Alles fing mit einem Treffen zu zweit an. „Mein Kumpel Lothar und ich haben an unseren Oldtimern geschraubt und dabei ein Fläschchen Bier getrunken“, erzählt Markus Heynen. „Wir haben ein bisschen gefachsimpelt und nach ein paar Bier fängt man ja oft an, ein bisschen zu fantasieren“, sagt er und lacht. „Wir kamen auf die Idee, ein kleines Treffen unter Oldtimerbesitzern aus dem Freundeskreis zu organisieren.“ Einfach, um nett zusammenzusitzen, beim Bier und dabei ein bisschen zu fachsimpeln.

Mit zehn Fahrzeugen gestartet

Markus Heynen und Lothar Hüting hielten an ihrem Plan fest. „Zehn Fahrzeuge waren im ersten Jahr dabei“, sagt Heynen. Im Jahr drauf waren es schon 20 und die beiden Freunde begannen Flyer zu drucken, um auf ihr Treffen aufmerksam zu machen. „So ist die Haffener Deichshow langsam gewachsen.“ Mittlerweile hat sich das Treffen zu einer festen Größe in der Szene etabliert. Es kommen Gäste vom Niederrhein, aus dem Ruhrgebiet und aus den benachbarten Niederlanden. Beim der nächsten Haffener Deichshow am Sonntag, 21. September, von 9 bis 17 Uhr rechnen die Organisatoren mit rund 400 Fahrzeugen und 1000 bis 2000 Besucherinnen und Besuchern, die sich rund um die Museumsscheune Heynen, Bruckdaelweg 31, die Oldtimer anschauen wollen.

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Heynen selbst hat mittlerweile 20 historische Fahrzeuge. Darunter Fahrräder, Motorräder, Laster und natürlich auch Pkw. Sein größter Schatz ist ein Mercedes-8-Cabrio aus dem Jahr 1970, von denen es nur noch eine Handvoll gibt. „Mit dem führ ich auch gerne mal meine Töchter zum Eischen aus“, sagt der 59-Jährige. In Rees und der näheren Umgebung kennt man ihn und seinen Flitzer. „Wenn ich unterwegs bin, bleibt die Hand nur selten am Lenkrad.“ Sooft grüßt Heynen dann Bekannte. Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der Haffener, wenn er auch noch seinen restaurierten Wohnwagen dranhängt. „Das ist dann ein richtiger Magnet“, erklärt er.

Lothar Hüntig (links) und Markus Heynen.
Lothar Hüntig (links) und Markus Heynen. © Haffener Deichshow

Und so kommt es, dass Heynen, wenn er unterwegs ist, oft und viel ins Gespräch kommt – über Autos und übers Schrauben. Und darauf freut er sich bei der Haffener Deichshow auch am allermeisten. „Wenn denn die Zeit bleibt. Mir wird an dem Tag sicherlich wieder oft am Hemdärmel gezogen“, sagt er. Doch der Stress lohnt sich. Die Organisatoren und die vielen Helfer können den Besucherinnen und Besuchern einiges bieten. „Wir haben in diesem Jahr zum fünften Mal entmilitarisierte Bundeswehrfahrzeuge dabei, die ein Reservist bei uns ausstellt.“ Ein weiterer Höhepunkt ist die Verkaufsmeile, bei der Händler Oldtimer-Ersatzteile anbieten. Die sind oft nur schwierig zu bekommen.

Oldtimer steht im Wohnzimmer

Das weiß Markus Heynen aus eigener Erfahrung. Er schraubt schon seit seiner Jugend an Fahrzeugen. Seitdem ist er „Oldtimer infiziert“. Sein erster war ein Motorrad aus der Vorkriegszeit, eine NSU OSL 251. „Bei der hatte ich jede Schraube in der Hand“, sagt er. Zwei Jahre hat er an dem Motorrad gearbeitet, bis es wieder in seinem ursprünglichen Zustand und fahrbereit war. Mittlerweile steht das gute Stück schon seit einigen Jahren in seinem Wohnzimmer. „Meine Frau toleriert das zum Glück“, sagt er und lacht. Mittlerweile sei das alte Fahrzeug aber ohnehin eigentlich mehr zum Möbelstück geworden.

Die Veranstalter hoffen in diesem Jahr auf eben so schönes Wetter wie 2024. Denn das lockt viele Besucherinnen und Besucher an.
Die Veranstalter hoffen in diesem Jahr auf eben so schönes Wetter wie 2024. Denn das lockt viele Besucherinnen und Besucher an.© Haffener Deichshow

Für Markus Heynen steht eines fest: Nach der Deichshow ist vor der Deichshow. Er plant bereits die Show für 2026. Eines verrät er schon. „Es soll eine Sonderschau zu Wohnwagen geben.“

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