Metro verkauft Real

Angst um Stellen: Real-Mitarbeiter wollen Freitag streiken

Bereits im Sommer 2018 waren Real-Mitarbeiter in den Streik getreten und vor die Düsseldorfer Konzernzentrale gezogen..

Bereits im Sommer 2018 waren Real-Mitarbeiter in den Streik getreten und vor die Düsseldorfer Konzernzentrale gezogen..

Foto: Morris Willner / Funke Foto Services

Düsseldorf.  Verdi ruft Real-Mitarbeiter für Freitag zum landesweiten Streik auf. Durch den Verkauf der 276 Filialen fürchten Beschäftigte um ihre Existenzen.

Aus Angst um ihre Arbeitsplätze wollen am Freitag die Beschäftigten der SB-Warenhauskette Real in den Bundesländern NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz in den Streik treten. Die Gewerkschaft Verdi erwartet 1000 Teilnehmer bei einer Demonstration vor der Düsseldorfer Stadthalle, wo um 10 Uhr die Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro beginnen soll.

Nach einer langen Hängepartie ist sich die Metro mit der russischen Investoren-Gruppe SCP über einen Verkauf von Real mit 34.000 Beschäftigten und 276 Filialen einig geworden. 30 Standorte sollen geschlossen werden, 50 will der Erwerber unter dem Namen Real zunächst weiterführen. Fast 200 Märkte will SCP allerdings an andere Handelsunternehmen wie Kaufland und Edeka verkaufen.

Verdi fordert Schutz für Real-Beschäftigte

„Die Mitarbeiter sehen sich in ihrer Existenz bedroht“, heißt es in einer Mitteilung, die Verdi am Abend veröffentlichte. Real hatte bereits im Jahr 2018 den Flächentarifvertrag verlassen. Für Mitarbeiter, die bis dahin bei Real tätig waren, galten die Tarifbedingungen weiterhin. Neues Personal wurde aber zu schlechteren Bedingungen eingestellt.

Der Verkauf an SCP schürt nun neue Ängste. „Die Kolleginnen und Kollegen brauchen gerade in der Zeit des Verkaufes den Schutz durch die Verdi-Tarifverträge, damit Ansprüche auch nach einem Verkauf gesichert sind“, sagte Verdi-Sekretär Heino Georg Kaßler. Der Gewerkschafter fordert die Metro und SCP auf, „ihre soziale Verantwortung“ wahrzunehmen und nach dem Verkauf „für eine nachhaltige Beschäftigungssicherung“ zu sorgen. Um dieses Ziel zu erreichen, so Kaßler, werde Verdi die Unternehmen nach dem endgültigen Verkauf zu Traifverhandlungen auffordern. „Es darf keine weiteren Ausgliederungen an selbstständige Kaufleute geben und es braucht die Sicherheit durch Betriebsräte“, betonte der Verdi-Sekretär.

Gewerkschaft sieht auch die Politik in der Pflicht

Verdis Bundesfachgruppenleiter für den Einzelhandel, Orhan Akman, sieht auch die Politik in der Pflicht, „es geht um 34.000 Menschen und ihre Familien“, betonte er. Deshalb müsste die Tarifverträge im Handel für allgemeinverbindlich erklärt werden. Zur Arbeitsniederlegung am Freitag sagte Akman: „Beim heutigen Streik geht es um die Existenzen der Menschen und auch darum, der Erosion der Tarifbindung im Handel endlich einen Riegel vorzuschieben.“

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