Wohnen im Ruhrgebiet

In Dortmund und Bochum stiegen die Mieten am stärksten

Das Wohnen in Köln bleibt am teuersten.

Das Wohnen in Köln bleibt am teuersten.

Foto: Oliver Berg / dpa

Düsseldorf.  Auch wenn die Mieten im Ruhrgebiet kräftig steigen, bleibt das Wohnen hier vergleichsweise günstig. Die Preise für Immobilien klettern rasanter.

Die große Nachfrage nach Wohnungen in angesagten Metropolen wie Köln, Düsseldorf und Münster wirken sich inzwischen auch auf die Mieten im Ruhrgebiet aus. Nach Ergebnissen des jährlich erscheinenden LEG-Wohnungsmarktberichts schnellten zuletzt vor allem die Mieten in Dortmund in die Höhe. Mit 5,1 Prozent lag das Plus dort deutlich höher als im Landesdurchschnitt von 3,7 Prozent.

„Dortmund hat Köln und Düsseldorf beim Mietanstieg abgehängt“, sagt Michael Schlatterer vom Gewerbeimmobilien-Dienstleister CBRE, der den Wohnungsmarktbericht gemeinsam mit dem größten nordrhein-westfälischen Vermieter LEG für die zwölf größten Städte in NRW herausgibt. Danach sind die Mieten bei neu abgeschlossenen Verträgen seit 2014 in Dortmund um 20 Prozent gestiegen. Aber auch in Bochum (+ 18 Prozent), Essen (+16 Prozent), und Duisburg (+14 Prozent) gab es spürbare Verteuerungen, die mit Köln und Düsseldorf (+ 15 Prozent) mithalten können.

Mieter zieht es von Düsseldorf nach Duisburg

CBRE-Experte Schlatterer vergleicht den NRW-Mietmarkt mit einem „atmenden Organismus“. „Die Wege sind kurz, deshalb ist es einfach, günstigere Mieten zu finden, wenn man nach draußen zieht“, sagt er. Der Duisburger Süden etwa profitiere von Wohnungssuchenden, denen Düsseldorf zu teuer geworden ist. „Die Mieten bewegen sich in einem gesunden Rahmen“, sagt er. Auch wenn die Preissteigerungen inzwischen auch im Ruhrgebiet deutlich über der Inflationsrate von rund zwei Prozent liegen. „NRW ist ein beliebtes Anlageziel“, betont Schlatterer.

Trotz der zum Teil deutlichen Steigerungsraten der vergangenen Jahre bleiben die Mieten im Ruhrgebiet vergleichsweise moderat. Während die Quadratmetermiete in Köln 11,02 Euro und in Düsseldorf 10,48 Euro beträgt, ist man im teuersten Revier-Pflaster Dortmund mit 7,07 Euro noch vergleichsweise günstig bedient. Essen liegt bei 6,98 Euro, wenngleich die Mieten auch hier über dem Landesdurchschnitt von 6,92 Euro liegen. Die niedrigste Rate wird mit 5,62 Euro in Gelsenkirchen fällig.

„350 Euro sind leistbar“

„Die Durchschnittsmiete in NRW von 350 Euro für 50 Quadratmeter ist leistbar“, legt sich LEG-Chef Lars von Lackum fest. Er verweist darauf, dass es in den Nordvierteln etwa von Gelsenkirchen, Bochum und Duisburg die niedrigsten Mieten, aber auch die geringste Nachfrage gebe. Und von Lackum lenkt den Blick auf den wegen des vom Null-Zins-Niveaus getriebenen Immobilien-Boom und die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser. Sie sind im Jahresvergleich mit durchschnittlich neun Prozent rasanter gestiegen als die Mieten mit 3,7 Prozent.

Gleichwohl appelliert von Lackum an seine Branche: „Wir brauchen mehr Bautätigkeit.“ Denn bis zum Jahr 2040, so die Prognose des LEG-Wohnungsmarktberichts, sei in NRW mit 2,5 Prozent mehr Haushalten zu rechnen. „Der Wohnungsbedarf in den Ballungsräumen steigt weiter“, meint von Lackum. Im Ruhrgebiet freilich nicht überall. „In Essen und Dortmund gehen wir von einem gesunden Bevölkerungswachstum aus“, sagt LEG-Vorstand Volker Wiegel. „In Duisburg, Gelsenkirchen und Bochum rechnen wir eher mit einem Rückgang.“ So weit die Modelle der Statistiker. „Oft sind die Menschen aber auch schlauer als die Auguren“, meint Wiegel mit einem Augenzwinkern. Der Strom von Düsseldorf nach Duisburg und Essen sei unübersehbar.

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