Glücksspiel

Gauselmann-Gruppe übernimmt WestSpiel-Casinos in NRW

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Die Casinos der WestSpiel-Gruppe gehören nun zur Gauselmann-Gruppe. Der Glücksspiel-Konzern sicherte sich Spielbanken von der NRW.Bank

Die Casinos der WestSpiel-Gruppe gehören nun zur Gauselmann-Gruppe. Der Glücksspiel-Konzern sicherte sich Spielbanken von der NRW.Bank

Foto: dpa

Duisburg/Espelkamp.  Der Spielautomaten-Hersteller aus Espelkamp kauft alle landeseigenen Spielbanken in NRW. Die Privatisierung der Casinos gilt als umstritten.

Der Glücksspiel-Konzern Gauselmann übernimmt die vier landeseigenen Casinos der WestSpiel-Gruppe. Die zuständige NRW.BANK bestätigte den Zuschlag für das Unternehmen aus Ostwestfalen. Der Kaufvertrag sei am Dienstag unterschrieben worden.

Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Laut NRW.BANK hatte Gauselmann aber die höchste Summe aller Interessenten geboten. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden.

Casinos werden unter dem Namen "Merkur" weitergeführt

Wie die NRW.BANK und die Gauselmann-Gruppe getrennt voneinander mitteilten, wurde der Kaufvertrag am Dienstag notariell besiegelt. Die Casinos in Aachen, Bad Oeynhausen, Dortmund und Duisburg sollen unter dem Namen „Merkur“-Spielbanken weiter geführt werden. Die vier Spielbanken schrieben jahrelang rote Zahlen.

Die Gauselmann Spielbanken Beteiligungs GmbH habe in dem bereits im vergangenen Jahr eingeleiteten Verkaufsprozess für die Westspiel-Gruppe den Zuschlag erhalten, teilte der bisherige Eigentümer, die NRW.Bank, am Mittwoch mit.

Der Zuschlag im Bieterwettbewerb sichert dem Familienunternehmen aus Espelkamp nicht nur die Kontrolle über die vier bestehenden Spielbanken in NRW, die mit rund 900 Mitarbeitern 2019 Spielerträge in Höhe von gut 117 Millionen Euro erzielten, sondern bietet dem Unternehmen auch noch die Möglichkeit, zwei weitere Spielbanken in NRW zu eröffnen, wie Gauselmann betonte.

Übernahme der Gauselmann-Gruppe umstritten

Die politisch umstrittene Privatisierung der WestSpiel-Casinos hatte mit dem Bieterverfahren im vergangenen Dezember begonnen. Interessenten mussten laut den Ausschreibungsunterlagen schon im Spielbank-Geschäft sein und mindestens 20 Millionen Euro Eigenkapital haben.

Der finanzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag warf der schwarz-gelben Landesregierung vor, der Verkauf bediene die Privatisierungsideologie von CDU und FDP. Er schade nicht nur den Spielerschutz, sondern auch den Beschäftigten des Unternehmens. Offen sei auch, ob die Spielbanken nicht unter Wert verkauft worden seien und so öffentliches Eigentum verschleudert wurde.

Der Gesamtwert des Unternehmens wurde damals - über die aktuelle Konzession von 15 Jahren gesehen - in den Ausschreibungsunterlagen mit 2,7 Milliarden Euro taxiert. Über einen möglichen Kaufpreis sagt das nichts aus. Denn tatsächlich hatte Westspiel 2019 das erste Mal seit Jahren mit knapp 3,2 Millionen Euro überhaupt einen Konzernjahresüberschuss erzielt, wie es im Abschlussbericht hieß.

Land NRW erhält weiterhin Spielbankabgaben

Die NRW.Bank betonte, das Land NRW erhalte auch nach dem Verkauf weiter die Einnahmen aus der Spielbankabgabe, den zusätzlichen Leistungen und der Gewinnabgabe. Bemessungsgrundlage für die Spielbankabgabe sind die Bruttospielerträge.

Die Spielbankabgabe beträgt laut Gesetz „30 Prozent und sie erhöht sich für Bruttospielerträge, die je Spielbank 15 Millionen Euro übersteigen, um weitere 10 Prozent der Bruttospielerträge“.(dpa)

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