Entlassungen von Bergleuten? Im Ruhrgebiet? Es wäre ein unrühmlicher Schlusspunkt des jahrzehntelang sozialverträglich organisierten Kohleausstiegs. Seit ihrer Gründung vor über 50 Jahren musste die Ruhrkohle AG (heute RAG) bis heute wegen der politisch gewollten Zechenschließungen keine betriebsbedingte Kündigung aussprechen. Das Ende des Steinkohlebergbaus traf das Ruhrgebiet hart, lief aber weitgehend so ab, wie die Kumpel unter Tage gearbeitet haben: Keiner ließ den anderen im Stich.

Am Ende muss die RAG nach eigenen Angaben nun doch knapp 200 Kündigungen aussprechen. Um das noch zu verhindern, appellieren sie und die Gewerkschaft IG BCE an die Betroffenen, eine der angebotenen Stellen anzunehmen. Deren Anwalt organisiert derweil ein Massenverfahren gegen die Kündigungen, die dieser Tage rausgehen sollen. Die Zeit für eine Einigung läuft ab, und die Nerven werden dünner.