Essen. Bei Bayer läuft derzeit schief, was schieflaufen kann. Der Leverkusener Weltkonzern hat nach der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto seinen Wert inzwischen halbiert. Der von vielen vorhergesagte Imageschaden ist so gewaltig, dass der Konzern nun die Offensive sucht: Mit einer Anzeigenkampagne samt dem Versprechen, Alternativen zum umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat zu entwickeln, wirbt Bayer seit Freitag um neues Vertrauen. Die Schlagzeilen macht dem Agrarchemie- und Pharmakonzern aber ausgerechnet sein größter Glyphosat-Kunde in Deutschland streitig: Die Bahn will Glyphosat aus ihren Gleisbetten verbannen. Und erhält dafür spontanen Applaus aus der Bundesregierung. Das Timing der Leverkusener Charmeoffensive hätte schlechter kaum sein können.

Ganz schlechtes Timing