Zusammenfassung
- In Dachgeschosswohnungen kann es im Sommer schnell unangenehm warm werden.
- Bestimmte Pflanzen kühlen die Luft – ganz ohne Strom oder Technik.
- Welche Pflanzen das sind, haben wir in unserer Übersicht zusammengefasst und mit wertvollen Expertentipps vom Fachverband Deutscher Floristen ergänzt.
Wer im Dachgeschoss wohnt, kennt das Problem: Im Sommer wird es dort schnell unerträglich heiß. Dachgeschosswohnungen, oft mit einer schönen Dachterrasse, sind zwar sehr begehrt, können aber in den Sommermonaten eine echte Herausforderung sein.

Donnerstags
Die besten Rezepte: der EAT CLUB Newsletter!
Es erwarten Sie jede Woche die feinsten Rezepte und kurzangebratene News aus der Foodwelt.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Viele greifen dann zu Klimaanlagen oder Ventilatoren, um die Wohnung zu kühlen. Doch es gibt auch umweltfreundlichere Alternativen, die ganz ohne Strom auskommen: Einige Pflanzen können dabei helfen, die Raumtemperatur zu senken. Im Folgenden erklären wir, warum das so ist und welche Pflanzen sich besonders gut für das heiße Dachgeschossklima eignen. Natürlich gibt es auch Pflanzen, die mit der intensiven Hitze und der trockenen Luft im Dachgeschoss Schwierigkeiten haben – wir haben Tipps für diejenigen, die das heiße Klima gut vertragen.
Es müssen nicht immer gleich Kakteen oder Sukkulenten sein, die wir mit hohen Temperaturen in Verbindung bringen. Generell wichtig, um heiße Sommer zu überstehen, ist allerdings die Wasserversorgung und das Licht.
Floristmeisterin Tina Steger, Fachverband Deutscher Floristen
„Per se halten natürlich Pflanzen aus wärmeren Regionen der Erde die Hitze besser aus, als Pflanzen aus unseren Breitengraden“, erklärt Floristmeisterin Tina Steger vom Fachverband Deutscher Floristen. „Es müssen nicht immer gleich Kakteen oder Sukkulenten, die wir mit hohen Temperaturen in Verbindung bringen, sein. Generell wichtig, um heiße Sommer zu überstehen, ist allerdings die Wasserversorgung und das Licht.“
Um die Pflanzen im Dachgeschoss gut mit Wasser zu versorgen, lohnt es sich, auf ein Bewässerungssystem zurückzugreifen. Das kann ganz einfach aus einem Ton-Kegel oder einer umfunktionierten Glas- oder PET-Flasche bestehen. Im Internet gibt es zahlreiche DIY-Anleitungen, sagt die Floristikmeisterin. Wer es lieber fertig und schick möchte, findet in Blumenfachgeschäften und Gärtnereien eine Vielzahl an funktionalen und formschönen Bewässerungshilfen.

Zimmerpflanzen für‘s Dachgeschoss: Diese Pflanzen halten trockene und warme Räume aus
Diese Pflanzen sind perfekt für die Hitze und trockene Luft in einer Dachgeschosswohnung: Die Sansevieria, auch Bogenhanf genannt, gehört zu den pflegeleichtesten Pflanzen und ist ideal für warme, trockene Räume. Sie benötigt weder viel Wasser noch hohe Luftfeuchtigkeit und kommt auch mit wenig Licht aus. Zudem hilft sie, die Luft zu reinigen. » Lesen Sie dazu: Zimmer- und Kübelpflanzen überwintern: So geht‘s richtig.
Auch Kakteen, Leuchterpflanzen, Yucca, Aloe Vera, Glücksfeder, Geldbaum, Gummibaum, Efeutute und Kentiapalme sind robust und vertragen hohe Temperaturen sowie geringe Luftfeuchtigkeit. Die Kentiapalme ist zudem ein echtes Highlight, da sie mit ihrem tropischen Flair sofort Urlaubsstimmung aufkommen lässt – und die Pflege ist ebenso unkompliziert, was sie zur perfekten Pflanze für heiße Dachgeschosswohnungen macht.

