• Der Karneval 2025 geht in die heiße Phase.
  • Dabei fallen immer wieder Begriffe, die für Außenstehende ungewohnt klingen.
  • Damit alle mitreden können, haben wir ein kleines Karnevals-ABC zusammengestellt – inklusive der wichtigsten Ausdrücke, die in Köln, Düsseldorf und anderen Hochburgen nicht fehlen dürfen.

Der Karneval 2025 geht in die heiße Phase: Am Donnerstag, 27. Februar, startet Weiberfastnacht und am 3. März folgt Rosenmontag. Zahlreiche Jecken und Narren machen sich auf den Weg zu den Umzügen und Feierlichkeiten in den Karnevalshochburgen am Rhein. Doch für viele klingt es dort manchmal, als würde eine ganz eigene Sprache gesprochen.

Donnerstags

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Erfahren Sie in unserer großen Karnevals-ABC-Übersicht, was der Unterschied zwischen „Helau“ und „Alaaf“ ist, was eine „Flitsch“ bedeutet und was es heißt, in Köln als „Imi“ bezeichnet zu werden.

Am Rosenmontag zieht der Karnevalsumzug durch die Duisburger Innenstadt
Warum „Helau“ in Köln ein No-Go ist und warum in NRW der Begriff „Fasching“ nicht verwendet wird, erfahren Sie in unserer Übersicht.© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Unser Karnevals-ABC 2025: Von „Alaaf“ bis „Zoch“– So wird im Karneval gegrüßt

Alaaf: Ruf der Kölner Karnevalisten. Bedeutet so viel wie „Köln über alles“ und gibt damit das Lebensgefühl der Einheimischen wieder. Wird auch in Aachen gerufen. Aber Vorsicht: Im Düsseldorfer und Mainzer Karneval ist dieser Gruß alles andere als willkommen.

Bützjer: Nicht wundern, wenn Wildfremde Ihnen plötzlich ein Küsschen auf die Wange drücken, denn „bützen“ gehört im Karneval einfach dazu und ist ein absolut unverfängliches Zeichen für Freude und Ausgelassenheit. Nicht wehren, sondern mitmachen.

Clown: Ein roter Punkt auf die Nase, wahlweise ein Schaumstoffaufsatz. Fertig ist das Kostüm aller Kostüme.

Dreigestirn: Regierendes Kölner Triumvirat aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Die Jungfrau wird traditionell von einem Mann gespielt. In Düsseldorf gelten da etwas andere Regeln – siehe Buchstabe P.

Karneval im ambulanten Kinderhospiz
Das sogenannte Dreigestirn gibt es nicht nur in Düsseldorf oder Köln, sondern auch in Oberhausen. Hier zu sehen: Prinz Baga I 2025. © FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Elfter im Elften: Der Tag, dem die Karnevalisten jedes Jahr entgegenfiebern, denn um elf Uhr elf übernehmen sie die Regentschaft. Warum genau dann? Das weiß man nicht.

Fasching: In NRW wird kein Fasching gefeiert. Dieser Begriff für den Karneval wird vor allem in Bayern, Österreich und Sachsen verwendet. Auch Fastnacht oder Fasnacht gehören eher in südliche Regionen wie das Saarland, die Pfalz oder Schwaben.

Fastelovend: Ins Hochdeutsche übersetzt, bedeutet Fastelovend oder Fasteleer „Fastenabend“. Mit diesen Begriffen wird im nördlichen Rheinland und am Niederrhein das Brauchtum während der Karnevalszeit bezeichnet.

Flitsch: Vor allem in Köln verwendeter Begriff für die Mandoline. Das Saiteninstrument ist im rheinischen Karneval sehr beliebt. Zu besonderer Bekanntheit hat dem Instrument Hans Süper vom Colonia Duett verholfen.

Funkemariechen: Weibliches Wesen, das in einer Uniform aus dem 18. Jahrhundert den Körper verrenkt, vom Spagat bis zum Flickflack ist alles bei den jungen Frauen möglich. Auch Tanzmariechen genannt.

38. SAISON DES SALZAER CARNEVAL CLUB IN NORDHAUSEN
Die Tanzmariechen verzaubern mit Tanzchoreografien und glänzen in ihren traditionellen Kostümen, die oft mit Rüschen, Spitze und prächtigen Stickereien verziert sind.© FUNKE Foto Services | Marco Kneise

Geisterzug: Im Kölner Karneval ähnelt der Geisterzug eher einem Halloween-Umzug und findet immer am Karnevalssamstag statt.

