Weiterbildungszentrum

Design-Schule auf Zollverein gilt als gescheitert

Foto: Frank Vinken / waz

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Essen. Eines der gewagtesten Leuchtturm-Projekte der früheren rot-grünen NRW-Landesregierung ist vorerst am Ende. Gescheitert ist die „Zollverein School of Design and Management”.

Der 23 Millionen Euro teure, weiße Beton-Würfel auf dem Gelände des Weltkulturerbes, im Herbst 2006 eröffnet, sollte sich zu einem renommierten Weiterbildungszentrum in Sachen Design und Wirtschaft entwickeln. 150 Berufstätige sollten hier international anerkannte akademische Abschlüsse erlangen – 20 Monate berufsbegleitendes Studium für 22.000 Euro Gebühr.

Doch nur 45 Studenten wurden es insgesamt – die letzten neun werden noch bis zum Beginn des kommenden Jahres unterrichtet. Den Lehrbetrieb hat die Uni Duisburg-Essen übernommen.

2003 waren die Planungen aufgenommen worden. 6,8 Millionen Euro gab es als Anschubfinanzierung, das Geld kam zu 80 Prozent von EU und Land, 20 Prozent schoss die Stadt hinzu. Das Ziel: 2008 sollte die Schule selbstständig wirtschaften können.

Davon ist sie stets weit entfernt geblieben. Nicht nur die Zahl der Studenten blieb hinter den Erwartungen zurück. „Das ganze Konzept hatte erhebliche Webfehler”, sagt Stefan Frigger rückblickend. Er war bis Ende September als Geschäftsführer tätig. So entpuppte sich zwar der monumentale Betonklotz als architektonischer Gewinn, der Preise einheimste – jedoch: Die Betriebskosten des Gebäudes, geschätzte 1000 Euro täglich, machten ein gesundes Wirtschaften unmöglich.

An Wiederbelebungs-Konzepten wird derzeit gearbeitet. Eingesetzt wurde ein Interims-Geschäftsführer.

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