Sonnenliebende Zimmerpflanzen wie die Yucca-Palme, der Zimmerhibiskus, der Elefantenfuß, Bogenhanf und Kakteen gedeihen besonders gut bei viel Licht und direkter Sonneneinstrahlung unter einem Dachfenster. Auch Sukkulenten sind ideale Pflanzen für heiße Räume. Dabei handelt es sich nicht um eine bestimmte Art, sondern um eine Gruppe von Pflanzen, die Wasser in ihren Wurzeln oder Blättern speichern können.
Zimmerpflanzen die Hitze aushalten und die Wohnung kühlen
Zimmerpflanzen sehen nicht nur hübsch aus und verbessern die Luftqualität, sondern haben noch einen weiteren Vorteil: Sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Einige Pflanzen geben bis zu 90 Prozent des aufgenommenen Wassers wieder an die Umgebung ab, wodurch sie die Raumtemperatur senken. So können Zimmerpflanzen als natürliche Luftkühler wirken. Aber wie funktioniert das genau?

Natürliche Klimaanlagen: Wie Zimmerpflanzen die Temperatur regulieren
Laut der „Ecostress-Studie“ der NASA von 2018 geben Pflanzen zusätzliche Feuchtigkeit aus ihren Blättern an die Luft ab, wenn sich ihre Umgebung erwärmt. Dieser Prozess, der als „Transpiration“ bekannt ist, kann dazu beitragen, die Luft zu kühlen. Die NASA hatte schon 20 Jahre zuvor Experimente mit Pflanzen in geschlossenen Räumen im Weltall gemacht, um herauszufinden, ob es ihnen gelang, die Luft von Schadstoffen zu reinigen. Das klappt tatsächlich – allerdings vor allem über ihre Wurzeln. Pflanzen können ihre Umgebung also in mehrerlei Weise verbessern – zugunsten von uns Menschen. » Lesen Sie dazu: Zimmerpflanzen: Wie man Ungeziefer effektiv fern hält.
Diesen Effekt nutzen auch Architekten bei begrünten Fassaden und Gründächern: Pflanzen speichern Regenwasser und geben es in warmen Trockenphasen wieder an die Luft ab, wodurch ein angenehmes Mikroklima entsteht. Kein Wunder also, dass wir im Sommer gerne Parks und Gärten aufsuchen – dort ist es nicht nur kühler, sondern die grüne Umgebung wirkt auch entspannend. Unter einem Baum zu sitzen ist deutlich angenehmer als unter einem heißen Betondach, denn neben dem Schatten sorgt die natürliche Klimatisierung für zusätzliche Abkühlung. Mehr Tipps zur Dach- und Fassadenbegrünung finden SIe unter anderem beim NABU.
Pflanzen gegen Hitze: Wie Zimmerpflanzen das Raumklima verbessern
Pflanzen, die viel Feuchtigkeit verdunsten, erkennt man meist an den großen Blättern oder besonders vielen kleinen Blättern. Denn über diese Wege beeinflussen sie die Luftfeuchtigkeit und damit auch die Temperatur. Über den Blattfarbstoff betreiben Pflanzen Fotosynthese: Dabei wandeln sie mithilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff um – und gewinnen nebenbei Energie für ihr Wachstum. » Lesen Sie dazu: Fünf Dinge, die in einem Garten nichts verloren haben.
„Mit dem erhöhten Wasserumlauf (durch die Verdunstung der Pflanzen) wird das Raumklima sozusagen nebenbei positiv beeinflusst, wobei eine wirkliche Kühlung sicher nur subjektiv zu spüren ist. Nichtsdestotrotz ist die psychologische Wirkung von Pflanzengrün im Wohn- und Arbeitsräumen nicht zu unterschätzen“, sagt Floristin Tina Steger.
Menschen und Pflanzen bilden eine perfekte Symbiose – sie ergänzen sich ideal. Einige Zimmerpflanzen können sogar Schadstoffe aus der Luft filtern, die durch Möbel, Farben oder Lacke freigesetzt werden. So sind Efeu und Drachenbaum in der Lage, Giftstoffe wie Formaldehyd und Trichlorethylen zu absorbieren und wirken damit als natürliche Luftreiniger.

