Heimwerkerarbeiten

Ikea-Tochter TaskRabbit will deutschen Markt aufmischen

Stacy Brown-Philpot, Chefin der Ikea-Tochter TaskRabbit: Das Unternehmen will den deutschen Markt aufmischen.

Stacy Brown-Philpot, Chefin der Ikea-Tochter TaskRabbit: Das Unternehmen will den deutschen Markt aufmischen.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Die Ikea-Tochter TaskRabbit will den deutschen Markt erobern – mit Möbelaufbau, Garten- und Reparaturarbeiten. Firma startet in NRW und Berlin.

Möbel aufbauen, Fernseher montieren, Reparaturen am Haus oder Gartenarbeiten – es ist eine breite Palette an Dienstleistungen, die auf der Plattform der Ikea-Tochterfirma TaskRabbit zu finden sind. „Hilfe im Alltag“ nennt es TaskRabbit-Chefin Stacy Brown-Philpot. Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat TaskRabbit im Jahr 2017 übernommen. Bisher ist das einstige Start-up lediglich in den USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich aktiv. Nun will das Unternehmen aus San Francisco auch den deutschen Markt für Haus- und Heimwerkerarbeiten aufmischen. „Wir starten jetzt auf dem deutschen Markt“, kündigt Stacy Brown-Philpot gegenüber unserer Redaktion an. „Den Anfang machen wir in Berlin und Umgebung und in der Rhein-Ruhr-Region.“

In einem Gespräch im Konferenzbereich des Düsseldorfer Flughafens erläutert die US-Managerin ihre Expansionspläne für den deutschen Markt. Zum Start will die Ikea-Tochterfirma in zwölf Städten vertreten sein. Neben Berlin sind es die NRW-Kommunen Bochum, Duisburg, Essen, Dortmund, Düsseldorf, Gelsenkirchen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Oberhausen und Wuppertal. „Damit decken wir etwa ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland ab“, sagt Stacy Brown-Philpot. „Aber dabei soll es nicht bleiben. Ende kommenden Jahres wollen wir auch in Hamburg, München, Stuttgart und Frankfurt präsent sein.“

Putzen, Abwaschen oder Besorgungen machen

Dass sich US-Unternehmen wie WalMart oder Uber bei ihrem Markteintritt in Deutschland schwer getan haben, schreckt Stacy Brown-Philpot nicht ab. „Wir haben uns den deutschen Markt sehr genau angeschaut und sind davon überzeugt, dass unser Konzept funktioniert“, sagt sie.

TaskRabbit​ ist ein digitaler Marktplatz. Über eine Online-Plattform will das Unternehmen potenzielle Kunden mit Menschen aus ihrer Umgebung verbinden, die ganz unterschiedliche Haus- und Heimwerkerarbeiten erledigen. „Tasker“ werden die Arbeitskräfte vom US-Unternehmen genannt.

„Unsere Tasker kümmern sich um fast alle Tätigkeiten, die rund um einen Haushalt anfallen“, erläutert Brown-Philpot. Als Beispiele nennt sie unter anderem Putzen, Abwaschen, Besorgungen machen oder die Reparatur eines tropfenden Wasserhahns. „Das gehört alles dazu.“

Deutschsprachiger Kundenservice aus Portugal

Arbeitskräfte in Deutschland können sich Unternehmensangaben zufolge bereits auf der TaskRabbit-Plattform registrieren. „Wir sind sicher, dass wir bereits zum Start viele Arbeitskräfte auf der Plattform haben“, gibt sich die Firmenchefin zuversichtlich. „Ab Ende November können Kunden die Dienstleistungen in Anspruch nehmen.“

Beim Aufbau ihrer Organisation setzt die 43-jährige Firmenchefin Brown-Philpot auf ein europäisches Netzwerk. Verantwortlich für den deutschen Markt ist ein Management-Team in London. Die Mannschaft kümmert sich auch schon um das Geschäft von TaskRabbit in Frankreich. Ein deutschsprachiger Kundenservice befinde sich in Porto, erzählt die Managerin, die vor ihrem Wechsel zu TaskRabbit neun Jahre lang für den Suchmaschinen-Giganten Google gearbeitet hat.

Enge Zusammenarbeit mit Ikea geplant

Ein zentraler Baustein der Geschäftsstrategie von TaskRabbit ist die Zusammenarbeit mit dem Möbelkonzern Ikea. So will das Unternehmen auch in den Ikea-Märkten präsent sein und „in ausgewählten Filialen“ Dienstleistungen anbieten. „Taskers stehen einen Tag nach dem Erwerb der Möbel zur Verfügung, um Ikea-Kunden in ihrem Zuhause bei der Möbelmontage zu unterstützen“, sagt Brown-Philpot. Kunden, die online bei Ikea kaufen, sollen künftig automatisch einen Hinweis auf den Service bekommen. „Der Aufbau von Ikea-Möbeln wird oft von Kunden nachgefragt. Das ist ein wichtiger Teil unseres Geschäfts“, sagt die TaskRabbit-Chefin.

Viele „Tasker“ arbeiten in Teilzeit, es gebe aber auch einige Vollzeitkräfte, erklärt Brown-Philpot. „Für uns arbeiten Studenten, Rentner und auch Handwerker. Es ist eine bunte Mischung.“ Die Abrechnung mit den Kunden erfolge auf Stundenbasis. Feste Stundensätze gebe es aber nicht. „Was Kunden zahlen, hängt von den Tätigkeiten und der Preissetzung der Tasker ab“, sagt die Managerin. In Frankreich, wo TaskRabbit bereits am Markt ist, liege der durchschnittliche Stundensatz bei 29,50 Euro. „Ein Mindestsatz ist uns wichtig, damit es eine faire Bezahlung gibt. In Deutschland sind es elf Euro pro Stunde. Damit liegen wir deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn.“

Die „Tasker“ sind keine Angestellten der Ikea-Tochterfirma, sondern Vertragspartner. „Wir vermitteln die Dienstleistung und erhalten dafür eine Provision“, erläutert die Managerin das Konzept. Eigenen Angaben zufolge hat TaskRabbit rund 60.000 Arbeitskräfte registriert. „Ein Großteil davon ist in den USA. Aber wir haben uns vorgenommen, auch in Europa schnell zu wachsen.“

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