Strompreise

Innogy erhöht die Preise – Strom in Essen und Mülheim teurer

Der Energiekonzern Innogy – Grundversorger in Essen und Mülheim – erhöht die Strompreise.

Der Energiekonzern Innogy – Grundversorger in Essen und Mülheim – erhöht die Strompreise.

Foto: Oliver Berg/ dpa

Essen.  Innogy erhöht die Strompreise. Tausende Kunden in NRW und Rheinland-Pfalz sind betroffen. In Essen und Mülheim ist Innogy der Grundversorger.

Der Essener Energieversorger Innogy erhöht zum 1. März die Strompreise. Es handele sich um die erste Anhebung seit sieben Jahren, teilte Innogy-Sprecher Klaus Schultebraucks auf Anfrage mit. Die Preise in der Grundversorgung steigen seinen Angaben zufolge um knapp unter zehn Prozent. Bei einem jährlichen Verbrauch von 2500 Kilowattstunden entspreche dies Zusatzkosten für die Kunden in Höhe von sieben Euro monatlich.

Betroffen seien mehrere Hunderttausend Kunden in NRW und Rheinland-Pfalz, sagte Schultebraucks. Innogy ist unter anderem in Essen und Mülheim der Grundversorger. „Die Veränderungen ergeben sich aus der Marktsituation“, betonte der Sprecher.

Viele Stadtwerke hatten Strompreise zum Jahreswechsel erhöht

Bei der früheren RWE-Tochter Innogy hat unlängst der Nachbarkonzern Eon die Kontrolle übernommen. Schultebraucks verwies darauf, dass Innogy die Strompreise eigenständig kalkuliere.

Bereits zum Jahreswechsel ist der Strom vielerorts in Deutschland deutlich teurer geworden. Auch in NRW haben zahlreiche Versorger ihre Preise erhöht. Im Ruhrgebiet baten die Stadtwerke Bochum ihre Kunden in der Grundversorgung mit einer Anhebung um neun Prozent zur Kasse. Bei Emscher Lippe Energie (ELE) aus Gelsenkirchen stiegen die Kosten für die Verbraucher um sechs Prozent. Bei der Energieversorgung Oberhausen (EVO) lag der Preisanstieg bei vier Prozent. Die Stadtwerke Herne erhöhten um 3,9 Prozent.

Gestiegene EEG-Umlage, höhere Netzgebühren

Als Grund für die Preiserhöhungen gaben die Stromversorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, stieg zum Jahreswechsel um rund fünf Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht etwa 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, gehen in die Höhe – allerdings regional unterschiedlich.

Die Stadtwerke Bochum betonten, im Jahr 2019 seien die Strompreise des Versorgers noch stabil geblieben. Für das Jahr 2020 rechnet Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel indes mit einem Anstieg der Beschaffungskosten.

Verbraucherschützer sehen die Entwicklung in der Branche kritisch. „Diese Welle an Preiserhöhungen ist nicht gerechtfertigt“, sagte Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Zwar seien die EEG-Umlage und in einigen Regionen auch die Netzentgelte gestiegen, die Beschaffungskosten aber seien 2019 deutlich gesunken. „Vor allem in der Grundversorgung sind die Margen der Energieversorger sehr hoch und steigen durch diese Preiswelle weiter. Hier werden die Kunden regelrecht geschröpft“, kritisierte Sieverding.

„Verbraucher müssen sich langfristig auf hohe Stromkosten einstellen“

Nach Angaben des Vergleichs- und Vermittlungsportals Verivox hatten bereits für den Jahreswechsel bundesweit 506 der 820 Grundversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich sechs Prozent verkündet. Verivox rechnete damit, dass im Jahresverlauf weitere Preiserhöhungen von Stromversorgern folgen werden. Der Essener Energiekonzern Eon habe im Sommer vergangenen Jahres in Berlin, Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern die Strompreise in der Grundversorgung erhöht, gab Check24 zu bedenken.

„Verbraucher müssen sich langfristig auf hohe Stromkosten und weitere Preissteigerungen einstellen“, sagte Check24-Manager Lasse Schmid. „Der Wechsel des Anbieters ist für Verbraucher die einzige Möglichkeit, ihre Kosten substanziell zu senken.“

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