In Ägypten beginnt eine neue Ära des Reisens: In Deutschland gebaute Hightech-Hochgeschwindigkeitszüge sollen schon bald Menschen und Waren in Rekordtempo durchs Land transportieren. Siemens Mobility hat kürzlich in Neu-Kairo die neueste Generation des Velaro-Zugs präsentiert, der bis zu 250 Stundenkilometer fahren kann. Insgesamt 41 dieser modernen Züge sollen auf dem geplanten über 2.000 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsnetz eingesetzt werden und die wichtigsten Städte Ägyptens miteinander verbinden.

Fast 90 Prozent der Bevölkerung soll so von den schnellen Verbindungen profitieren. Reisezeiten können um die Hälfte verkürzt werden. Für die klimatischen Herausforderungen des Wüstenstaubs wurden die Züge extra angepasst – mit neuen Filtersystemen und einer robusten Kühlung.

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Auch ein Regionalzug von Siemens hat einen großen Schritt gemacht: Am selben Tag absolvierte der „Desiro High-Capacity“ seine Jungfernfahrt. Dieser Zug fährt 160 Kilometer pro Stunde und soll eine zentrale Rolle beim neuen Schienennetz spielen, das das Rote Meer und das Mittelmeer miteinander verbindet. Passend dazu heißt die Strecke „Suezkanal auf Schienen“. Ein neuer Trockenhafen westlich von Kairo hat eine Kapazität von 260.000 Containern und soll eine Schlüsselrolle beim Gütertransport übernehmen.

Auch der Regionalzug Desiro HC hat seine Jungfernfahrt erfolgreich absolviert.
Auch der Regionalzug Desiro HC hat seine Jungfernfahrt erfolgreich absolviert.© Siemens Mobility | Siemens Mobility

Ägypten: Transport und Handel soll modernisiert werden

Das Projekt ist Teil von Ägyptens Plan, seine komplette Transportinfrastruktur zu modernisieren und den nationalen sowie internationalen Handel zu stärken. Neben enormen Zeitersparnissen für Reisende soll das Hochgeschwindigkeitsnetz die Frachtkapazitäten des Landes um fast die Hälfte steigern. Das große Ziel: bessere Verbindungen, mehr Wirtschaftskraft und ein neues Level an Mobilität.

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„Die Jungfernfahrt des Regionalzuges Desiro und die Ankunft des Velaro markieren einen Wendepunkt in Ägyptens Strategie zur Modernisierung des Verkehrswesens“, sagt Kamel El-Wazir, stellvertretender Premierminister für industrielle Entwicklung und Minister für Verkehr und Industrie.

Innerafrikanischen Handeln steigern

Doch Ägypten ist nicht das einzige Land auf dem Kontinent, das auf die Schiene setzt. Marokko hat bereits 2018 seine erste Hochgeschwindigkeitsstrecke eingeweiht, auf der Züge mit bis zu 320 km/h zwischen Tanger und Casablanca fahren. Auch Nigeria verfolgt große Pläne: Dort soll ein 4000 Kilometer langes Schienennetz entstehen, das die Städte Lagos, Abuja, Kano und Port Harcourt verbindet und 60 Milliarden US-Dollar kosten wird.

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Die Afrikanische Union arbeitet ebenfalls an einem langfristigen Plan, den Kontinent mit Hochgeschwindigkeitszügen besser zu vernetzen. Das „Afrikanische Integrierte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz“ ist Teil der Agenda 2063 und soll durch neue Bahnstrecken Handel und Reisen stark erleichtern. Schon jetzt schätzen Experten, dass der innerafrikanische Handel durch die neuen Verbindungen vom derzeitigen Niveau von 15 auf über 50 Prozent steigen könnte.