Der Staat will beim Sparen fürs Alter helfen – doch ein Teil dieser Hilfe könnte auf dem Weg zur Rente wieder verschwinden. Denn Gebühren innerhalb der geförderten Altersvorsorge können den Effekt der staatlichen Unterstützung deutlich schmälern. Das zeigt eine neue Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox, die dieser Redaktion vorab vorliegt.
Hintergrund ist die Reform der privaten Altersvorsorge, die der Bundestag Ende März beschlossen hat. Sie soll die Riester-Rente ablösen und flexiblere Anlagen ermöglichen, etwa Investments in ETFs. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber einen Kostendeckel eingezogen: Geförderte Altersvorsorgedepots dürfen künftig maximal ein Prozent jährliche Kosten verursachen.
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Altersvorsorge: Staatliche Förderung lässt Depotwert bis zur Rente deutlich steigen
Ein 25-jähriger Sparer, der monatlich 150 Euro in einen ETF-Sparplan mit 7,5 Prozent Jahresrendite einzahlt und dafür ein Depot ohne Gebühren nutzt, könnte bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren laut Berechnung rund 496.000 Euro Vermögen aufbauen. Beim neuen geförderten Altersvorsorgedepot würden staatliche Zuschüsse die monatlichen Sparbeträge um 45 Euro erhöhen. Ohne Berücksichtigung jedweder Kosten ergäbe das bis zur Rente einen Depotwert von etwa 645.000 Euro. Das entspricht einem Plus von etwa 149.000 Euro gegenüber der ungeförderten Variante.
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Für einen heute 45-Jährigen ergibt die Verivox-Rechnung beim ungeförderten Sparplan bis zum Ruhestand rund 98.000 Euro. Mit staatlicher Förderung käme er zum Rentenbeginn auf 127.000 Euro.
„Das neue Altersvorsorgedepot ist ein echter Paradigmenwechsel in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Wenn der Bundesrat der Reform zustimmt, können Anleger ihr Geld künftig – anders als bei der bisherigen Riester-Förderung – ohne teure Beitragsgarantien anlegen und zum Beispiel in einen breit gestreuten ETF-Sparplan investieren“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich. „Die staatlichen Zuschüsse hebeln die eigenen Einzahlungen spürbar, sodass Anleger bis zur Rente im besten Fall deutlich mehr Vermögen aufbauen, als sie es aus eigener Kraft könnten.“
Private Rentenvorsorge: Laufende Kosten mindern langfristig das Sparpotenzial deutlich
Entscheidend für die langfristige Entwicklung des Vermögens sind jedoch die laufenden Kosten. Der gesetzliche Rahmen sieht hierfür eine Obergrenze von einem Prozent pro Jahr vor. Die Verivox-Modellrechnung zeigt, wie stark sich diese Kosten über die Zeit auswirken: Ein heute 45-Jähriger käme im geförderten Depot mit einem Prozent Kosten bis zum Rentenbeginn auf rund 111.000 Euro. Das sind zwar über 13.000 Euro mehr als beim kostenfreien, ungeförderten Sparen. Jedoch wären in den 22 Jahren insgesamt etwa 16.000 Euro an Gebühren angefallen.
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Noch deutlicher wird der Mechanismus bei langen Sparphasen. Ein heute 25-Jähriger würde unter Berücksichtigung von jährlichen Kosten in Höhe von einem Prozent in 42 Jahren rund 480.000 Euro ansparen. Das sind etwa 16.000 Euro weniger als bei einem vollständig kostenfreien Depot ohne staatliche Förderung.
Rente: Hohe Depotkosten können staatliche Förderung aufzehren
„Bei der Auswahl ihres Altersvorsorgedepots sollten Verbraucher die Kosten sehr genau im Blick haben. Es ist wichtig, ein Produkt zu wählen, das den gesetzlichen Deckel nicht voll ausreizt“, sagt Maier. „Kosten in Höhe von einem Prozent klingen zwar überschaubar. Doch über die Jahre und Jahrzehnte fließt bei dieser Kostenquote so viel Vermögen ab, dass es die gesamte staatliche Förderung mehr als aufzehren kann.“
Für die Modellrechnung wurde eine konstante Rendite von 7,5 Prozent pro Jahr unterstellt. Das entspricht der historischen Durchschnittsrendite des MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Gebühren. Steuern blieben in der Betrachtung unberücksichtigt.








