Corona-Pandemie

Doc Caro ist "mütend" - Essener Ärztin kritisiert Corona-Maßnahmen

Lesedauer: 2 Minuten
Carola Holzner ist während der Corona-Pandemie als Doc Caro bekannt geworden. Mit ihrem aktuellen Facebook-Posting scheint sie vielen Menschen aus der Seele zu sprechen. Der Beitrag wurde häufig geteilt, geliked und kommentiert.

Carola Holzner ist während der Corona-Pandemie als Doc Caro bekannt geworden. Mit ihrem aktuellen Facebook-Posting scheint sie vielen Menschen aus der Seele zu sprechen. Der Beitrag wurde häufig geteilt, geliked und kommentiert.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Essen.  Die Notfallmedizinerin und Bloggerin Doc Caro hat ein emotionales Facebook-Posting verfasst. In einem Wort sagt sie, was Corona mit vielen macht.

Pandemiemüde oder coronamüde, das sind mittlerweile viele Menschen. Erstrecht nach den jüngsten Beschlüssen des Corona-Gipfels, der uns nun wieder in den härteren Lockdown schickt. Dieses Auf und Ab sowie Auf und Zu bringt gerade viele Menschen aus der Fassung, so auch Carola Holzner, die im Netz und drüber hinaus als Doc Caro bekannt ist. Die Notfallmedizinerin, die an der Uniklinik Essen arbeitet, nennt ihren derzeitigen Gemütszustand "mütend", eine Mischung aus müde und wütend.

Pandemiemüde: Darum ist Doc Caro mütend

Mit ihrem Facebook-Posting, das bislang mehr als 63.000 Menschen geteilt, über 75.000 geliked und über 8000 kommentiert haben (Stand Dienstagnachmittag), scheint die Ärztin den Nerv vieler getroffen zu haben. "Auf – zu – halb auf – bisschen auf – Friseure – Schulen – Gastro. Kinder = Pandemietreiber nein, dann ja. Oder doch eher vielleicht? Konzept in Schulen? Fehlanzeige. Es gibt ja Fenster", ärgert Doc Caro sich über das politische Hin und Her.

Corona-Maßnahmen: Doc Caro vermisst klare Kommunikation, die alle verstehen

Was die Bloggerin und viele andere vermissen, die ihr mit Kommentaren zustimmen: eine klare Kommunikationsstrategie. "Uns fehlt nicht nur ein Ende in Sicht, sondern einfach ein Konzept. Und zwar eines, was auch alle verstehen. Wir können nur Entscheidungen mittragen, die wir auch nachvollziehen können. Die nicht nur Sinn haben, sondern auch sinnvoll kommuniziert werden. Die Leute wissen einfach nicht mehr, was sie glauben sollen", heißt es in dem Beitrag.

Die Notfallmedizinerin, die im Essener Uniklinikum täglich die Auswirkungen sieht, die das Virus hat, kann es verstehen, "dass die Leute es leid sind. Leid Dinge mitzutragen, die sie nicht verstehen, weil sie nicht mehr zu verstehen sind."

Sie appelliert trotzdem an alle Menschen, das gemeinsame Ziel, nämlich Corona zu bekämpfen, nicht aus den Augen zu verlieren: "Alle an einem Strang. Nicht Parteipolitik, nicht Wahlkampf. Sondern Pandemiebekämpfung. Zielgerichtet. Mit Konzept. Einheitlich. Zum Wohl der Gesundheit. Das sollte ganz oben stehen. Wie dies aussehen kann, müssen andere entscheiden. Wichtig ist aber, dass wir alle es verstehen. Dann machen wir auch mit. Dann sind wir auch nicht mehr mütend", beendet sie ihr emotionales Posting. (mawo)

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