteten Ausstellung auf dem Frühwerk Chagalls. In dem er lange gar nicht wie Chagall aussieht. Seine Lehrzeit an russischen Malschulen bringt einen flachen Realismus hervor. Hier gibt es Augenweiden und Abgründe.
Chagall. Kunstsammlung NRW, Grabbeplatz 5. Bis 10. August. Geöffnet: Di-So 11-18 Uhr. Eintritt: Eintritt: 16 €, erm. 14 €. Bis 17 Jahre frei. Ein Audioguide ist kostenlos, Kopfhörer sind mitzubringen. Katalog: 39,90 €.
5. Pionierin der feministischen Kunst: Judy Chicago in Recklinghausen
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Mit der Installation „The Dinner Party“ schuf sie ein Monument, das bis heute Besucherscharen ins Brooklyn Museum nach New York zieht: Judy Chicago, die vom „Time Magazine“ 2018 zu den 100 einflussreichsten Personen gezählt wurde, genießt in der Kunst den Status einer Gründermutter und ist noch bis 17. August in Recklinghausen zu sehen.
Damit gelang Kunsthallen-Direktor Nico Anklam ein echter Coup, denn seit 1987 war die Kunst der bedeutenden Amerikanerin nicht mehr in Deutschland zu sehen. Entsprechend reisten zur Ausstellungseröffnung Journalisten aus der ganzen Republik an, auch wenn die „Dinner Party“ nicht zu sehen ist – sie ist genauso wenig reisefähig wie die 85-jährige Chicago, die in Albuquerque/New Mexico lebt.
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Selten passte die traditionelle Kunsthallen-Ausstellung im Mai so gut zu den Ruhrfestspielen und ihrem prinzipiell fortschrittlichen, menschlich-emanzipatorischen Anspruch – bis hin zum diesjährigen Motto „Zweifel und Zusammenhalt“. Die Schau war ganz ähnlich schon in der Londoner Serpentine Gallery zu sehen, kuratiert von deren Direktor Hans Ulrich Obrist und Chris Bayley, der nun zusammen mit Nico Anklam und Kerstin Weber die Einrichtung der rund 160 Arbeiten in Recklinghausen übernommen hat.
Judy Chicago: Revelations („Offenbarungen“). Kunsthalle Recklinghausen, Große-Perdekamp-Straße 25-27; bis 17. August 2025. Geöffnet: Di-So 11-18 Uhr, Eintritt: 5 €. Eine tagesaktuell gültige Ruhrfestspiel-Karte berechtigt zum kostenlosen Besuch der Ausstellung.