„Klassisch für gutes Raumklima empfohlene Pflanzen mit größerer Blattmasse wie Birkenfeige, Drachenbaum, Einblatt, Calathea oder Gummibaum sind immer eine gute Wahl“, sagt Floristikmeisterin Tina Steger. „Bezüglich des Lichts wird hier ein wenig schwieriger, das richtige Maß zu finden. Dachgeschosswohnungen haben oft den Nachteil, dass in den fensterfernen Ecken nicht mehr ausreichend Licht bei den Pflanzen ankommt.
Weitere Themen zum Gärtnern in NRW gibt es hier:
- Heckenschnitt in NRW: Diese Regeln sollten Sie beachten
- Nicht abends gießen: So übersteht Ihr Garten den Sommer
- Fünf Dinge, die in einem Garten nichts verloren haben
- Kirschlorbeer in NRW: Das sollten Sie über die invasive Art wissen
- Rasenmähen in NRW: Zu diesen Zeiten ist Lärm verboten
- Mittagsruhe in NRW: Diese Regeln sollten Sie kennen
- Pflegetipps für Pflanzen: Das hilft wirklich gegen Ungeziefer
- Grillen auf dem Balkon - Was ist in NRW erlaubt?
- Grüner Balkon: Das sind die besten Pflanzen für Ihr Zuhause
- Saharastaub NRW: Wie gefährlich ist er für die Gesundheit?
- Dachgeschoss-Wohnung: Diese Pflanzen halten auch Hitze aus
Bei strahlendem Sonnenschein unter ein Dachflächenfenster gestellt, ist aber auch bei widerstandsfähigen Pflanzen mit teilweise massiven Verbrennungen am Blattwerk zu rechnen. Also hier bitte unbedingt Vorsicht, damit die Pflanzen nicht verletzt werden.“ Wer die Schattierung smart regulieren kann, solle dies vor allem über die Mittagsstunden tun, ansonsten gelte an heißen Sommertagen: lieber etwas zu wenig Licht, als zu viel. » Das könnte Sie auch interessieren: Warum wir den Maulwurf in Ruhe lassen sollten.
Wichtig: „Wer mit Ventilatoren für Luftzug sorgt, sollte z.B. für Orchideen, vor allem, wenn sie gerade schön blühen, einen Standortwechsel erwägen“, sagt die Floristikmeisterin. „Auch Anthurien sind mitunter empfindlich. Den meisten Grünpflanzen dürfte aber ein – wohlgemerkt warmer – Luftzug nicht viel ausmachen. Sollte dagegen mittels Klimaanlage für kühlen Luftzug gesorgt werden, gilt auch hier: nicht direkt die Pflanzen ,anpusten‘, sondern bevorzugt stattdessen einen Standortwechsel für die heißen Tage einplanen.“ Weitere Informationen gibt es auch beim Floristikverband NRW.

Grünes Zuhause: Der Trend ‚Urban Jungle‘
Pflanzen, die feuchtwarme Bedingungen mögen, sind ideale Mitbewohner für heiße Wohnungen. Besonders Palmen und Sukkulenten eignen sich gut, da sie Hitze gut vertragen. Sie passen perfekt zum Urban-Jungle-Trend – einer grünen Wohlfühloase mit vielen exotischen Pflanzen. Hier sind einige der besten Arten für dein Zuhause:
- Gummibaum (Ficus elastica) Je größer die Blätter und je größer deren Anzahl, desto größer ist die Kühlwirkung. Aus diesem Grund kann der Gummibaum die Luftqualität in deiner Wohnung bestens verbessern. Selbst die kleinsten Gummibäume haben relativ große Blätter, die auch hervorragend dazu geeignet sind, Giftstoffe wie Formaldehyd zu entfernen. Er stammt aus der Familie der Maulbeergewächse und kommt ursprünglich aus Indien und Indonesien. Der Gummibaum wird oft als Zimmerpflanze kultiviert und benötigt dabei viel Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung. Er ist eine wichtige Rohstoffquelle für die Gummiherstellung. Die Milch des Baumes wird dazu genutzt, um Kautschuk herzustellen.
- Die Areca, auch bekannt als Betel- oder Goldfruchtpalme, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Palmengewächse und stammt aus den Tropen Asiens. Sie kann in freier Natur eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen und bildet einen schlanken Stamm mit federartigen Blättern aus. Die Areca steht gut im Warmen mit viel Sonnenlicht. Man sollte ihre „Palmwedel“ regelmäßig mit feinem Wassernebel befeuchten.
- Birkenfeige (Ficus benjamina) Der Ficus ist der Wohnraumklassiker schlechthin. Robust und wunderschön. Statt großer Blätter hat er eher kleine, davon aber jede Menge. Als einer der wenigen Bäume, die gut in Innenräumen gedeihen, trägt er dazu bei, die Luft in Innenräumen feucht und kühl zu halten. Den Ficus in den Sommermonaten regelmäßig gießen, und an einen mittelhellen Standort austellen.
- Der oben schon erwähnte Bogenhanf (Sansevieria) ist – wer hätte das gedacht – eine Pflanzengattung aus der Familie der Spargelgewächse. Er stammt ursprünglich aus Afrika. Die Fasern mancher Sorten werden für die Sehnen von Bögen verwendet, daher der Name. Im Volksmund wird er auch als „Schwiegermutterzunge“ bezeichnet. Es gibt etwa 70 verschiedene Arten, die sich in Größe und Form unterscheiden. Charakteristisch für alle Arten sind jedoch die steifen, aufrechten Blätter mit ihren auffälligen, längs verlaufenden Streifen oder Flecken. Bogenhanf ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze, die auch in trockenen und dunkleren Räumen gut gedeiht. Es gibt wahrscheinlich keine Zimmerpflanze, die Pflegefehler so schnell verzeiht wie die Sansevieria. Sie benötigt nur wenig Wasser und Dünger und ist daher ideal für Menschen, die wenig Zeit für die Pflanzenpflege haben. Außerdem ist Bogenhanf für seine luftreinigenden Eigenschaften bekannt.
- Kolbenfaden (Aglaonema) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse und stammt aus den tropischen Regionen Asiens. Die Pflanzen sind bekannt für ihre großen, glänzenden Blätter in verschiedenen Grüntönen, die oft mit weißen oder silbernen Flecken oder Streifen verziert sind. Viel Wasserverdunstung sorgt für höhere Kühleffekte. Aglaonema ist eine beliebte Zimmerpflanze aufgrund ihrer attraktiven Erscheinung und ihrer pflegeleichten Natur. Bitte mit dem Gießen sparsam sein, denn vor allem Staunässe an den Wurzeln verträgt sie nicht. Optimalerweise steht sie an einem warmen und feuchten Ort, kann aber auch in trockeneren Umgebungen gedeihen. Aglaonema ist eine hervorragende Wahl für die Dekoration von Innenräumen und ist auch dafür bekannt, schädliche Chemikalien aus der Luft zu entfernen.

Gutes Klima durch Pflanzen? So geht‘s
Eine Studie der VdS Schadenverhütung, beauftragt vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), hat die Versiegelung von Städten untersucht. Demnach sind die zehn größten Städte in NRW durchschnittlich zu rund 47 Prozent versiegelt – also bebaut, betoniert oder asphaltiert.
Die zunehmend dichtere Bebauung in Städten ist angesichts der wachsenden Gefahr von Extremwetterereignissen wie Starkregen ein Problem. „Versiegelte Flächen verhindern das Versickern des Regenwassers. Dies kann bei extremen Regenfällen zu Überschwemmungen mit erheblichen Schäden führen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.
gdv.de
Wer die Möglichkeit hat, Dächer, Wände oder Dachterrassen zu begrünen, trägt aktiv zum ökologischen Bauen bei. Mieter sollten jedoch zuvor die Erlaubnis des Hausbesitzers einholen, da solche Begrünungsmaßnahmen an vielen Orten sogar gefördert werden.




