Autoindustrie
Steuertrick könnte VW bei Porsche-Fusion Milliarden sparen
Wolfsburg/Stuttgart.. Volkswagen hat bei dem seit drei Jahren verfolgten Zusammenschluss mit Porsche einem Medienbericht zufolge ein großes Hindernis aus dem Weg geräumt. VW habe eine Möglichkeit gefunden, die Fusion mit dem Stuttgarter Sportwagenbauer umzusetzen. Ein Trick könnte Steuern in Milliardenhöhe sparen.

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Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat den Machtkampf verloren. Er muss seinen Posten aufgeben. Lange Zeit sah er wie der Sieger in dem Tauziehen aus. Doch er hatte offenbar seine zahlreichen Gegner unterschätzt. © AP | AP

2005 gelang Wiedeking ein Paukenschlag. Er kündigte den Einstieg bei VW an. Zunächst sprach Porsche von einem 19-Prozent-Anteil, doch nach und nach stockten die Stuttgarter ihre Anteile auf. Zum Schluss war von einer Komplettübernahme die Rede.© ddp | ddp

Zusammen mit Finanzvorstand Holger Härter hatte Wiedeking die Übernahme an den Finanzmärkten geschickt eingefädelt.© Unbekannt | Unbekannt

Noch bis vor wenigen Wochen glaubte sich Wiedeking als Gewinner in dem Spiel: David schluckt Goliath. Doch er hatte einen unterschätzt:© ddp | ddp

Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech. Anfangs schien Piech sogar angetan von der Idee eines Porsche-Einstiegs bei VW. Doch die Stuttgarter wurden ihm zu stark. Schließlich wollte Piech selbst einen Autogiganten schmieden -und zwar unter seiner Führung.© AP | AP

Der Machtkampf tobte auch auf Familienebene: Wolfgang Porsche, ein bekennender Wiedeking-Fan, ist der Machtwille seines Cousins Ferdinand Piech längst ein Dorn im Auge. Wopo, wie er genannt wird, gilt zwar als eher vorsichtiger Typ, unterstützte aber letztlich die Übernahme.© AP | AP

Piech drehte den Spieß um, als Porsche sich mit der VW-Übernahme überhoben und einen riesigen Schuldenberg angehäuft hatte. Nun also gehört Porsche bald zu Volkswagen.© AP | AP

Einer der schärfsten Gegner dieses Plans ist Porsche-Betriebsrat Uwe Hück. Hück galt als wichtiger Verbündeter von Wiedeking, der die Arbeitnehmerschaft auf seiner Seite wusste.© ddp | ddp

Doch auch VW konnte auf den Betriebsrat bauen. Betriebsratschef Bernd Osterloh (l.) hatte speziell Wiedeking als Feindbild ausgemacht und ihm vorgeworfen, die Arbeitnehmerrechte der VW-Truppe beschneiden zu wollen.© AP | AP

Aber auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff torpedierte Wiedekings Pläne. Das VW-Gesetz sichert Niedersachsen eine Sperrminorität bei VW. Deshalb wollte Wiedeking das Gesetz zu Fall bringen. Doch damit machte er sich keine Freunde in Niedersachsen.© AP | AP

Wiedeking scheiterte denn auch mit seinem Plan, das VW-Gesetz zu kippen. Nicht zuletzt war es Wulff, gelungen, Bundeskanzlerin Merkel auf seine Seite zu ziehen. Die Bundesregierung sicherte Niedersachsen weiterhin den Einfluss bei VW zu.© AP | AP

Natürlich blieb auch das politische Gerangel nicht aus. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger musste sich rein von Amts wegen mit seinem Parteikollegen in Niedersachsen anlegen. Schließlich ging es darum, wo der Konzern seinen Hauptsitz haben wird.© AP | AP

Einer der Gewinner einer Übernahme von Porsche ist VW-Chef Martin Winterkorn (l.). Seine Macht in dem um eine weitere Marke vergrößerten Konzern wird steigen.© ddp | ddp

Mit all den Gegnern, die sich Wiedeking gemacht hat, war sein Abgang besiegelt. Der Porsche-Chef verlässt den Konzern. Sein Nachfolger wird Michael Macht, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG.© ddp | ddp

Der Emir von Katar, Scheich Hamid bin Khalifa Al-Thani, war Wiedekings letzte Hoffnung. Doch der Scheich steigt nicht direkt bei Porsche ein, wie es Wiedekings Plan war, sondern übernimmt VW-Optionen von Porsche. Damit wird das Emirat neuer Aktionär bei VW.© AP | AP