Gleichheitsprinzip: Alle Menschen sind gleich – wenigstens im Karneval wird dieses Grundrecht auch gelebt. Herkunft, Stand und Konto spielen in diesen Tagen keine Rolle, jeder feiert mit jedem, vom Chef bis zum untersten Angestellten. Doch leider ist der Spaß ein Spiel auf Zeit – also nicht traurig sein, wenn die Vorgesetzten nach Aschermittwoch plötzlich keine schmutzigen Witze mehr erzählen.

Helau: So rufen die Narren in Düsseldorf und Mainz. Vorsicht: Wird im Kölner Raum sanktioniert.

Hoppeditz: Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals. Am 11.11. wird er aus dem Sarg geholt, damit er hoch vom Jan-Wellem-Denkmal auf dem Düsseldorfer Rathausvorplatz dem amtierenden Stadtoberhaupt ordentlich die Leviten lesen kann. Für jeden Karnevalisten ist es der jecke Ritterschlag, in die Rolle des Hoppeditz schlüpfen zu dürfen. Am Aschermittwoch wird er symbolisch verbrannt.

Hoppeditzerwachen Beginn der Gelsenkirchener Karnevalssession
Der Hoppeditz ist eine Symbolfigur des Düsseldorfer Karnevals. Hier, an der Gesamtschule Erle in Gelsenkirchen, wird mit ihm der Beginn der Gelsenkirchener Karnevalssession eingeläutet. (Archivbild)© FUNKE Foto Services | Michael Korte

Imi: Wenn Sie in Köln sind, könnte es sein, dass Sie als „Imi“ bezeichnet werden. Das Wort steht für Immigrant und bezeichnet Karnevalstouristen, die nicht aus Köln stammen.

» Lesen Sie dazu: Karnevalsflucht: Vier Tipps für einen ruhigen Rosenmontag.

Insignien: Sobald das Dreigestirn die Insignien in der Hand hält, hat es die Macht über das Narrenvolk. Der Prinz bekommt eine Pritsche, der Bauer trägt die Schlüssel zur Stadt und die Jungfrau bekommt einen Spiegel.

Jecke: Sie wollen nur feiern und sind völlig harmlose „Verrückte“. Als jeck gilt grundsätzlich jeder, der den Karneval feiert – sei es im Kostüm oder eher ungewöhnlich als „Normalo“.

Kamelle: Ursprünglich Karamellbonbons, die aber heute niemand mehr haben will. Das Narrenvolk ruft an Rosenmontag zwar „Kamelle!“, erwartet dafür aber mindestens Schokoladentafeln, Pralinen und Blumensträuße. In Düsseldorf wird auch schon mal „Balckes“ gesagt.

Am Rosenmontag zieht der Karnevalsumzug durch die Duisburger Innenstadt
Kamelle werfen gehört zu den beliebtesten Traditionen beim Karnevalsumzug – je mehr, desto besser. (Symolbild)© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Karnevalstage: Es gibt nicht nur den Rosenmontag. Es gibt auch den Nelkensamstag, den Tulpensonntag und den Veilchendienstag. Der Freitag ist nicht so blumig und wird oftmals als Rußiger Freitag bezeichnet.

Lieder: Jeder kennt sie und jeder kann sie mitsingen, die Karnevalslieder, die man im Zug, an jeder Straßenecke und auf den Veranstaltungen hört. Karneval ohne Musik wäre kein Karneval und so gehört es zum guten Ton mitzuschunkeln und in die Hände zu klatschen. Das könnte Sie auch interessieren: Karneval 2025 in NRW: Diese Partys und Shows locken.

Motto: Spaß-Parole für jeweils eine Karnevalssession. Zum Beispiel: „Düsseldorf – gemeinsam jeck“.

Mottowagen: Bezeichnet Karnevalswagen, die sich satirisch mit gesellschaftlichen und politischen Ereignissen auseinandersetzen. Gerade die Wagen des Düsseldorfers Jaques Tilly werden sogar in aller Welt wahrgenommen.

Mottowagen sind ein fester Bestandteil des Karnevals und ein echter Blickfang. Oft spiegeln sie politische Ereignisse wider.
Mottowagen sind ein fester Bestandteil des Karnevals und ein echter Blickfang. Oft spiegeln sie politische Ereignisse wider. © dpa | Federico Gambarini

Möhne: Altdeutsches Wort für „Tante“. In Düsseldorf stürmen die Möhne an Altweiber das Rathaus.

