Energiekonzern

Steag-Chef Rumstadt zeigt sich tief besorgt ums Ruhrgebiet

Steag-Chef Joachim Rumstadt: „Während Metropolen wie Berlin, Hamburg und München boomen, drohen große Teile des Ruhrgebiets abgehängt zu werden.“

Steag-Chef Joachim Rumstadt: „Während Metropolen wie Berlin, Hamburg und München boomen, drohen große Teile des Ruhrgebiets abgehängt zu werden.“

Foto: ATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Essen.  „Große Teile des Ruhrgebiets drohen abgehängt zu werden“, mahnt Steag-Chef Rumstadt. Die „akute Finanznot“ der Kommunen schade der Region.

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Der Chef des Essener Energiekonzerns Steag, Joachim Rumstadt, zeigt sich tief besorgt um das Ruhrgebiet. „Tatsache ist: Während Metropolen wie Berlin, Hamburg und München boomen, drohen große Teile des Ruhrgebiets abgehängt zu werden“, schreibt Rumstadt in einem Beitrag für den Jahresbericht des Gesamtverbands Steinkohle (GVSt). Während Politiker in Düsseldorf Hilfe aus Berlin erwarteten, zeige der Bund mahnend auf die hiesige Landesregierung, kritisiert der Steag-Chef und fügt hinzu: „Dazwischen stehen die finanziell ausgezehrten und ausgepressten Kommunen, die aufgrund von Überschuldung nur noch Pflichtaufgaben bewältigen und in den Augen der Bürgerinnen und Bürger nahezu handlungsunfähig erscheinen.“

Dieses Bild biete das Revier, während es im Wettbewerb der Regionen stehe, mahnt der Konzernchef. „Sinkt die Lebensqualität für junge Menschen und junge Familien, wandern sie heutzutage einfach ab“, gibt er zu bedenken. „Das Ruhrgebiet ist somit ein Verlierer der modernen Beweglichkeit.“ Das Revier könne erstklassige junge Leute nicht halten.

Ruf nach „Entlastung bei den Sozialausgaben“ und einer „Altschuldenregelung“

Der Essener Energiekonzern Steag, der unter anderem große Kraftwerke in der Region betreibt, befindet sich in den Händen der Ruhrgebietskommunen Dortmund, Duisburg, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken.

Die Situation im Ruhrgebiet habe sich „mittlerweile so verschlechtert, dass viele der in akuter Finanznot steckenden Städte im Ruhrgebiet die großen Herausforderungen aus eigener Kraft nicht mehr meistern können“, so Rumstadt. „Bund und Land müssen den Kommunen durch eine nachhaltige Entlastung bei den Sozialausgaben und eine Altschuldenregelung entgegenkommen, damit sie wieder über die erforderlichen Mittel zur Gestaltung einer besseren Zukunft verfügen.“ Rumstadt forderte eine „umfassende Ertüchtigung von Infrastruktur, spürbare Impulse für den Arbeitsmarkt“ sowie „flächendeckenden Breitbandausbau“.

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