Bis 1986 war Zollverein das größte und leistungsfähigste Steinkohlebergwerk Europas. Heute ist das geschichtsträchtige Gelände ein wichtiger Standort voller kultureller Erlebnismöglichkeiten. Regelmäßig werden kulturelle Ereignisse geboten, vom Zechenfest, über Ausstellungen zur Geschichte des Ruhrgebiets bis zur Kunst unter freiem Himmel. Als nächstes steht der Tag der Steige am 5. April an.
Unmittelbar nach der Stilllegung des Bergwerks entdeckten viele Künstlerinnen und Künstler das Gelände für sich und ihre Installationen. Hier ist selbst das Werksschwimmbad Kunst. Die Neuerscheinung „Zur Kunst auf Zollverein“ (Klartext, 104 S., 12,95 €) gibt Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Entwicklung der Skulpturen und Installationen nachzuvollziehen.
Weltbekannte Künstler und lokaler Nachwuchs
Das Buch führt einen zunächst in die Ateliers der Künstlerinnen und Künstler, die auf dem Gelände von Zollverein angesiedelt sind. Darunter auch Young-Jae Lee. Im alten Baulager der Zeche am Rand von Schacht 1/2/8 befindet sich jetzt ihre Handwerksstätte. Die Keramische Werkstatt Margarethenhöhe wurde bereits 1924 in der gleichnamigen Siedlung Margarethenhöhe gegründet und zog später auf das Gelände von Zollverein um. Die Töpferin Young-Jae Lee stellt in ihrem Atelier sämtliches Geschirr eigenhändig her und vereint Alltagstauglichkeit mit filigraner Kunst.

Aber auch der lokale Nachwuchs findet seinen Platz auf Zollverein: In der Nähe des Stellwerks finden Sie die Installation „Das Labyrinth der verborgenen Schätze“. Die Holzskulpturen basieren auf Entwürfen von Schülerinnen und Schülern der Essener Kant-Grundschule. Im Unterricht haben die Kinder Papprollen bemalt, die der Künstler Georg Janthur in meterhohe Skulpturen umsetzte. Zur Installation entwickelten die Kinder eine gleichnamige Geschichte von einem Männlein, das erstmals den Kohlenstreb verlässt und die Welt über Tage erkundet. Die Holzstelen bilden die Stationen der Reise des Männleins ab.
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Großformatige Steinskulpturen des Künstlers Ulrich Rückriem
Auf der Halde Zollverein lassen sich im Skulpturenwald die großformatigen Steinskulpturen des Künstlers Ulrich Rückriem entdecken. Die großen Steinformationen wurden von Rückriem geometrisch geschnitten und neu zusammengesetzt.

Das größte Kunstwerk im Skulpturenwald ist das sogenannte „Castell“, das mit einer Höhe von etwa zwei Metern über die Besucherinnen und Besucher hinweg ragt. Die begehbare Skulptur besteht aus österreichischen Granitblöcken, die ursprünglich zusammengehörten. Sowohl von innen als auch von außen wird so ein besonderer Blick auf die umliegende Halde Zollverein geschaffen.

„Zur Kunst auf Zollverein“, erschienen im Klartext Verlag, ISBN 978-3-8375-2700-1, 104 S., 12,95 Euro, unter anderem hier erhältlich.