Nubbel: Eine sehr praktische Erfindung, ideologisch in etwa mit dem Sündenablass der katholischen Kirche zu vergleichen. Auf die Strohfigur werden alle großen und kleinen Fehltritte abgewälzt, die in der Narrenzeit begangen wurden. Unter Wehklagen und mit Trauergesang wird er nach den tollen Tagen verbrannt.

Orden: Karnevalisten behängen sich damit. Einst waren sie dazu gedacht, staatliche und militärische Auszeichnungen ins Lächerliche zu ziehen. Heute werden engagierte Narren mit Orden für ihre Verdienste geschmückt.

Prinzenpaar: Was dem Kölner sein Dreigestirn, ist dem Düsseldorfer sein Prinzenpaar. Prinz Karneval und seine liebliche Venetia sind sozusagen das Chef-Doppel der närrischen Regierung und nehmen auf ihrer Tournee durch die Session die Huldigungen des närrischen Fußvolks entgegen.

Prunksitzung: Karnevalssitzung, die vor dem Elferrat gehalten wird.

Quetschbüggel: Bezeichnung für DAS Karnevalsinstrument neben der „decken Trumm“ – der großen Trommel. Die Ziehharmonika, das Klavier des kleinen Mannes, ist überall mit dabei.

Rosenmontag: Höhepunkt des Straßenkarnevals mit Umzügen, die gefühlte 24 Stunden im Fernsehen übertragen werden.

Essen: Der 152. Kupferdreher Rosenmontagszug
Rosenmontag: Der Höhepunkt des Straßenkarnevals, wenn bunt verkleidete Jecken ausgelassen feiern und die Umzüge die Straßen in Karnevalshochburgen erobern.© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Schunkeln: Es gehört im Karneval dazu wie das Bützchen. Geschunkelt wird wenn es passt, und bei einem guten Karnevalslied macht der ganze Saal mit. Es gilt also, sich rechts und links einzuhaken und dann in beide Richtungen zu Schunkeln. Tipp: Nicht mitschunkeln kommt gar nicht infrage!

Session: Bezeichnet die gesamte Karnevalszeit, vom 11. November bis zum Aschermittwoch. Es ist ein beliebter Fehler, stattdessen Saison zu schreiben.

Stunksitzung: 1983 organisierten Kölner Studenten die erste Stunksitzung, die als links-alternative Gegenveranstaltung gedacht war. Die Sitzung gleicht einer normalen Prunksitzung, nur eben mit kabarettistischen Beiträgen und mit ausdrücklich ironischen Noten, hinsichtlich der offiziellen Prunksitzungen. Mittlerweile gibt es auch in Düsseldorf und anderen Städten Stunksitzungen. In Dortmund findet etwa der traditionelle Geierabend statt.

„Tuntenlauf“: Ein Düsseldorfer Event: Am Karnevalssamstag schreiten am frühen Abend als Frauen verkleidete Männer auf High Heels über die Kö. Die Spenden- und Eintrittsgelder werden zugunsten der Aids-Hilfe Düsseldorf e.V. gespendet.

Tusch: Tätää, tätää, tätää...

Unfug: Quasi das karnevalistische Grundprinzip. Je mehr Unfug man an den tollen Tagen treibt, umso jecker ist man.

Venedig: Auch in der italienischen Lagunenstadt feiern die Menschen Karneval. Sie verkleiden sich, es gibt aber keinen Zoch durch den Canal Grande.

Am Rosenmontag zieht der Karnevalsumzug durch die Duisburger Innenstadt
Tausende Jecken zieht es an Rosenmontag jedes Jahr auf die Straßen. (Symbolbild)© FUNKE Foto Services | Alexandra Roth

Veedel: Rheinisches Wort für Viertel oder Stadtviertel. Viele Bezirke haben eigene Umzüge, die sogenannten „Veedelszüge“.

Weiberfastnacht: Schere nicht vergessen! Am Donnerstag vor Aschermittwoch geht’s den Männern an den Kragen. Als Symbol der Entmachtung kürzen die wilden Weiber jede Krawatte, die ihren Weg kreuzt.

Xenophobie: Fremdenfeindlichkeit hat nicht nur im Karneval nichts verloren.

Yoga: Kann helfen, die Aschermittwoch beginnende Fastenzeit spielend zu überwinden.

Zoch: Wer noch nicht mal weiß, was der Zoch (Umzug) ist, sollte vielleicht doch einen Kurzurlaub statt des wilden Treibens in Erwägung ziehen.

Karneval in NRW - Events und Termine im Überblick: